Ministerin Ina Scharrenbach in den CDU-Bundesvorstand gewählt

dzErfolg für Kamenerin

Die neue CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer kann auch eine Kamenerin zu ihrem Führungszirkel zählen. NRW-Ministerin Ina Scharrenbach ist in den Bundesvorstand gewählt worden.

Kamen

, 09.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die amtierende Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes NRW, Ina Scharrenbach aus Kamen, erhielt bei der Wahl beim CDU-Bundesparteitag in Hamburg insgesamt 707 von 837 gültigen Stimmen. Insgesamt wählten die Delegierten 26 Beisitzer in den CDU-Bundesvorstand, der von Annegret Kramp-Karrenbauer als Nachfolgerin von Angela Merkel geführt wird.

„Dieser Parteitag wird in die demokratische Geschichte der Bundesrepublik eingehen: Ein fairer Wettstreit, eine Siegerin, aber keine Verlierer. Ganz herzliche Glückwünsche an AKK! Sie wird die CDU verlässlich führen“, sagte Scharrenbach dem Hellweger Anzeiger. Sie persönlich freue sich, im Bundesvorstand in diesen „spannenden Zeiten“ mitwirken zu dürfen. Erstmals hatte mit Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn ein Trio um den Bundesvorsitz konkurriert.

Die 42-jährige Scharrenbach besitzt bereits mehrere hohe Parteiämter in der NRW-CDU. Mit der Wahl in den Bundesvorstand setzt sie nun ihren erfolgreichen Aufstieg auf der innerparteilichen Karriereleiter fort und zeigt, dass man mit ihr auch in der Bundespolitik rechnen muss. Bei der Frauen-Union NRW wurde Scharrenbach im März 2017 zur neuen Vorsitzenden gewählt. Bereits seit 2011 gehört sie dem Vorstand der Frauen-Union NRW an. Im selben Jahr wurde sie stellvertretende Vorsitzende der CDU Kreis Unna. Als 2012 der NRW-Landesvorsitzende Norbert Röttgen von Armin Laschet abgelöst wurde, wurde Scharrenbach eine von insgesamt fünf Stellvertretern des neuen CDU-Landesvorsitzenden.

Schon als Abiturientin des Städtischen Gymnasiums Kamen trat Scharrenbach in die CDU ein. Als 23-jährige Jungpolitikerin errang sie 1999 einen Sitz im Kamener Stadtrat. 2011 übernahm die gelernte Bankkauffrau und studierte Betriebswirtin dort den CDU-Fraktionsvorsitz. 2012 kandidierte die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende erfolgreich für den Landtag und bekam über die Landesliste ihrer Partei ein Mandat. Seitdem pendelte die Landtagsabgeordnete zwischen dem Landtag und dem Fraktionsbüro im Kamener Rathaus hin und her.

Als Landtagsabgeordnete machte sich Scharrenbach einen Namen, als sie an der akribischen Aufbereitung der Vorgänge in der Kölner Silvesternacht 2015 durch einen Untersuchungsausschuss des Landtags beteiligt war. Durch ihre Rolle als CDU-Obfrau stieg ihre Präsenz in den Medien. An den Koalitionsverhandlungen war sie beim Thema Innere Sicherheit beteiligt.

Bei der Landtagswahl 2017 verpasste sie den erneuten Einzug in den Landtag, was ihrer Karriere keinen Abbruch tat. Ministerpräsident Laschet holte Scharrenbach als Heimatministerin in sein Kabinett. Scharrenbach beendete damit ihre Arbeit im Kamener Stadtrat.

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Als Ministerin versuchte sie, das neu geschaffene Amt der Heimatministerin mit Inhalten zu füllen, etwa bei der Baudenkmal-Förderung und mit dem sogenannten Heimatscheck. In die überregionalen Schlagzeilen geriet die CDU-Politikerin zuletzt, als sie sich als Chefin der obersten Baubehörde in NRW in die Proteste gegen den Braunkohle-Tagebau im Hambacher Forst einschaltete und Baumhäuser der Umweltaktivisten räumen ließ. Derzeit sieht sie sich Forderungen nach einer Abschaffung von Straßenausbau-Beiträgen für Anlieger kommunaler Straßen gegenüber.

Scharrenbachs Nachfolger als Fraktionsvorsitzender im Kamener Stadtrat, Ralf Eisenhardt, gratulierte per SMS zur Wahl. Vize-Stadtverbandsvorsitzender Wilhelm Kemna erklärte. „Wir hatten in Kamen, meines Wissens nach, noch nie ein so prominentes Parteimitglied in unseren Reihen. Und auch, wenn die CDU in Kamen an der Karriere Scharrenbachs kaum mitarbeiten kann, erfüllt es uns dennoch mit etwas Stolz, dass die Kamenerin die große Politik im Land und Bund mitgestaltet.“

Scharrenbach ist aber nicht die einzige Bürgerin der Stadt Kamen, die im Bundesvorstand einer bekannten Volkspartei mitmischt. Der Kamener Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek gehört seit 2017 dem SPD-Bundesvorstand an.

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