Mitarbeiter rückten nachts aus: Pegel der Seseke signalisierte Hochwasser

dzHochwasserschutz

Offiziell als Hochwasser gilt im Fall der Seseke in Kamen ein Wasserstand über 2,30 Meter. Sonntagnacht wurde dieser Wert überschritten. Mitarbeiter des Lippeverbandes rückten sofort aus.

Kamen

, 24.02.2020, 16:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wasserstand der Seseke lag Sonntagnacht gegen 2 Uhr bei fast 2,40 Metern – und das bedeutet offiziell Hochwasser. Wenn die Messstation an der Maibrücke einen Wasserstand von über 2,30 Meter misst, dann wird der Lippeverband hellhörig. Denn alles über diesem Wert wird als Hochwasser eingeschätzt, wie die Pressesprecherin des Lippeverbandes, Anne-Kathrin Lappe, erklärt.

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Ihre Kollegen seien deshalb noch in der Nacht rausgefahren. Sie haben relevante Stellen kontrolliert, den Sesekeradweg haben sie sicherheitshalber abgesperrt.

Unruhig wurden die Mitarbeiter aber nicht. Und niemand füllte panisch Sandsäcke. Denn zunächst einmal verschafft sich der Lippeverband ein Bild von der Situation. „Für sie ist das Routine“, sagt Lappe.

Dass ihre Kollegen ruhig geblieben sind, war offenbar die richtige Entscheidung: Schon am Montagmittag lag der Wert wieder deutlich unter 2,30 Meter – aber immer noch über 2 Meter. Und das ist immer noch viel: Der Durchschnittswert der Seseke liegt bei 68 cm.

Die Wasserstandsanzeige, die der Lippeverband im Internet zur Verfügung stellt, zeigt deutlich, dass die Seseke in Kamen am Sonntag einen Höhepunkt erreicht hat.

Die Wasserstandsanzeige, die der Lippeverband im Internet zur Verfügung stellt, zeigt deutlich, dass die Seseke am Sonntag einen Höhepunkt erreicht hat. Laut Lippeverband lag der Wert in der Nacht bei fast 2,40 Meter. Die gelbe Linie, die mittleres Hochwasser anzeigt, wurde deutlich überschritten. © Claudia Pott

Und so verwundert es nicht, dass die Kamener den Wasserstand ganz genau im Auge behalten. Dank des Pegelhäuschens und der Anzeige im Internet lässt sich die Entwicklung mittlerweile leicht verfolgen. Und auch in den Sozialen Medien kommt man um aktuelle Wasserstandsmeldungen derzeit nicht herum. Etwa bei Facebook tauchen zahlreiche Fotos der gut gefüllten Seseke auf. Ein Nutzer hat sogar kleine „Niagarafälle“ am Durchgang Klöcknerbahntrasse zum Galgenberg entdeckt.

Im Extremfall kommen Sandsäcke zum Einsatz

Doch nicht nur der Lippeverband und die Bürger beobachten das Gewässer. Auch die Stadt hält den Fluss genau im Blick. Sie hat den Sesekepark längst vorsorglich abgesperrt, weil die unteren Treppenstufen überflutet sind. Auf den schlammigen Stufen kann man leicht ausrutschen.

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Doch das ist glücklicherweise schon alles. Zwar wurde der Sesekeradweg vorsorglich abgesperrt, aber von Problemen wie überschwemmten Straßen oder vollgelaufenen Keller ist die Sesekestadt noch weit entfernt. Und für den Extremfall ist man sicherheitshalber gut gewappnet.

Der Lippeverband müsse bei heftigen Wetterereignissen weitere Behörden informieren, erklärt Lappe. Auch Landwirte, denen der Verband Flächen verpachtet hat, würden informiert, damit sie ihre Tiere von der Weide holen. Es gibt offensichtlich vieles zu beachten – im Ernstfall.

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