Mercedes-Fahrer mit drei Haftbefehlen rastet vor Autobahnpolizeiwache

Dumm gelaufen

Ein Mercedes-Fahrer, gegen den drei Haftbefehle vorliegen, hat ausgerechnet die Autobahnpolizeiwache Kamen als Rastplatz genutzt. Als die Beamten den 27-Jährigen kontrollierten, gab es eine Überraschung.

Kamen

, 28.11.2019, 11:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mercedes-Fahrer mit drei Haftbefehlen rastet vor Autobahnpolizeiwache

Die Autobahnpolizeiwache an der Unnaer Straße in Kamen. Die Durchfahrt von der Autobahnabfahrt zur Unnaer Straße ist nur für Anlieger erlaubt. © Stefan Milk

Kommissar Zufall hat der Autobahnpolizei in Kamen geholfen, eine offene Rechnung bei einem Luxusauto-Besitzer einzutreiben. Ein Mercedesfahrer war den Beamten aufgefallen, weil er scheinbar die verbotene Abkürzung vor der Wache an der A1-Abfahrt Kamen-Zentrum nutzen wollte. Dort ist Durchfahrt verboten – es sei denn, man hat ein Anliegen bei der Autobahnpolizei.

Luxusauto-Fahrer hat Verwarngeld nicht gezahlt

Der Mercedes-Fahrer parkte den Wagen der S-Klasse zwar vor der Wache, blieb aber telefonierend am Steuer sitzen. Die Beamten sprachen den scheinbaren Kunden an und stellten fest, dass er weder eine Anzeige aufgeben wollte noch ein anderes Anliegen hatte. Daraufhin überprüften die Beamten die Personalien des rastenden Autofahrers. „Ein Blick in den Computer ließ erkennen: Gegen ihn lagen drei Haftbefehle vor, weil er Verwarngeld in Höhe von zweimal zehn Euro nicht gezahlt hat“, heißt es im Polizeibericht.

Der Mann, ein 27-Jähriger aus Hamm, bezahlte die insgesamt 20 Euro plus 70 Euro Gebühren auf der Stelle. „Der große Vorteil: Mit der Bezahlung der Beträge ersparte er sich drei Tage Ersatzfreiheitsstrafe in einem Gefängnis“, berichtete die Dortmunder Polizei am Donnerstag. Weitere 20 Euro musste für die Missachtung des „Durchfahrt verboten“-Schildes zahlen.

Ratenzahlung mit der Justiz vereinbart

Der dritte Haftbefehl, so stellte sich heraus, war zwar wegen einer offenen Summe von 1500 Euro ausgestellt. „Dafür konnte er allerdings eine mit der Justiz getroffene Vereinbarung über eine Ratenzahlung nachweisen“, so die Polizei.

Der Fahrer des Luxusautos, der die Kontrolle als „überzogen und unnötig“ bezeichnete, konnte die Wache als freier Mann verlassen. Das Fazit der Beamten: „Aus Sicht der Polizei ist es jedoch durchaus angemessen und notwendig, an den Staat nicht gezahlte Geldbeträge einzufordern, wenn Haftbefehle vorliegen.“

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