Ministerin legt Kontrollergebnisse aus Mietshäusern vor – Altro Mondo bietet Gespräch an

dzMängel in Wohnblocks

Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) hat die Ergebnisse von landesweiten Kontrollen beim Wohnungsunternehmen Altro Mondo verkündet. Das Unternehmen kritisiert, dass Scharrenbach ein Gesprächsangebot bislang nicht aufgriff.

Kamen

, 25.09.2019, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut eine Woche nach den Kontrollen bei einem mutmaßlichen schwarzen Schaf der Wohnungsbranche hat Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) das Ergebnis bekannt gegeben. 136 Gebäude wurden in zehn Städten überprüft – in Kamen (21), Castrop-Rauxel (10), Dorsten (46), Dortmund (19), Duisburg (5), Hagen (13), Herne (11), Lemgo (3), Oerlinghausen (5) und Wuppertal (3).

Die Liste der Mängel ist laut Ministerin lang: Brandschutzmängel, defekte Haustüren und Beleuchtung, beschädigte Elektroleitungen, Schäden in den Eingangsbereichen, durchfeuchtetes Mauerwerk mit Schimmelbildung, defekte Aufzugs- und Heizungsanlagen, Schäden an Fassaden, Rattenbefall, Vermüllung im Außenbereich. Unmittelbar nach der Aktion seien zahlreiche ordnungsrechtliche Verfahren zur Beseitigung der Missstände eingeleitet worden, teilte das Ministerium mit.

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Stellungnahme


So äußert sich Altro Mondo

„Im Vergleich zu Objekten anderer Wohnungsanbieter wurden in die von Altro Mondo verwalteten Objekte deutlich höhere Investitionen getätigt und der Zustand ist überdurchschnittlich gut. Gleichwohl kann das Auftauchen von Mängeln in Objekten der betreffenden Art und des jeweiligen Alters nie ganz ausgeschlossen werden. Selbstverständlich werden festgestellte Mängel schnellstmöglich behoben. Voraussetzung ist allerdings, dass Altro Mondo bzw. die Eigentümer der Objekte überhaupt erfahren, bei welchem Objekt welche Mängel festgestellt worden sein sollen. Bis zum heutigen Tag haben sich aber weder die Kommunen noch das Bauministerium NRW an Altro Mondo bzw. die Eigentümer der Objekte gewandt oder die Ergebnisse der Kontrollen vom 17.09.2019 mitgeteilt. Dass sich die Kommunen und das Bauministerium stattdessen an die Öffentlichkeit richten und die Kontrollen als Erfolg verkaufen, belegt einmal mehr, dass die konzertierte Kontrollaktion rein auf politischem Aktionismus basiert. Es findet derzeit eine politische Hetzjagd auf dem Rücken der Mieter statt, die sich zudem auch nur gegen einen von vielen Marktteilnehmern richtet. Denn wenn die Landesregierung tatsächlich die Sorgen und Nöte der Mieter im Blick hätte, hätte sie das in der vergangenen Woche ausdrücklich an die Ministerin persönlich unterbreitete Gesprächsangebot aufgegriffen. Dies ist bislang ebenfalls nicht geschehen. Von dem „Tisch“, an den die Landesregierung mehrere Beteiligte geholt hat, schließt sie Altro Mondo bzw. die Eigentümer der Objekte bewusst aus und verhindert so schnelle und effektive Maßnahmen zur Mängelbeseitigung.“

Kontrolliert wurden Objekte unter Verwaltung von Altro Mondo und im Eigentum von Degag. Ein Altro-Mondo-Sprecher hatte bereits nach Bekanntwerden der Kontrollen eine Kooperation mit den Behörden angekündigt. Zudem hatte er auf Millionen-Investitionen an den Standorten verwiesen. Zu den nun bekannt gegeben Ergebnissen erklärte Altro Mondo am Mittwoch, dass der Zustand der Objekte überdurchschnittlich gut sei. Gleichwohl könne das Auftauchen von Mängeln nie ganz ausgeschlossen werden. Selbstverständlich würden festgestellte Mängel schnellstmöglich behoben.

Altro Mondo will allerdings bislang nicht erfahren haben, bei welchem Objekt welche Mängel festgestellt wurden. Weder die Kommunen noch das Bauministerium sollen Altro Mondo bzw. den Eigentümern bislang die Ergebnisse mitgeteilt haben. In der Stellungnahme ist von „politischem Aktionismus“ und einer „politischen Hetzjagd auf dem Rücken der Mieter“ die Rede. Die Ministerin habe ein Gesprächsangebot bislang nicht aufgegriffen. Von dem „Tisch“, an den die Landesregierung mehrere Beteiligte geholt habe, schließe sie Altro Mondo bzw. die Eigentümer bewusst aus und verhindere so schnelle und effektive Maßnahmen zur Mängelbeseitigung.

Altro Mondo ist durch gehäufte Mieterbeschwerden in mehrere Städten negativ aufgefallen. Bauministerin Scharrenbach initiierte deshalb im Schulterschluss mit örtlichen Behörden vor gut einer Woche eine konzertierte Kontrollaktion. Die Ergebnisse kommentierte die aus Kamen stammende Ministerin nun so: „Die Aktion hat ein eindeutiges Zeichen gegenüber DEGAG/Altro Mondo gesetzt. Missstände in den verwalteten Häusern wurden aufdeckt und es wurde durchgegriffen.“ Die Ergebnisse sollen bei einem weiteren Treffen mit Kommunen besprochen werden. Scharrenbach: „Wir werden weiterhin gegen Missstände zusammen mit den Kommunen vorgehen, um die Wohnsituation zum Wohle der Mieterinnen und Mieter zu verbessern.“

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