Nach Schlägerei bei Einschulungsfeier: Polizei stößt auf Mauer des Schweigens

dzFriedrich-Ebert-Schule in Kamen

Die Prügel-Eltern kamen zum pädagogischen Gespräch mit der Schulleitung, und die Polizei stößt bei ihnen auf eine Mauer des Schweigens. Das ist der Stand zwei Monate nach der Schlägerei bei der Einschulungsfeier.

Kamen

, 31.10.2019, 15:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Prügelnde Eltern bei der Einschulungsfeier: Der beispiellose Gewaltausbruch an der Friedrich-Ebert-Schule mit drei Verletzten hat den Schulfrieden offenbar nicht nachhaltig gestört. Zwei Monate nach dem Vorfall in der Turnhalle, als Angehörige zweier zerstrittener Familien unter anderem mit Turnstangen aufeinander losgingen, vermittelt die Grundschule das Bild eines normalen Schulalltags.

Schulleiterin Christina Pusch lässt eine Anfrage zu möglichen Nachwirkungen der Schlägerei kurz beantworten. Demnach hat es Gespräche zwischen der Schulleitung und den Eltern gegeben, die in die Handgreiflichkeiten verwickelt waren. Zum Inhalt verlautet sie nichts, auch nicht, ob sich die Väter und Mütter von zwei Erstklässlern für ihre Verhalten entschuldigt haben. Die Grenzüberschreitung war unter anderem von Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) scharf verurteilt worden. Ein Hausverbot wurde verhängt.

Schulleitung: Keine negativen Reaktionen von Eltern

Der Stellungnahme der Schule ist zu entnehmen, dass es „keine negativen Reaktionen anderer Eltern“ gegeben hat. Damit ist offenbar gemeint, dass die Elternschaft hinter der Schulleitung und dem Kollegium steht – und der souveränen Art, wie sie auf die Ausnahmesituation reagierten. Die Kinder der Prügel-Eltern können nichts dafür, dass ihre Erziehungsberechtigten sich daneben benommen haben. Ein Schulwechsel schied aus pädagogischen Gründen aus.

Polizei stößt auf Mauer des Schweigens

Die Polizei stößt bei ihren Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens. Die Beschuldigten haben Anwälte eingeschaltet, die Akteneinsicht bekommen wollen. Sie machen von ihrem Recht Gebrauch, sich nicht selbst vor einem etwaigen Gerichtsverfahren durch Aussagen zu belasten. Das berichtet Kriminalhauptkommissarin Vera Howanietz. Wann die Akten zur Staatsanwaltschaft gehen, die dann eine Anklageerhebung prüft, ist offen.

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Sieben beschuldigte Kamener

Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen vier Kamenerinnen und vier Kamener im Alter von 29 bis 53 Jahren, darunter sieben türkische und eine deutsche Staatsangehörige. Warum sich die Erwachsenen prügelten, ist nach Angaben von Polizeisprecherin Howanietz immer noch nicht ganz aufgeklärt.

Bekannt ist: Jemand soll ein Foto gemacht haben, was anderen nicht passte. Dazu kommt eine Vorgeschichte. Die Beteiligten wurden „mehrfach im Rahmen andauernder Familien- und Nachbarschaftsprobleme wechselseitig wegen Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen polizeilich erfasst“, wie es bereits kurz nach der Schlägerei hieß.

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