Mann verwüstet Wohnung, bis die Polizei kommt

dzHäusliche Gewalt

Ein Mann erleidet vor seiner Familie einen Nervenzusammenbruch, wütet gewalttätig in der Wohnung, bis die Polizei kommt: Seine Erklärung vor Gericht: „Ich konnte es einfach nicht bremsen.“

Kamen

, 08.10.2018, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einer Furie gleich war ein Mann in Kamen durch seine Wohnung gefegt, hatte Teller und Bilder umhergeworfen und einige seiner Möbel zerstört. Der alkoholisierte 40-Jährige war zu dieser Zeit, Abend des 31. März, jedoch nicht allein. Seine damalige Lebensgefährtin und deren Kind befanden sich ebenfalls in der Wohnung. Davon wissend hatten Nachbarn die Polizei wegen häuslicher Gewalt alarmiert. Im Amtsgericht Kamen musste sich der Mann nun wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

Er zeigte sich von seinem Verhalten am Tattag über sich selbst erschrocken. Es habe einen kleinen Streit mit seiner Freundin gegeben. In der Wohnung sei er dann förmlich ausgerastet. „Ich war außer Rand und Band“, gab der Kamener zu. Alles, was laut knallte, habe er zu Boden geworfen. Schließlich habe die Polizei vor der Tür gestanden. Die habe er nicht rein lassen wollen. Die Beamten verschafften sich dennoch Zutritt und brachten die Frau und das Kind – beide unverletzt – aus der Gefahrenzone. Irgendwann sei der Angeklagte hingefallen und habe sich durch den Aufprall auf dem Couchtisch ein paar Rippen gebrochen. Der dadurch entstandene Schmerz habe ihn wild herum schreien lassen. Erst der Einsatz von Pfefferspray hatte die Eskalation beendet.

„Ich wusste, was ich falsch mache, aber ich konnte es einfach nicht bremsen“, versuchte der Angeklagte, seinen Zustand zu beschreiben. Kurz darauf war in einer Klinik festgestellt worden, dass der Kamener ein Burnout mit schweren Depressionen hatte.

Ein daraus resultierender Nervenzusammenbruch hatte die heftige Reaktion auf den eigentlich unwesentlich Streit mit der Freundin ausgelöst. Das bestätigte ein Attest.

Inzwischen hat er mehrere Therapien gemacht, erklärte der 40-Jährige. Das alles täte ihm wirklich sehr leid. Aufgrund des Vorfalls sei letztendlich seine Beziehung zerbrochen.

Der Richter glaubte, dass sich der Mann in einer Ausnahmesituation befunden hatte. Er entschied, das Verfahren gegen den bis dato nicht strafrechtlich in Erscheinung getretenen Kamener, vorläufig einzustellen. Als Auflage muss der Mann 900 Euro an einen Verein für Windkraft zahlen.

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