Mario Schwiderowski ist unzufrieden mit der Platzvergabe auf dem Kamener Wochenmarkt. © Marcel Drawe
Kamener Wochenmarkt

Markthändler erklärt Rückzug nach Ärger um Standplatz

Der Suppenkoch und Reibekuchenbäcker vom Kamener Wochenmarkt verabschiedet sich. Mario Schwiderowski kritisiert mutmaßliche Ungerechtigkeiten bei der Standplatz-Vergabe.

Das war‘s für Mario Schwiderowski und seinen Marktstand: Der Unnaer zieht sich mit seinem Imbiss „Claudis Reibekuchen“ vom Kamener Wochenmarkt zurück. Damit zieht er die Konsequenzen aus einem Konflikt um die Zuteilung eines attraktiven Platzes.

„Ich komme nicht mehr auf den Wochenmarkt in Kamen“, kündigte Schwiderowski jetzt an. Zuletzt hatte er sich unzufrieden über seinen Standplatz auf dem Alten Markt geäußert. Er stand dort am Eingang zur Marktmeile allein auf weiter Flur, seit Nachbarstände entweder dem Wochenmarkt ferngeblieben waren oder einen anderen Platz auf der Marktmeile eingenommen hatten.

Schwere Vorwürfe erhebt er gegen die Marktleitung: „Ich musste feststellen: Wer schleimt, ist bei der Marktleitung gut angesehen, und wer sich nicht einschleimt ist außen vor“, behauptet Schwiderowski. Er sei bei verschiedenen Gelegenheiten, als ein besserer Platz frei wurde, übergangen worden.

Die Stadt Kamen hatte bereits Mitte Juli eingeräumt, dass es Konkurrenz zwischen alteingesessenen und neuen Händlern um attraktive Plätze gibt, und die Vorgehensweise bei der Platzzuteilung gerechtfertigt. „Die sehr guten Plätze im Mittellauf haben erstmal die etablierten, alteingesessenen Händler“, sagte ein Stadtsprecher damals. Zugleich kündigte er an, dass „wir im gesamten Marktbereich das Angebot noch einmal sichten“.

Eine zufriedenstellende Lösung gab es für Schwiderowski offenbar nicht. Also wird er Suppen, Reibekuchen und Bratwurst jetzt auf anderen Märkten verkaufen. Dienstags und freitags in Hamm, mittwochs und samstags in Schwerte. „Ich brauche mich nicht zu verstecken mit unseren Produkten, die immer selbstgemacht sind und frisch“, sagt er.

Hamm und Schwerte statt Kamen

Der Kamener Wochenmarkt zieht sich dienstags und freitags ab 8 Uhr vom Alten Markt über die Marktstraße und einen Teil der Weststraße bis zum Willy-Brandt-Platz. Während der Corona-Pandemie mussten sich die Händler auf wechselnde Beschränkungen ihres Geschäfts einstellen. Als beispielsweise die Maskenpflicht noch flächendeckend auf der Marktmeile galt, war Kunden der Verzehr unmittelbar an Ständen nicht gestattet. In Lockdown-Phasen durften zeitweise nicht alle Händler ihre Waren anbieten. Manche Händler blieben dem Markt auch wegen geringer Umsatzerwartungen fern.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer

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