Nach den Feldbränden: Jetzt spricht der mutmaßliche Täter

dzFeldbrände: Umfangreiche Aussage

Mindestens für fünf Brandstiftungen soll der verhaftete Dortmunder verantwortlich sein, vielleicht auch für eine Tat in Werl. Die Feuerwehr rekonstruiert derweil den komplizierten Einsatz.

Kamen

, 14.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach den Feldbränden der vergangenen Woche sitzt der mutmaßliche Täter weiter in Untersuchungshaft. Nach der Verhaftung am vergangenen Donnerstag habe der 21-jährige Dortmunder umfangreich ausgesagt, wie die für Brandstiftungen zuständige Staatsanwältin Sandra Lücke in Dortmund auf Anfrage der Redaktion berichtet. Der junge Mann zeigte sich kooperativ: Demnach räumte er fünf Taten in Kamen, Unna, Soest und Erwitte ein, bei denen er Felder oder Strohballen angezündet hat - zudem wird zurzeit untersucht, ob er auch ein Feld in Werl angezündet hat. Weil die Lage zurzeit noch schwierig zu überschauen ist, dauern die Ermittlungen weiter an. Die bisherigen Aussagen des Dortmunders sind auch in den Haftbefehl aufgenommen worden.

Nach den Feldbränden: Jetzt spricht der mutmaßliche Täter

300 Strohballen in drei Reihen brannten in Afferde. Der mutmaßliche Täter wurde in Dortmund verhaftet. © Neumann

Mühsame Ermittlungsarbeit an Tatorten ohne Adresse

Der mutmaßliche Täter spricht zwar. Aber ob er für diese und weitere Taten verantwortlich ist, das ist jetzt Bestandteil mühsamer Ermittlungsarbeit. „Der Mann hat zwar gestanden, dass er hier und dort war - aber wir müssen jetzt erst einmal klären, welches Feld im Einzelnen gemeint ist und welche weiteren Brände noch infrage kommen. Die Flächen haben ja nicht genaue Adressen wie Wohnhäuser“, berichtet Lücke über die Nachforschungen, mit denen die Taten rekonstruiert werden sollen. Festgelegt werde dabei auch der Radius, in dem der mutmaßliche Täter agiert hat. „Der ist dann auch irgendwo zu Ende.“ In Betracht gezogen werden müsse zudem, dass einige Feldbrände auch infolge der großen Trockenheit und nicht vorsätzlich entstanden seien.

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Feldbrand Derner Straße

Brandstiftung: Strafmaß zwischen einem Jahr und zehn Jahren

Der 21-Jährige ist am vorigen Donnerstag in seiner Wohnung in Dortmund festgenommen worden. Bei der Vernehmung räumte er zwei Taten in Unna und jeweils eine in Kamen, Erwitte und Soest ein. Ein Motiv nannte er bisher nicht. Aufgefallen war er Passanten, die seine Fahrzeuge, ein Auto und ein Mofa, an den verschiedenen Tatorten bemerkt hatten. Schließlich konnten Kennzeichen und Halter ermittelt werden. Eine Spur, die in die benachbarte Großstadt führte. Falls der junge Mann verurteilt wird, droht ihm eine Strafe wegen Brandstiftung - das Strafmaß liegt zwischen einem Jahr bis zehn Jahren. Das Amtsgericht Unna hatte am Freitag den Haftbefehl erlassen. Die aufwendigen Ermittlungen, so Lücke, würden mindestens in den nächsten zwei Wochen andauern.

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Feuerwehr veröffentlicht weitere Ensatzdetails

Nach dem Brand am Donnerstag hat die Feuerwehr Kamen jetzt weitere Details zu dem schwierigen Einsatz an der Derner Straße auf ihrer Website veröffentlicht. Die Feuerwehr hatte an dem Nachmittag, 15.30 Uhr, umgehend mehrere Strahlrohre aktiviert und konnte durch eine sogenannte Riegelstellung die Ausbreitung des Brandes verhindern. Problematisch habe sich die Löschwasserversorgung gestaltet, wie Feuerwehrsprecher Volker Rost berichtet. In dem sehr ländlichen Bereich habe es keine Hydranten in der Nähe der Brandstelle gegeben. Daher wurde der Löschzug 1 der Feuerwehr Bönen mit wasserführenden Fahrzeugen alarmiert, um im Pendelverkehr Löschwasser zur Einsatzstelle zu transportieren.

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Mit Frontlader Strohballen auseinander gezogen

Über mehrere hundert Meter wurden durch weitere Einsatzkräfte Schlauchleitungen von Hydranten verlegt. Nachdem die Löschwasserversorgung gesichert war, wurden die brennenden Strohballen mit Hilfe eines Frontladers des Landwirts auseinandergefahren und dann durch mehrere Trupps gezielt abgelöscht. Diese Arbeiten sowie die umfangreichen Aufräumarbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin. Der Einsatz war somit erst nach ca. vier Stunden beendet. Für Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ist die Arbeit noch lange nicht beendet. Sie fängt erst richtig an.

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