Mieter warnte vor Mängeln am Baugerüst bei Rewe, dann stürzte es ein

dzUnglück

Vor dem Einsturz des Baugerüsts neben dem Rewe-Supermarkt in Methler hat es offenbar eine Warnung an den Vermieter LEG gegeben. Ein Mieter hat verdächtige Beobachtungen gemeldet.

Kamen, Methler

, 17.01.2020, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Rewe-Markt in Methler sind die Trümmer des eingestürzten Baugerüsts abgeräumt worden. „Es ist seit Donnerstag weg“, sagte der stellvertretende Marktleiter Kevin Kuhle. Die Metallkonstruktion war am Dienstagabend bei stürmischen Böen neben den Haupteingang des geöffneten Supermarkts gestürzt – auf den Außenbereich einer Bäckerei und den Einkaufswagen-Unterstand. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Unterdessen gibt es Hinweise, dass sich der Einsturz des Baugerüsts möglicherweise ankündigte. Rewe-Marktleiter Alexander Ahlmann berichtete, dass ihm am Dienstag, also am Tag des Einsturzes, Geräusche aufgefallen seien, die von dem Baugerüst ausgingen. Diese wertete er aber nicht als Warnzeichen. Stürmische Böen zerrten an dem Gerüst, das mit einer Plane behängt war. Auf dem Wetterportal wetter.de wurde am Abend kurz nach dem Einsturz eine Windgeschwindigkeit von bis zu 69 km/h für Kamen angegeben, was Windstärke 8 entspricht.

Rewe-Kunde Jan Eul will mit einem ihm namentlich nicht bekannten Mieter des Wohn- und Geschäftshauses gesprochen haben. Dieser habe ihm berichtet, dass er den Hauseigentümer wegen des Gerüsts gewarnt habe. So schilderte Eul es der Redaktion. Die Immobilienfirma LEG erklärt, dass ein Mieter sich am Dienstag, „kurz vor dem Schadenereignis“, an eine LEG-Mitarbeiterin gewandt habe.

Vermieter: Gerüst konnte nicht rechtzeitig gesichert werden

In einer Stellungnahme des Immobilien-Unternehmens aus Düsseldorf heißt es: „Seit das Gerüst Ende September 2019 von dem für uns tätigen Fachunternehmen aufgestellt worden ist, haben wir keinerlei Hinweise auf einen Mangel erhalten. Erst am Dienstag, kurz vor dem Schadensereignis, hat ein Mieter eine in der Nähe tätige kaufmännische LEG-Mitarbeiterin angesprochen, dass aus seiner Sicht etwas mit dem Gerüst nicht in Ordnung sei. Die Möglichkeit daraufhin, dass Gerüst ordnungsgemäß zu sichern, bestand nicht mehr, weil der Schadensfall kurz daraufhin eintrat.“ Die Schilderungen des LEG-Sprechers lassen offen, ob die Möglichkeit bestand, eine Warnung auszusprechen und eine Sperrung des Gefahrenbereich per Notruf zu veranlassen.

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Die Polizei hat nach dem Unglück Ermittlungen wegen des Verdachts der Baugefährdung aufgenommen. Auch das Amt für Arbeitsschutz und das Bauordnungsamt der Stadt Kamen sind eingeschaltet. Die LEG hat eine Zusammenarbeit mit den Behörden bei der Aufklärung des Unglücks angekündigt. Das Gerüst war im Rahmen einer Balkonsanierung aufgebaut worden.

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