Minikamen im Sparfieber: Alle wollen bei der Versteigerung am Freitag flüssig sein

dzFerienspiel Minikamen

Nachdem sich die Hitze draußen ein wenig gelegt hat, kündigt sich nun ein heißer Freitag an: Vor der Versteigerung der gelungensten Werkstücke sparen die Minikamener, als gäbe es kein Heute.

von Werner Wiggermann

Kamen

, 01.08.2019, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michel steht am Arbeitsamt und bilanziert seine aktuelle Finanzlage. Neun Minimo, die Währung in Minikamen, hat der Zehnjährige um 11 Uhr schon verdient - und nun? „Ich gehe zur Sparkasse; das will ich erst mal sparen“, sagt Michel. Allein steht er mit dieser Idee nicht unter den Kindern, die gerade das zentrale Arbeitsamt in Minikamen bevölkern. Auch Durman und Xenia (beide 8) konzentrieren ihre Finanzkraft, um am Freitag bei der Versteigerung der vielen gelungenen Werkstücke möglichst lange mitbieten zu können.

Handgemachte Flöten

Wer weiß, wie tief man zum Beispiel in die Tasche greifen muss, um den Chefsessel zu ergattern, der schon fertig gezimmert und gestrichen in der Sonne glänzt. „Möbel aus alten Paletten“ haben die Kinder auf dem Bauspielhof geschaffen, erklärt Sonja Swalek vom Betreuer-Team der Kinderferienstadt „Minikamen“. Möglicherweise werden auch einige millimetergenau handgemachte Flöten zum Auktionsgut gehören, die unter Ralf Hinterseers Anleitung in der Tischlerwerkstatt montiert wurden. Zum Beispiel von Aliena, die gerade einen neuen Corpus verleimt.

Minikamen im Sparfieber: Alle wollen bei der Versteigerung am Freitag flüssig sein

Der Minikamener Anzeiger klärt täglich über die spannendsten Ereignisse - und natürlich auch über die Arbeit von Bürgermeister und Stadtverwaltung auf. © Marcel Drawe

Sie ist zu Recht zufrieden mit dem Zwischenergebnis - das sofort Begehrlichkeiten zufällig vorbeischauender Minikamen-Bürgerinnen weckt: „Kann man die kaufen?“, fragt die potenzielle Kundin - „nein, allenfalls bestellen“, erläutert Werkstattchef Hinterseer. Klar, die Instrumente sind ja auch noch nicht fertig. Aber vielleicht wachsen sie etwas langsamer als die Nachfrage, was die Konsumstimmung für Freitag noch stärker anheizen könnte.

Gefahr durch Falschgeld

Bleibt zu hoffen, dass die Preise dann nicht auch noch durch plötzlich auftauchendes Falschgeld gepusht werden. Einen ganz frischen Fall von missbräuchlich eingesetzten Minimo-Noten aus dem vergangenen Jahr 2018 deckte gestern Vormittag die Zeitungsredaktion der Kinderstadt auf der Lüner Höhe auf. Marvin (10) und Fynn (9) haben recherchiert. Beide sind mit Feuereifer bei der Sache, Nachwuchsjournalisten mit Leib und Seele. „Ich finde es spannend, dass immer neue Sachen vorkommen“, begründet Fynn. Was an diesem Tag noch alles passiert ist zwischen Bauspielplatz und Arbeitsamt, im Frisiersalon oder am Tattoo-Studio, wird wohl gleich das Reporteam melden, das heute für den Außendienst zuständig ist.

Minikamen im Sparfieber: Alle wollen bei der Versteigerung am Freitag flüssig sein

In der Sparkasse können sich die Minikamener kompetent über Anlagemöglichkeiten für ihre frisch verdienten Minimo beraten lassen. © Marcel Drawe

Ein funktionierendes Gemeinwesen

In jedem Fall müssen aber auch noch Bürgermeister Vincent Müller und sein Team zu dem Auftauchen der Minimo-„Blüten“ befragt werden - und zu den Möglichkeiten, den Wert und die Kaufkraft des „echten“ Minikamen-Geldes zu sichern. Damit die Kinder sich für ihre Arbeit und ihre Anstrengungen angemessen belohnen können. Nur so behalten die Kinder das Gefühl, dass sie in einem funktionierenden Gemeinwesen leben, in dem gute Arbeit auch gut bezahlt wird.

Unter solchen Voraussetzungen konnte gerade die Aufgabe der Stadtreinigung zu einem der gefragtesten Berufe in Minikamen werden, wie Cheforganisator Michael Wrobel berichtet. Den Kindern sei klar geworden, wie wichtig die Aufgabe ist. Minikamen ist deshalb eine saubere Stadt.

Eine Stadt, die ihren Schriftzug in den weißen, 80 Zentimeter hohen Lettern mit mindestens ebensoviel Stolz tragen kann wie das optische Vorbild Hollywood. Übrigens wurden die Buchstaben natürlich in der Tischlerwerkstatt gestaltet; unter Ralf Hinterseers Regie, aber nicht durch seine Hände: „Gemacht haben's die Kinder“, stellt der erfahrene Handwerker klar. Und darauf können hier alle stolz sein.

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