Lkw-Stress und dicke Luft an der Landesstraße: Kamens SPD fordert Luftmessungen

dzWerver Mark

Mehr Druck auf die Behörden, damit der wachsende Lkw-Verkehr auf der Werver Mark ausgebremst werden kann: Die SPD-Fraktion fordert gegen die dicke Luft neue Luftmessungen an der Landesstraße.

Kamen

, 11.11.2019, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dicke Luft durch zu viel Schwerlastverkehr auf der Werver Mark: Die SPD-Fraktion verschärft den Druck auf die Bezirksregierung Arnsberg, um Klarheit zu bekommen, welcher Belastung die dortigen Bürgern ausgesetzt sind.

Sie fordert erneute Luftmessungen an der Landesstraße, die direkt durch den Kamener Ortsteil verläuft.

Der Bürger Peter Streich hat im Kampf gegen die dicke Luft in mehreren Sitzungen der Fachausschüsse und des Stadtrats vorgesprochen. „Wir fordern erneute Luftmessungen an der Werver Mark“, so Denis Aschhoff, Stadtverbandsvorsitzender der SPD. Auch die CDU hatte jüngst signalisiert, den Heeren-Werver Bürger zu unterstützen.

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SPD erneuert ihre Forderung

Die SPD erneuert eine Forderung des ehemaligen Stadtverbandsvorsitzenden Friedhelm Lipinski, die er schon im Juni dieses Jahres im Umweltausschuss formuliert hat.

„Zur Ausschaltung von Gesundheitsschäden durch die Feinstaubsituation im Bereich Werver Mark“, so Aschhoff mit Verweis auf Lipinskis Forderung, „ist die Bezirksregierung im Rahmen der Luftreinhalteplanung zuständig, die einen Nachweis durch eine entsprechende Feinstaubmessung zu erbringen hat.“ Messungen und darüber hinaus auch Zählungen seitens der Bezirksregierung würden schon einige Jahre zurückliegen.

Die SPD geht mit dieser Forderung weiter als der bisherige Vorschlag der Bezirksregierung, die empfiehlt, die turnusmäßig alle fünf Jahre stattfindende Verkehrszählung im kommenden Jahr abzuwarten. Daran könne man ablesen, ob sich die Verkehrsbelastung nennenswert erhöht habe.

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Antwort aus Arnsberg sorgt für Enttäuschung

Nachdem Peter Streich gefordert hatte, die unbefriedigende Situation an der Werver Mark, die als Landesstraße mit der Nummer L663 geführt wird, zu beenden, hatte die Stadtverwaltung sowohl die Bezirksregierung als auch den Baulastträger „Straßen NRW“ um Stellungnahme gebeten.

Öffentlich liegt bisher die Antwort aus Arnsberg vor, die bei Bürger Streich für Enttäuschung sorgte: Die Bezirksregierung Arnsberg, so die Rückmeldung, halte die die Lage in Heeren-Werve „für überschaubar“.

Seit 2005 sei keine Überschreitung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) festgestellt worden. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³).

Durch die lockere Bebauung an der Werver Mark, so die Bezirksregierung in ihrer Stellungnahme weiter, sei gewährleistet, dass die Luft gut durchmischt und abtransportiert werde. Die Werver Mark sei nicht stärker belastet als vergleichbare Straßen, so heißt es zusammenfassend.

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Hinweise und Beschwerden über zunehmenden Lkw-Verkehr

Die SPD ist da offenbar anderer Meinung. „Die Anregungen und Wahrnehmungen der Anwohnerinnen und Anwohner nehmen wir sehr ernst“, so der SPD-Vorsitzende Aschhoff. „Wir brauchen nun verlässliche Daten auch für die weitere Planung.“ Hinweise und Beschwerden über zunehmenden Lkw-Verkehr auf der Werver Mark hätten spürbar zugenommen. Das hat Streich schon mehrfach vorgebracht. Er will auch künftig nicht locker lassen. Für ihn ist es Fakt, dass sich das Verkehrsaufkommen auf den örtlichen Straßen zuletzt drastisch erhöht hat. Und dass es sich durch die Ansiedlungen der großen Logistiker wie Arvato an der Henry-Everling-Straße und Woolworth im Interkommunalen Gewerbegebiet noch steigern wird. „Wir sind umzingelt von Logistik“, sagt er ernüchtert.

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