Lkw-Sauerei am Pröbstingholz: Landrat soll Freiluft-Toilette schließen

dzForderungen aufgestellt

Das Pröbstingholz bleibt eine Freiluft-Toilette. Die Naturfreunde Kamen, die die Sauerei dokumentieren, schalten nun Landrat Michael Makiolla ein. Der hat auf das Anschreiben schon reagiert.

Kamen

, 05.09.2019, 10:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Naturfreunde Kamen bleiben hartnäckig im Kampf gegen die Verunreinigungen im und am Pröbstingholz. Heribert Jurasik, Initiator der Initiative, hat jetzt Landrat Michael Makiolla angeschrieben - mit der Bitte, „in der Notdurft-Angelegenheit etwas zu unternehmen“. Wie berichtet hat sich an der Situation an der Stadtgrenze zu Unna nichts geändert. Ein Lastwagenfahrer aus Karlsruhe schilderte unserer Redaktion vor Ort, was die Probleme der Lkw-Fahrer sind: Fehlende Rastplätze und verschmutzte sanitäre Anlagen, falls überhaupt vorhanden. „Da macht man sich lieber in die Hose“, sagte der Fahrer resignierend.

Lkw-Sauerei am Pröbstingholz: Landrat soll Freiluft-Toilette schließen

Wer tiefer in den Wald geht, stößt auf beiden Seiten des Wegen auf die Hinterlassenschaft der Logistik. Eigentlich soll hier ein Naherholungsgebiet sein. Es ist aber eine Freiluft-Toilette. © Marcel Drawe

Termin mit Makiolla und Dannebom in Aussicht

Die Naturfreunde, die das Pröbstingholz als Naherholungsgebiet für Kamen schützen wollen, sehen den kleinen Wald als Freilufttoilette missbraucht. Das Landrat-Büro im Kreishaus, so Jurasik, habe nach dem Brief signalisiert, einen Termin mit Makiolla und auch mit Dr. Michael Dannebom, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Unna, zu organisieren. Im Vorfeld, so machte Jurasik deutlich, positionierten sich die Naturfreunde mit folgenden Forderungen: „Die DHL soll nicht weiterhin auf dem hohen Ross sitzen und zumindest den Fahrern eine Möglichkeit geben, dass sie ihre Notdurft auf oder vor dem Gebäude verrichten können“, so Jurasik. Er fragt sich, warum es nicht möglich ist, zumindest übergangsweise mobile Anlagen aufzustellen, damit der Verschmutzung ein Ende gesetzt wird. Er deutet auf das DHL-Gelände, wo eine Stahltür auf das Gelände führt. „Man könnte dort ganz einfach einige Sanitär-Container aufstellen.“

Lkw-Sauerei am Pröbstingholz: Landrat soll Freiluft-Toilette schließen

Rechts und links des kleines Weges, der an dem Auffangbecken südwestlich des Pröbstingholzes verläuft, sammelt sich der Schmutz. © Marcel Drawe

Mit vielen Bildern die Sauerei dokumentiert

Wie es im Wald aussieht, hat Jurasik mit vielen Bildern dokumentiert. Oft entdeckt er, dass zum Verrichten der Notdurft Zeitungen aus ganz Deutschland verwendet werden. „So können also nicht nur Fahrer aus dem Ausland dafür verantwortlich sein, sondern auch Fahrer aus dem Inland.“ Auch diese könnten also die Logistiklager nicht für ihre Notdurft nutzen, schließt er. Wer über den kleinen Waldweg geht, der sieht rechts und links den Schmutz, auch weggeworfene Essenreste, Plastikflaschen, Zigarettenkippen. Ekelerregend sind die Hinterlassenschaften, zu denen Jurasik auch eine Einschätzung vom Kreisgesundheitsamt gebeten hat. „Die Essensreste locken Ratten an - das ist kein schöner Zustand.“ Die Wege, so Jurasik, sind früher von Spaziergängern gut genutzt worden, auch von den Naturfreunden. Doch das ist im Dreck der Logistik Geschichte.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Isomed-Verwaltung zieht um

Überraschender Gesundheits-Deal: Reha Kamen erweitert Ansiedlungspläne auf ganze Apotheke

Hellweger Anzeiger Konzertaula Kamen

Kindertheater-Saison mit Dschungelbuch eröffnet – und 400 Besucher kommen

Meistgelesen