Musikalischer Ausflug nach Schottland bietet kontrastreichen Auftakt in neue Spielsaison

dzWestfälisches Sinfonie Orchester in Kamen

Prasselnder Applaus für den Auftakt der neuen Konzertsaison. Generalmusikdirektor Rasmus Baumann und seine Musiker hatten sich für den ersten Auftritt etwas Besonderes ausgedacht: Schottland.

von Rainer Ehmanns

Kamen

, 26.09.2019, 14:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Urlaub im schottischen Hochland oder auf den Orkney-Inseln wissen Insider zu schätzen. Sie lieben die raue Kargheit der Landschaft, den dramatischen Himmel und die Gastfreundschaft der Bewohner, nicht zuletzt den Single Malt. Schottische Tänze und Volkslieder prägen sich dem Hörenden ein, die Klänge des Dudelsacks sind Ausdruck nationaler Identität. Diese Assoziationen in „typisch schottische“ Musik zu übersetzen, bringen nur Könner fertig.

Zum Beispiel Peter Maxwell Davies, der „An Orkney Wedding with Sunrise“ für Orchester und Dudelsack so plastisch ablaufen lässt, dass man glaubt, dabei zu sein. Die einzelnen Phasen beginnen bei der fröhlichen Versammlung der Gäste, gehen über tanzende Holzbläser über Bordunquinten der Streicher zur ernsten Zeremonie in der Kirche und weiter zu ausgelassenen Tänzen, bei denen der Whisky in Strömen fließt – und der den Musikern offensichtlich nicht gut bekommt. Die qualvoll dissonante Nacht lässt Spuk- und Sagengestalten erscheinen, bis schließlich der Dudelsack, gespielt vom imposanten Björn Frauendienst in schottischer Tracht, die aufgehende Sonne begrüßt.

Hingebungsvolles Spiel von Mirijam Contzen

Max Bruchs viersätzige „Schottische Fantasie“ für Violine und Orchester op. 46 schöpft ihre Klangschönheit ebenfalls aus den Melodien der schottischen Volksmusik und ergänzt sie mit eindringlicher Virtuosität der Violine. Mirijam Contzen verzaubert in der Konzertaula mit ihrem empathischen Spiel, lässt die wunderschönen Melodien aufblühen. Ihre rasanten Läufe im Finale über dem markanten Orchester sind ein souveräner Dialog mit Herz. Die Zugabe, ein langsamer Satz aus einem Violinkonzert vom „englischen Mozart“ Thomas Linley jr., spielt sie, begleitet von acht Streichern, hingebungsvoll.

Der Zuhörer glaubt sich in die schottische Landschaft versetzt

Malcolm Arnolds „Schottische Tänze“ op. 59 sind zwar keine echten Melodien aus den Highlands, aber dafür umso „typischer“ im Klang. Ob „Strathspey“, „Reel“, ein „Sommertag in den Hebriden“ oder wirbelnder „Highland Fling“ – hier fühlt sich der Zuhörer sofort in eine Landschaft hineinversetzt, der man alles andere als nur raue Kargheit zuordnet.

Musikalischer Ausflug nach Schottland bietet kontrastreichen Auftakt in neue Spielsaison

Die Neue Philharmonie Westfalen holte mehr als nur einen Hauch Schottlands ins Revier. © Stefan Milk

Krönender Abschluss ist Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 3 a-moll op 56. Dramatische Dichte, dynamische Kontraste, originelle Klangfarben, so leichtfüßig wie herzerwärmend und souverän. Die spannende Zusammenstellung von Zeitgenossen und Romantikern belegt den überaus gelungenen kontrastreichen Auftakt der neuen Saison.

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