Mutmaßlicher Brandstifter steht ab Januar vor Gericht

dzProzess am Landgericht

Im Sommer 2019 brannten in Kamen, Unna, Holzwickede und Umgebung mehrere Felder sowie Strohballen nach Brandstiftung. Ein Tatverdächtiger wurde gefasst. Im Januar ist Prozessbeginn.

Kamen, Holzwickede, Unna

, 18.12.2019, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen der Brandstiftung angeklagt ist ein 21-jähriger Mann, der zuletzt in Dortmund wohnte. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, zwischen dem 2. Juli und 8. August 2019 in Holzwickede, Kamen, Unna, Iserlohn, Dortmund, Werl, Essen, Erwitte, Anröchte, Soest und Dortmund Felder und Strohballen angezündet zu haben. Elf Taten werden ihm dabei zur Last gelegt.

Gefasst worden war der Angeklagte nach seiner letzten Tat an der Derner Straße in Kamen, denn mehrfach waren dasselbe Auto oder dasselbe Mofa an den Tatorten gesichtet worden. Letztlich waren die Kennzeichen bekannt, die dann zum Halter und dem mutmaßlichen Täter führten.

Mutmaßlicher Brandstifter steht ab Januar vor Gericht

Brennende Felder: Kein seltenes Bild im Hitze-Sommer 2019. Doch in elf Fällen soll ein Brandstifter aus Dortmund die Flammen verursacht haben. © Michael Neumann

Prozessbeginn vor dem Landgericht Dortmund

Schon bei seiner Verhaftung zeigte sich der Täter kooperativ und gestand fünf Taten, wie die Staatsanwaltschaft im Sommer mitgeteilt hatte. Jeweils eine in Kamen, Soest und Erwitte, zwei in Unna. Die Staatsanwaltschaft legt ihm nun aber elf Brände zur Last. Inwieweit der Angeklagte auch hier geständig ist, wird der Prozess vor dem Landgericht Dortmund zeigen, der am 14. Januar beginnt und zu dem viele Zeugen geladen wurden.

Feldbrand am Oelpfad in Holzwickede

Zu den Bränden, deren Verursachung dem Mann vorgeworfen werden, gehören das Feuer auf einem abgeernteten Feld am Oelpfad in Holzwickede, aber auch der Brand des erntereifen Weizenfeldes am 23. Juli an der Dortmunder Straße in Unna, der der Buderus-Siedlung gefährlich nahe kam.

Nur zwei Tage später soll wegen ihm ein weiteres, fünf Hektar großes Feld mit Winterweizen in Flammen aufgegangen sein. Dieses Feuer am Lenninghauser Weg in Iserlohn griff auch auf ein angrenzendes Naturschutzgebiet über.

Mutmaßlicher Brandstifter steht ab Januar vor Gericht

Der Feldbrand am Oelpfad in Holzwickede. © Marcel Drawe

Strohballen eines Kamener Landwirts

Auf dem Buckenfeld in Werl brannten dann 800 Strohballen. An der Derner Straße in Kamen gingen zwar nur 40 Ballen in Flammen auf, doch dieser Brand am 8. August hielt die Feuerwehren aus Kamen und Bönen über Stunden in Atem. Doch es war auch der letzte, der dem Angeklagten vorgeworfen wird. Denn danach wurde er gefasst.

Wohnzimmer und Zelt in Flammen

Doch nicht nur in der freien Natur soll der Mann gezündet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm weiter vor, in Essen das Wohnzimmer eines leerstehenden Hauses angesteckt zu haben und in Erwitte ein Zelt.

Psychische Störung kommt laut Staatsanwaltschaft in Betracht

Im Prozess, der am 14. Januar vor dem Landgericht Dortmund beginnt, muss sich nun zeigen, ob dem Angeklagten alle elf Tatvorwürfe nachgewiesen werden können. Juristisch betrachtet ist er zwar nur „wegen einfacher Brandstiftung“ angeklagt, erklärt eine Sprecherin des Gerichts. Doch das mögliche Strafmaß liegt dennoch bei einer Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren.

Mutmaßlicher Brandstifter steht ab Januar vor Gericht

An der Feldstraße in Kamen halfen Landwirte der Feuerwehr bei den Löscharbeiten, indem sie Schneisen in das Feld pflügten, um dem Feuer den Weg abzuschneiden. © Stefan Milk

Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft könnte jedoch eine psychische Störung vorliegen, die den 21-Jährigen zum Pyromanen werden ließ. Ob die tatsächlich vorliegt, wird der Prozess zeigen. Dann könnte auch eine verminderte Schuldfähigkeit vorhanden sein, so dass es im Ermessen der verhandelnden Kammer am Landgericht liegt, das Strafmaß zu mildern. Doch auch dann bliebe es bei einer Haftstrafe, herabgesetzt werden könnte allenfalls deren Zeitspanne. Die Haftzeit würde dann in einem Bereich zwischen mindestens drei Monaten und maximal siebenhalb Jahren liegen.

Zu welchem Schluss die Kammer jedoch tatsächlich hinsichtlich Schuld und Schuldfähigkeit kommen wird, muss der Prozess zeigen.

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