Michael Schild ist neuer Vize-Landeschef der AfD

dzUnnaer Kreissprecher

Vor der Abreise zum Landesparteitag nutzte er noch die Gelegenheit, um die „Blockparteien“ im Kamener Stadtrat anzugreifen. AfD-Kreissprecher Michael Schild ist zum neuen Vize-Landeschef der AfD gewählt worden.

Kreis Unna

, 06.10.2019, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst kürzlich leistete er Geburtshilfe bei der Gründung des AfD-Stadtverbands Kamen, jetzt ist er in den Landesvorstand seiner Partei gewählt worden. Der 57-jährige Michael Schild aus Fröndenberg, Sprecher der AfD Kreis Unna, ist neuer Vize-Vorsitzender der AfD NRW.

Der frühere Landtagskandidat im Nordkreis wurde am Samstag beim außerordentlichen Landesparteitag im niederrheinischen Kalkar in das Führungsteam um den neuen Landeschef Rüdiger Lucassen (68) gewählt. Schild setzte sich mit 58 Prozent gegen seinen Hauptkonkurrenten Jürgen Spenrath durch und ist nun dritter Stellvertreter nach dem Dortmunder Matthias Helferich und dem Münsteraner Martin Schiller.

Der bisherige Parteichef Thomas Röckemann, der dem national-völkischen Flügel um den Thüringer Björn Höcke zugeordnet wird, und der dritte Kandidat Andreas Preis unterlagen bei der Wahl zum Vorsitzenden. Das Ergebnis gilt als Erfolg des vergleichsweise gemäßigten Lagers innerhalb der nationalradikalen Partei. Ein vorheriger Landesparteitag war nach einem Führungsstreit um den Einfluss des „Flügels“ abgebrochen worden, nur noch ein Rumpf-Vorstand um Röckemann blieb im Amt.

Nur Stunden vor der Abreise zum Landesparteitag hatte sich Schild am Freitag in einem als „Widerspruch“ betitelten Beitrag auf der Internetseite der AfD Kreis Unna zu Wort gemeldet. Darin wies der Kreissprecher die Kritik von Kamener Ratsparteien („Wolf im Schafspelz“, „Angstmacherei“) an der Neugründung des AfD-Stadtverbands Kamen zurück. „Die geeinte Phalanx aus Ignoranz der Blockparteien wird uns stark machen“, so Schild. Einzig bei den Freien Wählern habe man den Eindruck, dass es ihnen noch „um echte Politik für den Kamener Bürger gehen könnte“.

Die AfD Kreis Unna steht laut dem früheren Kreisvorstandsmitglied Hans-Otto Dinse dem national-völkischen „Flügel“ nahe. Das bestreitet Schild teilweise. Er sieht lediglich eine Nähe bei Dinse und bei einem „kleinen Teil der Mitgliedschaft der AfD im Kreis Unna (was auch legitim ist)“. Die „übergroße Mehrheit“ der AfD-Mitglieder im Kreis sehe sich „in der Verantwortung der AfD als Ganzem gegenüber, dem Land NRW, dem Bezirk Arnsberg und natürlich dem Kreis Unna“. Dazu passend erklärte Schild nach seiner Wahl zum Vize-Landeschef bei Facebook: „Mein Motto für mich selbst und für alle gutwilligen NRWler: Überprüfe und stelle sicher, dass Dein Tun der AfD in NRW nutzt!“

Ulrich Lehmann, der Vorsitzende des neu gewählten Stadtverbands Kamen und ebenfalls Kreisvorstandsmitglied, äußerte sich bislang nicht zu der Kritik Kamener Ratsparteien.

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