Nach aufgelöster Trauerfeier: Ein würdevoller Abschied ist auch in Corona-Zeiten möglich

dzKatholische Gemeinde Methler

Nach der aufgelösten Trauerfeier in Methler gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen über die Personenzahl. Unabhängig davon ist ein würdevoller Abschied auch in Zeiten von Corona möglich.

Kamen

, 27.05.2020, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trauern in Corona-Zeiten ist eine Gratwanderung, wenn die Bedürfnisse der Trauergemeinschaft und Corona-Abstandsregeln unter einen Hut gebracht werden müssen, wie der jüngste Vorfall am Katholischen Friedhof in Methler zeigte, wo eine Veranstaltung von den Behörden aufgelöst wurde.

Trauern in Corona-Zeiten, das ist, so Pfarrer Bernhard Nake, auch in Zeiten von Corona würdevoll möglich, wenngleich die äußeren Umstände etwas komplizierter sind. „Ja, es ist ungewohnt. Aber ganz schlecht ist es auch nicht. Auch die Bestattungsinstitute sorgen dafür, dass ein würdevoller Abschied möglich ist.“

Angaben über Größenordnung gehen auseinander

Derweil gehen die Angaben über die aufgelöste Veranstaltung am frühen Montagabend auseinander. Die Trauerfeier, die nicht von der örtlichen Katholischen Gemeinde organisiert wurde, sondern von einer katholischen Gruppe aus Dortmund, habe nicht 150 Teilnehmer gehabt, sondern 60 bis 70, wie der Organisator dem Pfarrer im Gespräch berichtet hatte.

Darunter seinen viele Großfamilien gewesen, in deren Kreise die Abstandsregeln nicht anwendbar seien. Die Polizei, so habe er aus dem Gespräch vernommen, habe sich bei dem Einsatz sachlich und angemessen verhalten. Als der Eingriff erfolgte, sei die Veranstaltung schon fast beendet gewesen.

46 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Hygieneverordnung

Die Stadt Kamen, so informierte Stadtsprecher Peter Büttner, habe allein 46 Namen aufgenommen. Die Personen erwartet jetzt eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Hygieneverordnung. Die gemeldete Personenzahl von 150 sei nicht in Zweifel zu ziehen. Sie sei auch von der Polizei bestätigt worden.

Auch bei Trauerfeiern gelten klare Regeln

Ungeachtet dessen geht der Pastoralverbund Kamen-Kaiserau bei aktuellen Trauerfeiern nach klarem Regelwerk vor. In der Trauerhalle Methler, die 100 Quadratmeter groß ist, finden nach derzeitigen Vorschriften lediglich zehn Trauernde Platz. „Obwohl sonst 50 bis 60 Menschen dort trauern können“, erläutert der Pfarrer.

Es stelle sich die Frage, ob es Sinn mache, dann noch die Trauerhalle zu nutzen, oder ob es nicht besser sei, die Trauerfeier gleich unter freiem Himmel zu veranstalten, falls das Wetter es zulasse.

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So sei man zuletzt auch der Empfehlung aus dem Bistum gefolgt, die Trauerfeiern direkt am Grab zu veranstalten. Unter Wahrung der Abstandsregelungen sei das jetzt auch im größeren Familienkreise zulässig.

Allerdings nicht gleich für 150 Personen; denn dann benötigte man im äußersten Falle 1500 Quadratmeter, um alle Trauergäste mit Abstand zu stellen.

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