Die Verhandlung gegen die Kamener Mutter, die ihre drei Kinder missbraucht haben soll, findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. © Martin von Braunschweig
Dreifache Mutter

Missbrauchsprozess gegen Kamener Mutter findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

In Handschellen wurde eine dreifache Mutter (38) aus Kamen am Donnerstag ins Dortmunder Landgericht geführt. Sie soll ihre drei Kinder sexuell missbraucht haben.

Der Fall einer dreifachen Mutter aus Kamen, die ihre leiblichen Kinder sexuell missbraucht und Aufnahmen der Taten an einen Chatpartner in Hamburg geschickt haben soll, hat schon im Vorfeld der Verhandlung für Aufsehen gesorgt. Entsprechend voll waren am Donnerstag die Zuschauerplätze im Dortmunder Landgericht. Doch die Erschienenen wurden enttäuscht.

Noch bevor sie die Anklageschrift gegen die 38-jährige Frau verlesen sollte, bat die Staatsanwältin um das Wort und verlas anschließend einen Antrag. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Kinder solle die gesamte Verhandlung ihrer Ansicht nach unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die Angeklagte und ihr Verteidiger schlossen sich dem natürlich gerne an.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Keine zwei Minuten benötigten die Dortmunder Richter anschließend, um über den Antrag zu entscheiden. Auch sie betonten, dass der Persönlichkeitsschutz der Kinder in diesem Fall an erster Stelle stehe. Jede öffentliche Erörterung der Anklagevorwürfe sei für diese mit erheblichen Nachteilen verbunden. Aus diesem Grund wurden alle Zuschauer und Pressevertreter aufgefordert, den Saal zu verlassen. Der Ausschluss gilt für die gesamte Verhandlung, einschließlich der Urteilsverkündung.

Die Angeklagte nahm die Entscheidung der Richter sichtlich erleichtert zur Kenntnis. Auf dem Weg aus der Vorführzelle im Keller des Gerichtsgebäudes bis zu ihrem Platz auf der Anklagebank hatte sie zuvor mehrmals heftig gezittert. Ihr Gesicht hatte sie mit einem Aktendeckel aus Pappe verdeckt gehalten. Dahinter trug sie außerdem eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Festnahme im Februar

Bekannt ist bis jetzt, dass die Kamenerin im Februar von der Polizei festgenommen wurde, nachdem sie von Ermittlern aus Hamburg über den Missbrauchsverdacht informiert worden waren. Offenbar war der Chatpartner der 38-Jährigen ins Visier der Polizei geraten. Auf kinderpornographischen Dateien, die bei ihm sichergestellt wurden, sollen schließlich die drei Kinder der Kamenerin identifiziert worden sein.

Was genau die Frau ihren heute sechs, zehn und 13 Jahre alten Kindern angetan haben soll, steht in der Anklageschrift. Und das nach Auskunft der Richter derart detailgetreu, dass die Vorwürfe lediglich in nicht-öffentlicher Sitzung verlesen werden sollten.

Wegen der Schwere der Anschuldigungen droht der Frau in jedem Fall eine Haftstrafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

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