Fahrradbeauftragter Matthias Breuer legt Radwanderkarten neu auf. Es gibt zehn Touren, die auch Nachbarstädte berühren. Neu ist die Route K10, die vom Kulturkreis ausgearbeitet wurde.

Kamen

, 19.10.2018, 14:07 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein wunderschöner Oktober mit viel Sonnenschein und neuen Radwanderkarten für leichte Touren rund um Kamen. Fahrradbeauftragter Matthias Breuer hält die handlichen Radkarten druckfrisch in der Hand. Jeweils elf Karten – zehn Touren und eine Übersichtskarte – sind in einem kleinen Schuber in A5-Format zusammengefasst. Ab Montag gibt die Stadt das Kartenwerk ab – kostenlos. Erhältlich sind sie im Fachbereich Planung, Bauen und Umwelt im Rathaus. Die Auflage hat 1000 Exemplare.

Auf den zehn Karten sind die sogenannten K-Touren fixiert, die es bereits seit 1983 gibt. Das „K“ steht dabei für Kamen. Bis dato waren es neun Touren, jetzt dazugekommen ist die K10, die sogenannte Kamener Kulturroute, die der Kulturkreis Kamen um Klaus Holzer ausgearbeitet hat. Die Tour führt aus der Frühgeschichte über das Mittelalter bis in die Gegenwart. Stationen sind unter anderem die ehemalige germanische Siedlung und die Margaretenkirche.

Breuer wiegt die Radwanderkarten in der Hand, die auf der Rückseite mit vielen Kurzhinweisen versehen sind, die einen QR-Code tragen für weitergehende Informationen und die auf wasserabweisendem Papier gedruckt wurden, damit sie bei Regen nicht aufweichen. Zuletzt gab es eine Auflage im Jahr 1993. Auf einer Karte, auf der alle Touren gemeinsam enthalten waren. Breuer: „Das war sehr unübersichtlich – nun gibt es für jede Tour eine Karte.“

Kostenlose Karten für mehr Fahrspaß auf dem Rad

Ein Schild mit der Kulturroute West des Kulturkreises Kamen gibt es am Bahnhof. © Stefan Milk

Für kleine Touren

Die Touren sind alle zwischen 10 und 15 Kilometer lang, berühren auch die Nachbarstädte und -gemeinden und sind etwa in einer Stunde zu bewältigen. „Sie eignen sich für eine kleine Nachmittagstour – können aber auch kombiniert werden, sodass man länger unterwegs ist.“ Breuer kennt die Wege mittlerweile aus dem Effeff, hat bei der Ausarbeitung auch Plätze entdeckt, die weniger bekannt sind. Zum Beispiel den Pleckenbrinksee südlich von Wasserkurl, angrenzend an das Wickeder Ostholz. Dort haben den unter Naturschutz stehenden See, so steht es auf der Karte, viele große und kleine Vogelarten zu ihrer Heimat erkoren. „Das ist schon ein Aha-Erlebnis“, sagt Breuer. „Und man kann in der Region noch zahlreiche andere Sachen entdecken. Man muss nicht immer ins Münsterland fahren.“

Breuer ist seit zehn Jahren Fahrradbeauftragter, seit acht Jahren ist die Stadt Kamen Mitglied in der AG Fahrradfreundlicher Städte, die das Druckwerk nun auch gefördert hat. Bei den zehn Routen, die auch gastronomische Hinweise enthalten, muss es aber nicht bleiben, wie er sagt. „Wir freuen uns, wenn wir weitere Anregungen erhalten, um weitere Routen auszuarbeiten.“ Er kann sich vorstellen, dass es bei der nächsten Auflage dann auch eine Route K11 oder K12 gibt.

Die Karten kann man sich im Übrigen auch von der Seite der Stadtverwaltung herunterladen – sie sind kompatibel für die gängigen digitalen Endgeräte und Navigationssysteme. Die Downloads, Links und GPS-Daten gibt es unter www.fahrrad-kamen.de

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Die neue Tour des Kulturkreises Kamen.

Station 1: Der Bahnhof Kamen ist ein Baudenkmal aus den Jahren um 1850. Er wurde im Rahmen eines Projektes der Internationalen Bauausstellung Emscher Park Ende der 1990er-Jahre umfangreich saniert und um eine Radstation – eine der ersten in NRW – erweitert.

Station 2: Die ehemalige germanische Siedlung ist eine der wichtigsten vor- und frühgeschichtlichen Siedlungsplätze Nordwestdeutschlands und befindet sich in Kamen-Westick

Station 3: Die Berger Mühle ist eine ehemalige Wassermühle an der Körne, die 1927 abgerissen wurde, weil diese nach Absenkung des Wasserstandes still stand.

Station 4: Die Schlacht an der Körnebrücke: Während des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) kämpften dort die Preußen und Franzosen um den Übergang über die Körne.

Station 5: Das Alte Gasthaus Schulze Beckinghausen steht seit 1837 an der Mühlenstraße in Westick. Gastwirt ist Ortsheimatpfleger Ullrich Neumann, der regionale Küche anbietet.

Station 6: Zu den heute wichtigsten Trainingszentren des Fußball- und Leichtathletiksports mit Gästen aus aller Welt gehört das Sportcentrum Kamen-Kaiserau.

Station 7: Die Bergarbeiter-Kolonie Kaiserau; 1870/71 bis 1895 errichtete die Zeche Courl (ab 1916 Kurl) in acht Bauabschnitten die Bergarbeiter-Kolonie Kaiserau.

Station 8: Die spätromanische Margaretenkirche ist eine der ältesten Kirchen im Kreis Unna. Der Dachstuhl stammt aus dem Jahr 1248. Damit ist er einer der ältesten und bedeutsamsten in ganz Westfalen.

Station 9: Gartenstadt Seseke-Aue: Bei der Planung der Siedlung standen ökologische, kommunikative, soziale und baubiologische Überlegungen im Vordergrund.

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