Nachbarin zeigt Kiffer bei der Polizei an

dzStrafprozess

Der süßliche Geruch aus einer Nachbarwohnung ging einer Frau in Kamen so auf die Nerven, dass sie irgendwann die Polizei rief. Der Verdacht: Der Nachbar raucht Marihuana.

von Jana Peuckert

Kamen

, 22.11.2018, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 2. November musste sich ein 30 Jahre alter Mann im Amtsgericht Kamen wegen Betruges und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten. Jetzt gab es das Urteil: sechs Monate Haft. Bewährung gab es für den mehrfach auch einschlägig vorbestraften Mann, der bereits anderthalb Jahre im Gefängnis verbracht hat, nicht mehr.

Der Angeklagte hatte bereits am ersten Verhandlungstag zugegeben, einen Fernseher für 1436 Euro per Lastschrift gekauft zu haben. Das Geld hat das Elektronikgeschäft jedoch nicht vom Konto einziehen können, da dieses gerade einmal vier Euro aufwies. Inzwischen hat der Kamener das Gerät allerdings abbezahlt. Bei einem zweiten Vorwurf tat sich der Mann deutlich schwerer. Einer Nachbarin war nach dem Einzug des Mannes mit seiner Familie in ein Haus in Kamen im Sommer vergangenen Jahres Marihuanageruch aufgefallen.

Im Zeugenstand berichtete die Frau, dass es anfänglich nur ab und zu nach dem Stoff gerochen habe. Irgendwann dann aber täglich. Da der 30-Jährige mit seiner Freundin direkt unter ihr wohne, sei der Geruch immer in ihre Wohnung gezogen. Ein Lüften sei kaum noch möglich gewesen.

Schließlich habe es ihr gereicht und sie sei zur Polizei gegangen. Die Beamten hatten daraufhin am 27. April die Wohnung des Angeklagten durchsucht und waren fündig geworden: eine Feinwaage, Reste von Cannabispflanzen und 0,1 Gramm Marihuana. Die Nachbarin habe sich auch deshalb an die Polizei gewandt, weil der 30-Jährige im November vergangenen Jahres Vater geworden sei und sich das Kind auch in der Wohnung befand.

Am ersten Verhandlungstag hatte der Richter angebracht, dass bei gesundheitlicher Gefährdung des Kindes das Jugendamt eingeschaltet werden müsste. Laut Nachbarin sei in der Wohnung des Angeklagten auch nach der Geburt Marihuana konsumiert worden. Das stritt der 30-Jährige ab. Er habe nur zweimal etwas geraucht. Der Richter glaubte letztlich der Nachbarin.

Bezüglich des Kindeswohls hat der Angeklagte mittlerweile reagiert. Er habe das Kiffen aufgegeben und unterziehe sich sogar regelmäßig Drogentests.

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