Nach dem Run auf die Theater-Tickets: „Wir haben uns alle um den Verstand gearbeitet!“

dzNachjustiert beim Ticketing

Eine Woche lang hat das Kulturamt die Kartenwünsche für die neue Theatersaison abgearbeitet. Nach dem Aussetzer der neuen Online-Plattform soll nun nachjustiert werden. Leser üben Kritik.

Kamen

, 06.09.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weit über 3000 Eintrittskarten sind in der ersten Woche des Vorverkaufs für die neue Theatersaison in der Konzertaula Kamen abgesetzt worden. Nach einigen Aussetzern der Online-Plattform zum Verkaufsstart am Montag lief das Ticketing reibungslos. Ab Dienstag sind noch einmal 350 Karten online gebucht worden. „Wir haben die Online-Plattform zum ersten Mal zum Verkaufsstart geöffnet“, sagt Jörg Höning vom Kulturamt und bittet um Verständnis für die Anlaufschwierigkeiten. „Wir haben zwar mit einer großen Nachfrage gerechnet, aber dass sie so groß werden würde, nicht.“ Es sei zuvor schwierig einzuschätzen gewesen, wie man sich technisch für den ersten Ansturm wappnen musste. Jetzt geht es in die Manöverkritik mit der Firma, die den Service für die Stadt Kamen anbietet. „Wir werden dafür sorgen, dass wir beim nächsten Mal größere Kapazitäten zur Verfügung haben.“

Sitztest in der Konzertaula für weitere Plätze

Jetzt sitzt Höning wieder auf einem der 800 Konzertaula-Plätze als einziger Gast. Grund: Er möchte für einige Veranstaltungen noch Plätze frei geben. Wegen der unterschiedlichen Bühnenbilder können in der Regel nur 600 bis 650 Plätze genutzt werden. „Ich prüfe nun, ob es bei einigen Plätzen doch noch geht“, sagt er und rückt von Sitz zu Sitz. Dafür hat er sich den Saalplan mitgenommen und den Aufbauplan für das jeweilige Stück. Vor allem die „12 Tenors“, „Passagier 23“ und „Ein Mann mit Charakter“ vom Ohnsorg-Theater sind nachgefragt. Für jede Veranstaltung sind schon über 400 Karten vergeben. Höning möchte niemandem zumuten, auf einem Platz zu sitzen, auf dem man die Stücke nicht gut erleben kann.

Nach dem Run auf die Theater-Tickets: „Wir haben uns alle um den Verstand gearbeitet!“

Jörg Höning in der Konzertaula. © Stefan Milk

Leser melden sich kritisch und geben auch Tipps

Unterdes haben sich Leser, die am Montag Tickets erwerben wollten, kritisch gemeldet. Wie Rainer Ashoff. Er berichtet davon, dass er vergeblich versucht habe, Karten für zwei Veranstaltungen zu kaufen. „Leider hat das nicht funktioniert, weil ich weder die Zeit noch Muße habe, stundenlang darauf zu warten, ca. zwei bis drei Meter voranzukommen. Das Internet hatte bereits morgens um 8 Uhr seinen Geist aufgegeben.“ Seine Ratschläge: Zusätzliche technische Kapazitäten im EDV-Bereich rechtzeitig bereitstellen, um Spitzenbelastungen aufzufangen. Und „genügend Personal, gegebenenfalls im Bürgerbüro“ einzusetzen. „Wartezeiten von mehr als zwei Stunden sind, da es überwiegend ältere Besucher waren, definitiv nicht zumutbar“. Zudem würde es als Service der Stadt gut zu Gesicht stehen, wenn Erfrischungsgetränke angeboten würden. „Es war zwar nicht heiß, aber das gehört meines Erachtens dazu.“

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Dem Ärger und der Verstimmung nicht gerecht geworden

Auch Ute Schwenn berichtet in einem Schreiben an unsere Redaktion über ihre Erfahrungen. „Beachtenswert finde ich, dass ich und meine Kollegen jederzeit auf die Seiten der Stadt Kamen zugreifen konnten und wir auch bis zu den Veranstaltungsbeschreibungen gekommen sind. Nur die Umschaltung zu den Tickets hat nicht funktioniert.“ Auch am frühen Nachmittag habe sie keinen Erfolg gehabt und das auch Fachbereichsleiterin Katrin Jubitz mitgeteilt, ohne eine befriedigende Antwort, so Schwenn, erhalten zu haben. Mit den Zeilen unserer Zeitung, die unter dem Titel „Über zwei Stunden Wartezeit und die Online-Plattform streikt: Ansturm auf Theater-Tickets“ berichtet hatte, war sie nicht zufrieden. „Ich muss sagen, dass Ihre Zeilen dem Ärger, dem Groll und der Verstimmung der Bewohner der Stadt Kamen, die vor Ort warteten, nicht gerecht werden.“

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