Überraschender Wechsel beim Minigolf am Postpark: Musical-Macher übernimmt Traditions-Anlage

dzMinigolfplatz in Kamen

Der Minigolfplatz am Postpark ist in neuer Hand: Musical-Macher Bernd Böhne übernimmt die Anlage und baut sie zur Kulturstätte aus. Künftig sollen dort auch Comedy und Konzerte stattfinden.

Kamen

, 31.07.2020, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pächterwechsel auf Kamens traditionsreicher Minigolfanlage am Postpark. Wenn zum Sonntag, 16. August, der Veranstaltungsprofi Bernd Böhne den Platz am Postpark übernimmt, soll auch ein neues Konzept an den Start gehen. Mit Comedy, Kleinkunst, Kabarett, Konzert und Chorgesang auf der Freiluft-Anlage: Pralle Kultur auf Bahn 7. Auf der Bahn im hinteren Bereich, wo sonst die Bälle auch mal mit einem Hole-In-One eingelocht werden, öffnet bald eine außergewöhnliche Freiluftbühne. Ein Ort mit Tradition, neu entdeckt.

Pflegedienstanbieter Born beendet spannenden Exkurs

Bernd Böhne ist Kabarettist, Sänger, bekannt als Hausmeister Machulke und auch als Radio-Ruhrpott-Macher, dem neuen hochgelobten Musical im Theater-Forum Castrop-Rauxel. Doch Corona-Zeiten haben auch ihn und seine Veranstaltungsagentur „B&B“ hart getroffen. Allein 120 Absagen in diesem Jahr. „Eine heftige Zeit. Da fing bei mir im Kopf einiges an zu rattern“, sagt Böhne.

Als er jetzt in der Virus-Krise eine Freiluft-Aktion auf dem Minigolfplatz plante und dazu Kontakt zu dem jetzigen Pächter, Simon Born, suchte, das überraschende Ergebnis: Böhne übernimmt gleich den ganzen Platz.

Born hatte die nah am Sesekeweg gelegene 18-Loch-Anlage erst vor etwas über zwei Jahren von Jürgen und Brigitte Klinge übernommen, die die Anlage jahrzehntelang betrieben hatten. Der 44-jährige Kamener, der Geschäftsführer des Born-Gesundheitsnetzwerkes ist, hat bereits als Kind auf der Anlage gespielt und wollte den Fortbestand der Anlage sichern. „Es war ein spannender Exkurs und es hat Spaß gemacht.“ Künftig will er sich wieder ganz auf seine Pflegedienste in Dortmund, Kamen und Bergkamen konzentrieren.

Eine Luftaufnahme zeigt den Minigolfplatz, wie er in den 1960er-Jahren ausgesehen hat. Entlang der Straße gab es noch keine Wohnhäuser.

Eine Luftaufnahme zeigt den Minigolfplatz, wie er in den 1960er-Jahren ausgesehen hat. Entlang der Straße gab es noch keine Wohnhäuser. © Archiv


Im Jahr 1963 von Ludwig Kuhlmann gegründet

Der Minigolfplatz am Postpark wurde im Jahr 1963 von Ludwig Kuhlmann gegründet. Damals war auf dem Minigolfplatz noch zusätzlich ein Kleintierzoo als Besucherattraktion zu finden. Nach dem Tod Kuhlmanns übernahmen Tochter Brigitte und ihr Ehemann Jürgen Klinge die Anlage, die sie insgesamt drei Jahrzehnte betrieben.

Aus Altersgründen hatte sich das Ehepaar im Mai 2018 schließlich entschlossen, einen neuen Betreiber für die Anlage zu suchen. Für Born bleibt Minigolf weiter ein attraktiver Freizeitsport: „Gerade in unserer digitalen Welt hat das noch etwas Ursprüngliches.“ Auf der liebevoll restaurierten Anlage sei die Nachfrage steigend gewesen, bis die Corona-Pandemie einsetzte. „Danach war es sehr holprig.“

Brigitte Klinge, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2014, hat den Minigolfplatz über Jahrzehnte mit ihrem Ehemann Jürgen geführt. Auch heute noch besucht sie die Anlage regelmäßig.

Brigitte Klinge, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2014, hat den Minigolfplatz über Jahrzehnte mit ihrem Ehemann Jürgen geführt. Auch heute noch besucht sie die Anlage regelmäßig. © Archiv

Bruno Knust und Kai Magnus Sting

Nicht holprig, sondern glatt über die Bühne gehen soll der Wechsel auf ein neues Konzept. Der Minigolfplatz als neue Kulturstätte, Spielort und Stadtteil-Treff. „Wir werden aber sehr darauf bedacht sein, dass wir keine Anwohner stören“, beugt Böhne möglichen Sorgen vor. „Wir verzichten bei Konzerten auf Schlagzeug, Veranstaltungen sind bis 21 Uhr beendet“, sagt er.

Mögliche Kandidaten für Kulturabende sind Bruno Knust aus dem Theater Olpketal (Günna) und der Kabarettist Kai Magnus Sting, dazu Reinhard Fehling mit seinem Chor „Die letzten Heuler“.

Zurzeit befinde man sich in Verhandlungen, so Böhne. Auch andere Chöre, so sagt er, hätten die Möglichkeit, auf dem Platz zu singen und auch zu proben. Lichterfest und Nachbarschaftsfest seien geplant.

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Gastronomische Angebote im Biergarten

Für Böhne ist der Platz am Postpark auch Kamens grünster Biergarten, in dem nicht nur Getränke serviert werden, sondern auch kleine Speisen. „Wir sind zwar kein Speiselokal, werden aber donnerstags den Grill anschmeißen.“ Dann soll es Burger für Bürger geben. Treffsicher gegart wie ein Hole-In-One.

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