Mit Säge und Astschere verstümmelt: Baumfrevel in der Gartenstadt und am Galgenberg

dzMehrere Bäume beschädigt

In Zeiten des Klimawandels, wo Bäume wichtig sind, ist der Ärger groß, wenn sie absichtlich beschädigt werden. Die Stadt bringt jetzt zwei Fälle zur Anzeige: Am Galgenberg und an der Gertrud-Bäumer-Straße.

Kamen

, 27.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur der Klimawandel kostet manchem Baum das Leben. Sondern auch immer wieder Baumfrevel, bei dem Rinden abgeschält oder Stämme geknickt werden. Diesmal sind mehrere Bäume in der Gartenstadt Sesekeaue und am Galgenberg vorsätzlich beschädigt worden. Die Stadtverwaltung bereitet in beiden Fällen einen Strafantrag gegen Unbekannt vor.

Attacken lösen „Ärger und Unverständnis“ aus

Mit sogenannten Zukunftsbäumen versucht die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren, Kamens Baumbestand zukunftssicher zu machen und auf Klimaveränderungen zu reagieren. „Ärger und Unverständnis“, so Stadtsprecher Peter Büttner, haben deswegen zwei Attacken auf noch junge Bäume ausgelöst. So seien zwei Felsenbirnen, die erst vor einem Jahr im städtischen Straßenraum an der Gertrud-Bäumer-Straße gepflanzt wurden, nicht fachgerecht und unerlaubt mit einer Astschere oder Säge bearbeitet worden. Unbekannte Täter, so Büttner weiter, hätten zudem am Galgenberg zwei junge Linden abgebrochen.

Kleinkronige Bäume kurzerhand gestutzt

Weshalb die Baumkronen an der Gertrud-Bäumer-Straße gekappt wurden, ist laut Stadtverwaltung bisher unklar. Eine Mutmaßung ist, dass jemand Sorge gehabt hat, die neuen Bäume könnten zu groß werden. Büttner: „Dabei ist die Felsenbirne nur ein kleinkroniger Baum.“ Den Eingriff in die Krone, so haben die Spezialisten aus dem Fachbereich Umwelt festgestellt, werden die Bäume überleben. Die natürliche Kronengestalt sei jedoch zerstört. „Es ist fraglich, ob diese Attacke – mit viel Aufwand – noch korrigiert werden kann“, so Büttner. Der entstandene Schaden sei nicht unbeträchtlich: Der Pflanzung der beiden Bäume hat an dieser Stelle über 1.000 Euro gekostet.

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Am Galgenberg spielt sich „ein weiteres Trauerspiel“ ab

„Ein weiteres Trauerspiel“, so Stadtsprecher Peter Büttner, habe sich in der Grünanlage Galgenberg ereignet. Dort wurden zwei Linden, die im vergangenen Jahr im Rahmen des „Sozialen Tages“ in Kooperation zwischen der Gesamtschule und der Stadt Kamen gepflanzt wurden, mutwillig abgebrochen. Die Bäume sind nicht mehr zu retten. Der Sachschaden beträgt rund 500 Euro.

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Kopfschütteln bei Mitarbeitern der Stadtverwaltung

Bei der Stadtverwaltung sorgen die Taten für Kopfschütteln. Denn die Bäume „sind es doch, die in der Sommerzeit durch Befeuchtung und Schattenwurf die Temperaturen in den Siedlungsbereichen senken und wie ein Filter mit ihrem Blattwerk die Luft reinigen“, so Büttner. Außerdem böten sie Tieren Lebensraum und wirkten sich positiv auf das Stadtbild aus. Vorsätzliche oder mutwillige Attacken auf einen Baum seien daher auch kein Kavaliersdelikt.

Zeugen der beiden Vorfälle werden gebeten, sich bei der Stadtverwaltung unter Tel. (02307) 148-2970 zu melden.
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