Die Volkshochschule meldet sich zum Start des zweiten Semsters zurück mit einem Programm voller spannender Vorträge. Höhepunkt: Der Auftritt des ehemaligen Vizekanzlers Müntefering.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 17.08.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im September öffnet die Volkshochschule Kamen/ Bönen (VHS) im neuen „Haus der Bildung“ in Heeren-Werve ihre Türen. Nach dem Umzug startet die VHS mit einer Vortragsreihe durch, die unter dem Titel „Gesichter des Krieges“ einen umfassenden Blick auf einen der dunkelsten Aspekte menschlicher Konfrontation wirft.

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Schnupperkursen aus den verschiedenen Bereichen

Pünktlich zum Start des zweiten Semesters ist auch der Umzug zum neuen Standort in Heeren-Werve vollzogen. Am 20. September wird das neue Haus der Bildung an der Bergstraße 19 offiziell eröffnet. Die Eröffnungsfeier beginnt um 11 Uhr mit einem Tag der offenen Tür.

Weiter geht es dann um 16 Uhr mit der „Langen Nacht der Volkshochschulen“, die zum 100-jährigen Jubiläum der Volkshochschulen in Deutschland ein buntes Angebot mit zahlreichen Schnupperkursen aus den verschiedenen Bereichen bietet.

Um 19 Uhr steht dazu der bekannte Duisburger Poetry-Slammer Sebastian 23 mit seiner Solo-Slamshow „Endlich erfolglos“ auf der Bühne.

Um 21 Uhr nimmt Antenne-Unna-Moderator Lothar Baltrusch die Besucher mit auf seine Motorrad-Abenteuerreisen für einen guten Zweck.

Die neue VHS mit einem neuen Programm: Neustart in Heeren-Werve

Erstmals die Programm-Präsentation im neuen Haus an der Bergstraße: Esther Hahm und Dr. Thomas Freiberger, die das Programm zusammengestellt haben. © Stefan Milk

Ex-Vizekanzler auf Stippvisite in Kamen

Hoher Besuch erwartet die Gäste der Stadtbücherei am Mittwoch, 25. September. Um 19.30 Uhr stellt der ehemalige Vize-Bundeskanzler Franz Müntefering auf Einladung der VHS sein neues Buch „Unterwegs. Älterwerden in dieser Zeit.“ vor.

Für Müntefering heißt Älterwerden auch leben. So seien das Alter und die Älteren nicht zwangsläufig ein Problem, sondern auch die Lösung. Unbeschwert, aber nachdenklich schreibt der frühere Staatsmann über das alltägliche Leben im Älterwerden, über Mobilität und Begegnung, Gesundheit und Sterben, über Solidarität zwischen Menschen, unsere Demokratie und Europa.

Mit besonderer Dringlichkeit stellt er sich der Frage, wie die Älteren den künftigen Generationen die Welt hinterlassen.

Immer wieder blitzt die Zuversicht auf, dass Dinge gestaltbar sind, abhängig von der Bereitschaft zum Engagement und dem Mut zum Handeln - sowohl in der Politik, als auch der Gesellschaft und natürlich im persönlichen Leben. Der Eintritt zur Veranstaltung kostet zehn Euro, der ermäßigte Preis beträgt sieben Euro.

Die neue VHS mit einem neuen Programm: Neustart in Heeren-Werve

Die Werkräume sind renoviert worden. Jetzt fehlen noch die Großgeräte. © Stefan Milk

Krieg als unausweichliche Realität im politischen Prozess?

Spannend wird es auch im politisch-historischen Bereich. Am Donnerstag, 10. Oktober, besucht Professor Dieter Langewiesche das Haus der Bildung. Die Veranstaltung mit dem Titel „Der gewaltsame Lehrer – Europas Kriege in der Moderne“ beschäftigt sich mit dem Thema des Krieges als Gestaltungskraft.

Denn obwohl es im Krieg bekanntlich keine Gewinner gibt, werden immer wieder Kriege geführt, um Ziele zu verwirklichen, die für fortschrittlich gehalten werden. Revolutionäre nutzen Kriege, um den „Fortschritt“ zu forcieren, auch der Nationalstaat als Demokratieversprechen kam nicht ohne Kriege aus.

Dem Gespräch liegt das gleichnamige Buch von Dieter Langewiesche zu Grunde. Es beginnt um 19 Uhr.

Die neue VHS mit einem neuen Programm: Neustart in Heeren-Werve

Moderne und freundliche Räume für ein gutes Lernklima. © Stefan Milk

Deutsche Unternehmen im „Jahrhundert der Extreme“

Am Mittwoch, 30. Oktober, stehen die deutschen Unternehmen in den Kriegen des 20. Jahrhunderts im Fokus. „Unternehmen im Ersten und Zweiten Weltkrieg - Kriegsprofiteure und Steigbügelhalter Hitlers?“ lautet der Titel der Veranstaltung mit Professor Joachim Scholtyseck. Während die Unternehmen als strukturkonservative Unterstützer des Wilhelminismus galten, schienen sie nach 1933 einheitlich dem Expansions- und Kriegskurs Hitlers zu folgen. Ob diese Sicht wissenschaftlich haltbar ist, wollen Scholtyseck und VHS-Leiter Thomas Freiberger auf der Grundlage aktueller Literatur ab 19 Uhr diskutieren.

Die neue VHS mit einem neuen Programm: Neustart in Heeren-Werve

Die Räume haben große Fenster und ermöglichen den Blick ins Grüne. © Stefan Milk

Contractors: Modernes Phänomen oder historische Konstante?

Weiter geht es am Freitag, 8. November, mit dem Vortrag „Privatkrieger: Ein Blick in die Welt moderner Militärdienstleister“. Klaas Voss beleuchtet hierzu die Arbeitswelt moderner Contractors, die früher noch gemeinhin als „Söldner“ bezeichnet wurden.

Neben dem Blick auf die Realität aktueller Kriege geht es dabei auch um die Frage, ob die „privatisierten Kriege“ eine Abweichung von der historischen Norm sind oder vielmehr deren fester Bestandteil. Die Veranstaltung im Haus der Bildung startet um 19 Uhr.

Die neue VHS mit einem neuen Programm: Neustart in Heeren-Werve

Bei den letzten Arbeiten. Die Handwerker haben ganze Arbeit geleistet. Die neue Volkshochschule ist hochmodern geworden. © Stefan Milk

Ausstellung wirft Schlaglicht auf die Zeit des Kalten Krieges

In einem Krieg der ganz anderen Art geht es in der Ausstellung, die ab Donnerstag, 28. November, im Haus der Bildung die Pforten für Besucher öffnet. So scheint die Welt in den vergangenen fünf Jahren wieder gefährlicher geworden zu sein, oftmals ist von einem „neuen Kalten Krieg“ die Rede.

Doch lassen sich diese Vergleiche der Gegenwart mit Blick auf die wesentlichen Merkmale der Epoche des Kalten Krieges halten? Unter dem Titel „Der Kalte Krieg. Ursachen - Geschichte - Folgen“ versucht die Ausstellung auch, Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden.

Nach der Eröffnung um 19 Uhr kann die Ausstellung bis zum 31. Januar 2020 besichtigt werden.

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Die neue Volkshochschule

Eine Wunde, die seit 20 Jahren offen klafft

Obwohl fast 20 Jahre her, ist der 11. September 2001 noch eines der prägenden Ereignisse im 21. Jahrhundert. Am Dienstag, 10. Dezember, sind der Terrorakt und seine Folgen auch Thema im Haus der Bildung.

„11. September 2001 und der Krieg gegen den Terror“, lautet der Vortrag, in dem Professor Bernd Greiner die Auswirkungen des Anschlags auf die Politik und die Gesellschaft westlicher Staaten untersucht. Der Vortag beginnt um 19 Uhr.

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