Ungefähr hier wird künftig ein Mehrfamilienhaus stehen – rechts der ehemalige Plus-Markt. links im Hintergrund die früheren Märkischen Stuben. © Marcel Drawe
Wohnungen fürs Dorf

Millionenprojekt statt Schandfleck: „Ich hoffe, dass wir dadurch neue Einwohner anziehen“

Eine gefühlte Ewigkeit steht der ehemalige Plus-Markt in Heeren-Werve schon leer. Aber wie lange eigentlich? Und was sagen Heerener zu den neuen Plänen für den Standort?

Wohnhäuser statt Leerstand: Die Baupläne für die Grundstücke des ehemaligen Plus-Markts und der Gaststätte Märkische Stuben kommt in Heeren-Werve offenbar gut an. Ortsvorsteher Friedhelm Lipinski (SPD) begrüßt die geplante Beseitigung eines städtebaulichen Schandflecks.

„Die Veränderung an der Stelle ist ein lange gehegter Wunsch im Ort“, sagte Lipinski. Zuletzt habe der Bereich einen vernachlässigten Eindruck gemacht. Der Plus-Markt stehe schon seit vielen Jahren leer. Es habe Bemühungen gegeben, den Laden neu zu vermieten oder eine andere Lösung zu finden. Das sei nun gelungen.

So soll das Gelände an der Ecke Zum Mühlbach/Märkische Straße künftig aussehen. © P-hochzwei Massivhaus © P-hochzwei Massivhaus

Der Bauträgers P-hochzwei plant an der Ecke Märkische Straße/Zum Mühlbach ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen sowie zwei Doppelhäuser. Geschäftsführer Peter Nittka hatte die Pläne vorige Woche veröffentlicht, Stadtplaner Uwe Liedtke hatte sie dem Planungsausschuss des Stadtrats präsentiert und eine Baugenehmigung in Aussicht gestellt. „Das ist eine sehr positive Entwicklung“, sagte Ortsvorsteher Lipinski, der bis zu seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat im vorigen Jahr den Ausschuss geleitet hatte.

Manche Heerener betrachten das Projekt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn wieder verschwindet eine Gaststätte endgültig aus dem Dorf. Nach der Schließung durch die letzte Wirtin Ivanka Helm hatte sich jedoch keine gastronomische Perspektive mehr ergeben.

Wenn jetzt der Abrissbagger die Mauern einreißt, verschwindet eine Ladenfläche endgültig. „Wir begrüßen, dass dieser Schandfleck beseitigt wird. Dass da Wohnungen neu gebaut werden, tut Heeren-Werve gut“, meint Oliver Korte von der CDU-Ortsunion. „Was schade ist, dass wir dadurch nicht mehr Einzelhandel in den Ort bekommen. Aber das ist einfach so.“

Vor fast genau 15 Jahren war der Plus-Markt geschlossen worden. Der Lebensmittel-Discounter zog im Herbst 2006 in einen Neubau an der Bertolt-Brecht-Straße – und damit aus der Ortsmitte weg an den Ortsrand. 2007 wurde die Verschmelzung von Plus mit dem Netto Marken-Discount bekannt gegeben, die Marke „Plus“ verschwand vom Markt und Filialen wie in Heeren wurden umfirmiert.

Beim Gewerbeverein „Wir in Heeren-Werve“ stellt Vorsitzender Juan Leon Diaz Sanchez fest, dass durch den Abriss „Gewerbefläche und eine Traditionskneipe wegfällt“. Der Wohnungsmarkt in Heeren-Werve sei „knapp“, und deshalb sei es zu begrüßen, wenn dort Wohnungen gebaut werden. „Ich hoffe, dass wir dadurch neue Einwohner anziehen – und damit auch potenzielle Kunden“, sagt Dias.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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