Modehaus am Kamener Marktplatz ist überraschend wieder geöffnet

dzComeback für Kämpgen

Das Modehaus Kämpgen in Kamen hatte mit seiner Schließung eine Riesenlücke in eine Toplage der Innenstadt gerissen. Inzwischen ist das Geschäft überraschend wieder geöffnet. Diese Gründe nennt der Inhaber.

Kamen

, 08.11.2019, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das erste Modekaufhaus am Kamener Marktplatz verkündete vor einem Jahr seine Schließung. Der Rückzug von Mode Kämpgen folgte im Frühjahr 2019 nach einem Räumungsverkauf und war ein weiterer Schock für den Innenstadthandel – nachdem sich zuvor schon mit Edeka Nüsken, Möbel Möcking und dem Schuhhaus Wolter weitere Größen verabschiedet hatten.

Auf den Schock ist inzwischen eine Überraschung gefolgt: Ulrich Kämpgen (72) ist wieder da. An der alten Adresse am Marktplatz stehen wieder volle Kleiderständer im Laden, und die Schaufenster sind nicht mehr leer, wenn man von der oberen Etage des zweigeschossigen Geschäfts absieht. Der einzige Unterschied: „Sonderverkauf“ klebt auf den Scheiben, das Sortiment ist beschränkt und die Ladentüren öffnen sich nur noch montags bis freitags morgens.

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Die Erklärung für das Comeback lautet so: „Bevor der Laden leer steht, machen wir morgens einen Sonderverkauf“, erklärt Ulrich Kämpgen. Der Hausbesitzer habe das Ladenlokal bislang nicht anderweitig vermieten können, und auf diese Weise könne noch ein „kleiner Deckungsbeitrag“ erzielt werden.

Kämpgen kommt zugute, dass er nach der Schließung am Marktplatz noch nicht ganz aus der Welt war. Denn sein Stammhaus an der Robert-Koch-Straße in Methler blieb trotz Schließungsankündigung weiterhin geöffnet. Es wird aber an beiden Standorten nicht nur der Bestand verkauft, sondern auch neue Ware, wie der Inhaber erläutert. Der eine oder andere Laufkunde kann sich also noch mit Mützen oder Schals eindecken, wo er eigentlich einen Leerstand vermutet hat.

Modehaus am Kamener Marktplatz ist überraschend wieder geöffnet

Ulrich Kämpgen (72): „Das ist eine Win-Win-Situation.“ © Stefan Milk/Archiv

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Ein Abgang auf Raten – so lässt sich Kämpgens Rückzug beschreiben. Die Schließung des Traditionsgeschäfts nach über 70 Jahren ist nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Längst Geschichte sind frühere Filialen in Bergkamen-Oberaden, Castrop-Rauxel, Unna-Massen und Unna-Mitte.

Wann der Tag X für die letzten beiden Standorte kommt, dass weiß nur Unruheständler Kämpgen selbst. Der 72-Jährige will „auf Zuruf“ weitermachen und plant „von Monat zu Monat“ neu. Auf diese Weise wirke das Ladenlokal nicht tot und es gebe eine „Win-Win-Situation“ für alle. Darüber können sich auch die fünf Mitarbeiterinnen freuen.

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