Mäx-Inhaber Karsten Kemmer freut sich über Nominierung

dzWestfälischer Handelspreis

Zum ersten Mal in der 115-jährigen Unternehmensgeschichte ist Kemmer für einen renommierten Preis nominiert. „Das ist schon eine Nummer“, freut sich Karsten Kemmer.

Kamen

, 24.09.2019, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir waren zwar mal Tredford-Premium-Partner des Jahres, aber ohne das schmälern zu wollen: Der Westfälische Handelspreis ist schon eine ganz andere Nummer“, freut sich Karsten Kemmer über die Nominierung. Ob Kemmers Unternehmen „Mäx“ im Kamen Karree den Preis letztlich bekommen wird oder einer der drei Mitbewerber über 5000 Euro jubeln darf, entscheidet sich bei der Verleihung am Donnerstag in Dortmund. „Meine Lebensgefährtin und ich werden hinfahren und abwarten, was passiert“, sagt Kemmer.

Image-Gewinn für Unternehmer in vierter Generation

Was den Kamener Unternehmer in vierter Generation nämlich freut ist die Tatsache, dass nicht er sich um den Preis beworben hat, sondern dass der Handelsverband Nordrhein-Westfalen - Westfalen - Münsterland von allein auf ihn aufmerksam wurde. „Ich kenne auch die Bewertungskriterien der Jury nicht“, gibt Kemmer zu. Von einer Sache sei er jedoch komplett überrascht: „Erstaunlich viele Kunden haben mich ganz konkret auf die Nominierung angesprochen, dabei haben wir noch gar nicht damit geworben. Fürs Image ist dieser Preis daher schon sehr wichtig.“

Der Verband ehrt damit Unternehmer, die „dem stetigen Wandel im Handel mit Persönlichkeit, Phantasie und unternehmerischem Mut kreativ und beharrlich begegnen und damit zeigen, dass stationärer Handel nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft hat.“

Davon ist auch Karsten Kemmer überzeugt. In zehn, fünfzehn Jahren sieht er sein Unternehmen zwar veränderten Gewohnheiten durch technischen Fortschritt unterworfen, „aber auch dann wird immer noch gewohnt werden“, sagt er. Es werde nur mehr Dienstleistung gefragt sein. „Unsere Gesellschaft wird immer älter, die Jüngeren sind schon heute ganz anders qualifiziert und können und wollen immer weniger im Heimwerkerbereich tätig sein.“ Schon jetzt setzt Kemmer daher auf eigene Handwerker. Unter den 14 Mitarbeitern finden sich Raumausstatter und Bodenleger, darüber hinaus wird eng mit Malermeistern der Region kooperiert.

Online-Angebot wird nicht das Wichtigste werden

Kemmer kann sich zwar vorstellen, dass die Computertechnik aufgrund der Visualisierungsmöglichkeiten verstärkt in der Kundenberatung genutzt wird. „Aber den Handwerker wird man nicht downloaden können“, weshalb er nicht allein auf den Online-Handel setzen will. „Wir nutzen das Internet zur Werbung und Kommunikation. Aber bei der Inneneinrichtung setzen die meisten Kunden auf das haptische und optische Erleben direkt vor Ort.“

Der Westfälische Handelspreis honoriert auch die Tatsache, dass die Unternehmer dem stetigen Wandel begegneten. Kemmer tut das fast achselzuckend ab. „Wir sind ein Familienbetrieb, unsere Mitarbeiter sind lange bei uns. Da gibt es eine ganz andere Identifikation mit dem Job. Es wurde immer gewohnt, uns es wird immer gewohnt werden“, sieht sich Kemmer zudem in einer an sich dankbaren Branche. „Man muss nur seine Nische und seine eigene Antwort darauf finden, wie wohl am liebsten gewohnt wird.“ Kemmer setzt dabei auf einen Produktmix. Ein Bereich wird zwar mal ausgeweitet, anderes in Erwartung von Trendwenden aber nie komplett zurückgebaut.

Vorfahren erkennen das Geschäft nicht wieder

Seine Vorfahren, so ist Karsten Kemmer jedoch überzeugt, würden das Geschäft nicht mehr wiedererkennen. Zuviel habe sich verändert, seit man 1904 als Lackierbetrieb für Kutschen begann. Für seinen Vater sei es schwer gewesen, als der Firmenname mit dem Umzug ins Kamen Karree zu Mäx wurde. „Es war aber richtig“, sagt Kemmer. „Ich muss nicht meinen Namen an der Fassade haben. Ich will mit dem überzeugen, was ich mache. Nicht mit meinem Namen.“

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