Nach Schüssen am Sportlerheim: Club-Vorsitzender will bei Aufklärung helfen

dzChaotische Party

Pistolenschüsse fielen, eine Frau wurde verletzt: Die aus dem Ruder gelaufene Geburtstagsfeier in einem Kamener Sportlerheim bringt den ortsansässigen Fußballclub in Erklärungsnot.

Kamen

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Oktay Sönmez ist Vorsitzender des Türkischen Sportclubs (TSC) Kamen, in dessen Vereinsheim in der Nacht zum 30. Juni eine private Geburtstagsfeier aus dem Ruder lief. Die Polizei musste zweimal kommen. Eine Frau (48) wurde durch einen Schuss aus einer Luftpistole leicht verletzt, die Polizei stellte ein Projektil sicher. Ein Kamener (18) wird verdächtigt, die Waffe abgefeuert zu haben.

Nach dem Bekanntwerden des Vorfalls setzte sich TSC-Vorsitzender Sönmez mit den Organisatoren der Feier in Verbindung. „Als erster Vorsitzender muss ich wissen, was passiert ist, das ist mein Recht. Meine Mitglieder fragen mich, was da los ist“, sagte Sönmez am Dienstag im Gespräch mit der Redaktion. Bei der Feier habe es sich nicht um eine Feier des TSC, sondern um eine private Geburtstagsfeier gehandelt. Mitglieder dürften in dem Vereinsheim feiern.

Nach Schüssen am Sportlerheim: Club-Vorsitzender will bei Aufklärung helfen

TSC-Vorsitzender Oktay Sönmez (hier im Gespräch mit der damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Ina Scharrenbach) bei der Eröffnungsfeier für das Sportlerheim im Jahr 2016. © Borys Sarad

Schüsse nach Feier gefallen

Das Gespräch mit den Organisatoren der Party gibt Sönmez so wieder: Die Schüsse seien nach der Geburtstagsfeier gefallen, und auch nicht direkt am Vereinsheim, sondern außen im Bereich eines Tors. Ungebetene Besucher sollen laut Zeugenaussagen mehrere Schüsse abgefeuert haben.

Der TSC-Vorsitzende will erst durch eine Presseanfrage zu Wochenbeginn von dem Vorfall erfahren haben, der sich bereits am 30. Juni ereignete. Sönmez hätte sich gewünscht, dass die Organisatoren der Feier ihn unmittelbar informiert hätten, sagte er. Das habe man aber offenbar nicht für nötig erachtet. „Die Polizei weiß Bescheid“, sei ihm versichert worden. Sönmez zeigte sich bereit, zur Aufklärung des Vorfalls beizutragen und sich dazu mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Stadt hat nichts gegen Mannschaftsfeiern

Die Tatsache, dass in dem Sportlerheim eine private Feier stattfand, könnte noch ein Nachspiel für den TSC haben – und indirekt auch für den Kamener Sportclub (KSC), der sich das städtische Gebäude mit dem TSC teilt. Denn die Stadt Kamen hat den Vereinen das Gebäude lediglich zur Nutzung für Vereinszwecke überlassen, eine Vermietung und Verpachtung an Dritte ausgeschlossen. Jede andere Nutzung bedarf der schriftlichen Zustimmung durch die Stadt. Der Vorfall wirft die Frage auf, ob die Feier noch von den Nutzungsbedingungen gedeckt war.

Die Nutzungsbedingungen erlauben Feiern im Sinne des Vereinszwecks. Private Feiern von Mitgliedern sind in den Bedingungen nicht explizit ausgeschlossen und finden wohl in einer rechtlichen Grauzone statt. „Die Stadt Kamen hat sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Mannschaft im Vereinsheim die Saisoneröffnung oder den Saisonabschluss feiert“, erklärt Stadtsprecher Peter Büttner.

Was nun genau erlaubt ist und und was nicht, das können Stadt und TSC bald erörtern. „Die Stadt Kamen wird den Vorfall in einem Gespräch mit dem Vorstand des TSC Kamen, zu dem wir in der kommenden Woche bitten, zum Thema machen“, erklärte der Stadtsprecher. „Das Ziel des Gespräches besteht darin, zu gewährleisten, dass das Vereinsheim ausschließlich zur Wahrnehmung der satzungsgemäßen Vereinszwecke genutzt wird.“

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