Häusliche Gewalt in Kamen? Die nächste Ratssitzung soll Aufklärung bringen

dzGewalt in Coronazeiten

Das Thema häusliche Gewalt gewinnt während der Corona-Krise an Bedeutung. Die Gefahr ist groß, dass die Fälle zunehmen. Wie die Lage in Kamen ist, möchte jetzt das Bündnis 90/Die Grünen wissen.

Kamen

, 20.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Thema „Häusliche Gewalt“ findet in der Corona-Krise viel Beachtung. Groß ist die Sorge davor, dass für manche das eigene Zuhause zu gefährlichem Terrain wird und Betroffene nicht so leicht Hilfe bekommen. Besonders um Frauen wird sich gesorgt, auch wenn noch kein konkreter Anstieg der Fälle bekannt geworden ist.

Auch in Kamen macht man sich Gedanken zu dem Thema und wurde auch schon aktiv. So wies die Stadt auf Beratungsangebote hin und sorgte dafür, dass Mitarbeiter in den systemrelevanten Bereichen im Wechseldienst arbeiten, damit auch im Falle eines Corona-Falles jemand für die Betroffenen da sein kann.

Zudem unterstützt sie die bundesweite Aktion „Zuhause nicht sicher“ von Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey und hat Einzelhandelsgeschäften Informationsmaterial zur Verfügung gestellt.

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Gemeinsam mit den Geschäften, die die Aktion unterstützen, will die Stadt so dazu beitragen, dass das Thema Gewalt in Familien ins öffentliche Bewusstsein gerückt wird, sagte Bürgermeisterin Elke Kappen.

Und auch in der Politik wird das Thema in Kamen noch thematisiert werden, denn die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat sich ebenfalls so ihre Gedanken zu dem Thema gemacht. Sie hat nun der Kamener Bürgermeisterin eine Liste mit Fragen geschickt, mit der Bitte, in der Ratssitzung am 28. Mai Antworten zu bekommen.

Kamen unterstützt die bundesweite Aktion „ Zuhause nicht sicher“ und versorgt Geschäfte mit Informationsmaterialien für Betroffene. Auch im Rathaus haben Bürgermeisterin Elke Kappen (l.) und Gleichstellungsbeauftragte Martina Grothaus Plakate zum Thema aufgehängt.

Kamen unterstützt die bundesweite Aktion „ Zuhause nicht sicher“ und versorgt Geschäfte mit Informationsmaterialien für Betroffene. Auch im Rathaus haben Bürgermeisterin Elke Kappen (l.) und Gleichstellungsbeauftragte Martina Grothaus Plakate zum Thema aufgehängt. © Stadt Kamen

Werden Familien vorab kontaktiert, um Hilfen aktiv anzubieten?

Einerseits geht es der Fraktion um aktuelle Zahlen der Polizei aus denen hervorgeht, ob seit dem 16. März die Einsätze bezüglich häuslicher Gewalt gestiegen sind. Sie möchte aber auch wissen, wie die Erfahrungen des Kamener Jugendamts bezüglich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sind und ob es mehr Fallzahlen seit den Kita- und Schulschließungen gibt.

Die Fraktion möchte wissen, ob die Stadt präventiv gegen häusliche Gewalt angeht: „Werden beispielsweise bereits bekannte Familien kontaktiert, um Hilfen aktiv anzubieten? Werden Kinder schneller aus schwierigen Familien herausgenommen? Gibt es noch genügend Unterbringungs- und Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen?“

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Auch zum Thema Frauen und die Unterbringung in Frauenhäusern stellt die Fraktion durch ihre Sprecherin Anke Dörlemann der Bürgermeisterin konkrete Fragen. Wie genau es also den Kamener Familien und Frauen geht und wie die Stadt sich um sie kümmert, dazu gibt es spätestens am 28. Mai weitere Informationen.

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