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Mehr Einbahnstraßen und Fahrräder in der Fußgängerzone: ADFC will bessere Nahmobilität

dzBürgeranregung

Mehr Geld für den Nahverkehr, bessere Markierungen für Radfahrer und Räder in der Fußgängerzone: Der ADFC in Kamen hat viele Ideen zur Verbesserung der Nahmobilität.

Kamen

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Fahrradfahren in der Fußgängerzone? Wenn es nach dem ADFC-Ortsverband Kamen ginge, dann sollte dieser Vorschlag ernsthaft diskutiert werden. „Das Durcheinander der Verkehrsregelungen in der zentralen Innenstadt bringt keine Ordnung in die Verkehre. Im Hinblick darauf sollte eine Öffnung für Fahrräder in den Bereichen der Fußgängerzonen angestrebt werden“, regt der Ortsverband an. Fahrradfahrer sollten dabei Rücksicht auf Fußgänger nehmen, gegebenenfalls Schrittgeschwindigkeit fahren oder absteigen. Als Beispiel nennt Regina Grewe vom Ortsverband die Fußgängerzone am Kamen Quadrat. Wer sein Fahrrad nicht schieben möchte, müsse über eine vielbefahrene Straße am Severinshaus auszuweichen. Auch ein Teilstück der Fußgängerzone Weststraße (zwischen Kampstraße (Commerzbank) und Oststraße) solle für Fahrradfahrer freigegeben werden. „Es ist jede Menge Platz vorhanden und sehr wenig Fußgängerverkehr.“

Mehr Einbahnstraßen und Fahrräder in der Fußgängerzone: ADFC will bessere Nahmobilität

Die Stadt Kamen hat gute Voraussetzungen eine fahrradfreundlichere Stadt zu werden. Der ADFC hat einige Anregungen, wie die Nahmobilität in der Stadt verbessert werden kann. © picture alliance/dpa

ADFC Kamen: „Veränderung fängt in den Köpfen an. Dazu möchten wir beitragen.“

Der Ortsverband macht in einem Positionspapier – die als Grundlage einer Bürgeranregung an den Rat dient – konkrete Vorschläge, um die Nahmobilität der Sesekestadt zu verbessern. Den Anteil des Fuß- und Radverkehrs in der Stadt zu erhöhen ist laut der Ortsgruppe eine große Herausforderung und werde nur in kleinen Schritten funktionieren. „Aber: Veränderung fängt in den Köpfen an. Dazu möchten wir beitragen.“

Der Verband will die Lebensqualität der Bürger ohne Auto oder Führerschein – etwa Jugendliche – erhöhen und generell mehr Menschen dazu bewegen, öfter auf Zweirädern von A nach B zu fahren. Doch dazu müsste sich einiges verändern: „Die baulichen Radwege der Vergangenheit, schmaler roter Streifen im Gehweg, haben für diesen Radverkehr keine Zukunft.“ Auch über eine Neuaufteilung der Verkehrsräume solle – mit Blick auf die steigende Zahl von E-Fahrrädern und E-Rollern – nachgedacht werden. Als Beispiele, wie Raum geschaffen werden kann, nennt der ADFC Einbahnstraßen und mehr Fahrradstraßen. Zudem wünschen sich die ADFCler mehr Piktogramme und Schraffuren auf den Straßen, zur besseren Wahrnehmung und mehr Schutzstreifen, um Überholmanöver zu regulieren.

„Die stark befahrene Ostenallee ist ein Querungsrisiko für Radfahrer. Eine auffällige Markierung des Sesekeweg-Querungsbereiches sollte hier dem Autofahrer eine Erkennungshilfe für den querenden Fahrradverkehr geben“, schlägt Dirk Eppmann vor.

Mehr Einbahnstraßen und Fahrräder in der Fußgängerzone: ADFC will bessere Nahmobilität

Bisher teilt sich die Schildkröte die Fußgängerzone mit Zweibeinern – wenn es nach dem ADFC ginge, dürften sich künftig stellenweise auch Zweiräder dazugesellen. © Marcel Drawe

Mehr Komfort für Radfahrer statt kostenloser Parkplätze für Autofahrer

Ziel soll es laut ADFC nicht sein, so viele kostenlose Parkplätze wie möglich in der Innenstadt anzubieten. Stattdessen sollen die Kamener mehr Kurzstrecken auf dem Rad zurücklegen – dieses Ziel könnte die Stadt gemeinsam mit Bürgern anstreben. Der ADFC schlägt vor, Fahrradfahrer als lokale Alltagsexperten in die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur einzubinden.

Straßen sollen „als Bewegungs-, Lebens- und Erlebnisräumen innerhalb der Stadt betrachtet werden und nicht als rein technisch-funktionale Verkehrsflächen“, heißt es in dem Papier, das den Titel „Neue Chancen für die Stadt. Kamenal pedal - mehr nahmobil leben“ trägt. Kamen habe gute Voraussetzungen für die Verbesserung der Nahmobilität in der Stadt, so der ADFC mit Blick auf eine für Radfahrer günstige Siedlungs- und Stadtstruktur. Dass die Erfüllung einiger Wünsche, die der ADFC hat, mit Kosten verbunden sind, ist dem Ortsverband wohl klar. Er regt im selben Zuge an, die städtischen Haushaltsmittel für die Stärkung der Nahmobilität deutlich zu erhöhen.

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