Mit diesen Projekten sahnt Methler beim Bürgerhaushalt ab

dzNeuer Geldtopf

Eine Obstwiese an der Lindenallee, eine Radstation am Bahnhof und Sitzbänke am Lutherplatz: Diese und weitere Vorschläge haben Bürger für die Verwendung des Gelds aus einem Topf für Methler gemacht. Der Clou: ein Fest mit Lasershow.

Kamen, Methler

, 29.01.2020, 20:18 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Wir sind in der letzten Runde“, sagte Elke Kappen (SPD) bei der Eröffnung der vierten und letzten Bürgerversammlung zum sogenannten Bürgerhaushalt. Die bisherigen drei Veranstaltungen in Heeren-Werve, Kamen-Mitte und Südkamen hätten ein „wunderbares Miteinander“ gezeigt. Auch in Methler, so zeigte es sich am Mittwochabend im Bürgerhaus, war das nicht anders.

Aus der Runde der rund 60 Besucher kamen 34 Vorschläge, wie das Geld aus dem sogenannten Bürgerbudget für Methler in diesem Jahr verwendet werden soll. Von insgesamt 45.000 Euro für die gesamte Stadt sind 11.200 Euro für den westlichen Stadtteil vorgesehen. Allerdings sprengten die gesammelten Methleraner Vorschläge das Budget. Da einige Vorschläge nicht aus dem Bürgerhaushalt finanziert werden sollen, sondern die Stadtverwaltung eine Realisierung auf anderem Wege prüfen will, lief die Versammlung auf eine finanzielle Punktlandung hinaus.

34 Methleraner Vorschläge für den Bürgerhaushalt

Den Ortsheimatpflegerin in Methler fehlt Geld für Ausrüstung, zum Beispiel für Vorträge und für den Stand auf dem Weihnachtsmarkt, wie Anja Sklorz schilderte. 235 Euro veranschlagt sie unter anderem für eine Projektionsleinwand, die bei Vorträgen zum Einsatz kommt.

Horst Delkus sprach sich für eine Reaktivierung der Radstation am Bahnhof Methler aus. „Da sucht man eine vernünftige Abstellanlage“, sagte er. Die Kosten könne er nicht kalkulieren. Zudem würde er sich eine Ü50-Disko wünschen. „Es gibt für Ältere wenige Möglichkeiten abzurocken.“ Prompt wurde er zum nächsten Tanzabend im Bodelschwinghhaus eingeladen.

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Den Schul- und Heimatverein Westick mit 160 Mitgliedern plagen Nachwuchssorgen, wie Vorsitzender Franz-Josef Meschede schilderte. Die Vorstandsmitglieder wollen Veranstaltungen wie den Martinsumzug gern weiterführen und würden sich dafür über einen Zuschuss freuen, wie auch über Geld für die Anschaffung eines PC.

Im Bürgerhaus Methler feiert die Arbeiterwohlfahrt hin und wieder Grillfeste. Von einer gemauerten Grillstation würden viele Nutzer der Begegnungsstätte profitieren. Simone Klein von der Awo bezifferte die Kosten auf 400 bis 500 Euro. Klaus Grosse von der TVG-Männerabteilung ergänzte, dass Tische für den Außenbereich sinnvoll wären.

Die Spielregeln des Bürgerbudgets lagen bei der Bürgerversammlung auf den Tischen aus.

Die Spielregeln des Bürgerbudgets lagen bei der Bürgerversammlung auf den Tischen aus. © Marcel Drawe

Der Tennisclub Methler hat vor, Spielmöglichkeiten für Kinder auf seiner Anlage zu erneuern. Rutsche, Spielhaus und Sandkasten kosten ungefähr 800 Euro, wie Remo Büttner vortrug.

Gerhard Heldt sprach die Verkehrssicherheit auf der Einsteinstraße in Höhe der Eichendorffhalle an. Abfallcontainer für Glas und Papier stünden so ungünstig, dass man auf die Straße gehen müsse, um das Papier abzuladen.

Jochen Voigt von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde regte zwei zusätzliche Sitzbänke für ungefähr 500 Euro auf dem Lutherplatz sowie das Anlegen einer Blumenwiese auf der Erweiterungsfläche des Friedhofs für etwa 750 Euro an.

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Wartehäuschen für Bushaltestelle

An der Bushaltestelle am Pastoratsfeld ist Bärbel Filthaut aufgefallen, dass nur auf einer Seite eine überdachte Wartemöglichkeit vorhanden ist. Diese fehlt auf der anderen Seite. „Ist schon geplant“, sagte Bürgermeisterin Kappen. Diesen Punkt nutzte ein Versammlungsteilnehmer, um den Zustand der vorhandenen Bank in der Bushaltestelle zu kritisieren.

Boule ist ein Trendsport, der auch beim TVG Kaiserau betrieben wird. Tosse Büsing stellte Pläne zur Erweiterung der Bouleanlage vor, die mit 3500 Euro beziffert sind.

Das Ehrenmal in Alt-Methler muss gesäubert, Platten erneuert oder befestigt werden. „Wir haben das vor einigen Jahren gemacht, aber der Zahn der Zeit hat daran genagt“, sagte Ernst Freisendorf von der Vereinsgemeinschaft Methler. Kostenpunkt: 3500 Euro. Dazu kommt noch Ersatz für zwei Schilder „1100 Jahre Methler“ für 250 Euro. Auch das Ehrenmal in Wasserkurl ist renovierungsbedürftig, merkte Wilfrid Loos an.

Kinderfeuerwehr vor Gründung

Die Feuerwehr Methler plant, wie auch andere Einheiten, die Einrichtung einer Kinderfeuerwehr. Manfred Eder beantragte eine Förderung von 300 Euro. Zudem regte er Kilometer-Schilder für den Sesekeweg an, was Rettungskräften im Notfall hilft, verunglückte Radler oder Fußgänger aufzufinden.

Dieter Schmidt findet, dass die Bank am Kunstwerk „Bergmannsleben“ an der Einsteinstraße überholt oder ersetzt werden muss. Die Sitzfläche sei in schlechtem Zustand.

Katrin Wilke vom Förderverein des Kindergartens St. Marien berichtete, dass beim Gemeindefest eine Theateraufführung geplant ist. Für das Engagement einer Schauspielerin sind 600 Euro nötig.

Kämmerer Ralf Tost mit Haushaltszahlen: Der Stadtrat entscheidet, ob die Bürgervorschläge umgesetzt werden.

Kämmerer Ralf Tost mit Haushaltszahlen: Der Stadtrat entscheidet, ob die Bürgervorschläge umgesetzt werden. © Marcel Drawe

Silvesterfeier mit Lasershow an der Kirche

Der RV Wanderlust setzte voriges Jahr ein Zeichen, als er das verwaiste Ladenlokal der Bäckerei Heuel in ein Vereinslokal umwandelte. Vorsitzender Manfred Chytralla stellte die Idee für ein Fest zum Jahreswechsel vor – mit einer Lasershow als umweltfreundliche Alternative zum Feuerwerk. Kostenpunkt: 2500 Euro.

Dieter Schröder regte an, eine Obstwiese auf einem städtischen Grundstück im Bereich Westicker Straße/Lindenallee anzupflanzen.

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Mehr Verkehrssicherheit gewünscht

Der Fußweg zwischen Heinrich-Hertz- und Einsteinstraße „ist ein Angstraum“, meint Rolf Krüger, der auch noch zwei Bänke für den Spielplatz an der Einsteinstraße vorschlug.

Susanne Krause bemängelte die Verkehrssicherheit an einer Bushaltestelle an der Lindenallee. Dort fehle Beleuchtung. Am Kreisverkehr Westicker Straße/Am Langen Kamp würden sich Eltern einen Zebrastreifen wünschen. Jürgen Lehmann meint, dass die Beleuchtung am Kottenpfad nicht ausreichend ist.

Mülleimer und Hundekot-Beutelspender fände Gisela Schubert an einem Radweg im Bereich Afferder Weg gut.

Kein Tempo 30 für Germaniastraße

Tempo 30 für mehr Verkehrssicherheit auf der Germaniastraße ist eine altbekannte Forderung, die auch bei der Bürgerversammlung aufkam. Vize-Verwaltungschef Uwe Liedtke sagte: „Der Vorschlag ist gut.“ Jedoch sei Tempo ausgeschlossen, weil die Stadt sonst Fördermittel für den Umbau zurückzahlen müsste.

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