Ampeln gegen dicke Luft im Klassenzimmer – eine gute Idee in Corona-Zeiten

dzDiskussion im Live-Talk

Schlechte Luft im Klassenraum fördert die Verbreitung des Coronavirus. Angefangen vom Lüften gibt es mehrere Wege, um die Luft zu verbessern. Die Ratskandidaten diskutierten über CO2-Ampeln.

Kamen

, 11.09.2020, 13:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die CO2-Ampel auf Rot steht, ist es allerhöchste Zeit zu lüften. Werden dann Fenster und/oder Türen aufgerissen, kommt frische Luft hinzu. Die Ampel sollte dann wieder grünes Licht zeigen. Solche Ampeln zeigen an, wie „verbraucht“ die Luft ist und können vor allem praktisch in Großraumbüros und Schulen sein.

Die Geräte sind gerade angesichts der Corona-Pandemie wieder im Gespräch, denn das Virus wird bekanntlich über ausgeatmete Aerosole übertragen, die logischerweise im Raum bleiben, wenn die Luft nicht in Bewegung ist. Ist viel Kohlendioxid (CO2) in der Luft ist, sind auch viele Aerosole in der Luft, die im schlimmsten Fall das Virus verbreiten können.

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Live-Talk in Kamen: CO2-Ampeln für Klassenräume?

Eine entsprechende Ampel könnte vor einer zu hohen Aerosol-Belastung im Klassenraum warnen. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass sie bald auch in Kamener Klassenräumen eingesetzt werden? Die Chancen stehen nicht ganz so schlecht, denn zumindest zeigt sich der Großteil der Kommunalpolitiker offen.

Auf kam das Thema beim Live-Talk unserer Zeitung am Mittwochabend, bei dem Redakteur Carsten Fischer die Spitzenkandidaten interviewte.

Ralf Eisenhardt von der CDU sagte zu dem Thema, dass nicht einmal unbedingt ein Antrag von einer Partei nötig wäre: Wenn die Schulverwaltung eine solche technische Unterstützung vorschlage und diese Schüler und Lehrer schütze, dann würde seine Partei und sicherlich auch die anderen zustimmen. Daniel Heidler (SPD) ist ebenfalls offen für solche Ampeln, wenn man die Lehrer, die ohnehin schon so tolle Arbeit leisteten, auf diese Weise unterstützen könne.

Im Live-Talk am Mittwochabend diskutierten die Spitzenkandidaten in Kamen über unterschiedliche Themen. Unter anderem auch über die Möglichkeiten, die Luft in Klassenräumen zu verbessern.

Im Live-Talk am Mittwochabend diskutierten die Spitzenkandidaten in Kamen über unterschiedliche Themen. Unter anderem auch über die Möglichkeiten, die Luft in Klassenräumen zu verbessern. © Udo Hennes

Anke Dörlemann findet CO2-Ampeln gut, Filteranlagen aber besser

Auch Anke Dörlemann von den Grünen befürwortet die Idee – grundsätzlich bevorzugt sie aber Luftfilteranlagen, die Frischluft in die Klassenräume befördern. Die seien gewinnbringender im Kampf gegen die Aerosole. Und nicht nur dagegen: Die Lehrerin weiß, dass Schüler bei einem zu hohen CO2-Gehalt schläfrig werden.

Ebenfalls Lehrer, weiß auch Klaus-Dieter Grosch von den Linken, wie schlecht die Luft in einem Klassenraum werden kann. „Als ich heute morgen in die Klasse kam, in der ich unterrichtete, habe ich natürlich erst einmal das Fenster aufgerissen und gleichzeitig die Tür aufgemacht. So ist es dann auch für 90 Minuten geblieben“, so Grosch. Weil das schwierig wird, wenn die Temperaturen sinken wäre es auch seiner Meinung nach schön, wenn es eine technische Unterstützung gebe, egal in welcher Form.

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Welches Form sie befürwortet, wusste Heike Schaumann von der FDP ganz genau. Sie sprach sich am Mittwochabend für Luftfilteranlagen aus. Ampeln können ihrer Meinung nach maximal eine Übergangslösung sein, weil diese das Problem nur feststellen, aber nicht lösen. Eine langfristige Lösung müsse deshalb her. „Das ist die erste Pandemie, aber wissen wir, ob es dabei bleibt?“

Der einzige, der sich eher skeptisch zeigte, war Helmut Stalz von den Freien Wählern. Skeptisch nicht, weil er die Effektivität einer Filteranlage anzweifelte, sondern, weil er nicht an eine zeitnahe Umsetzung glaubt, weil jeder Raum mit einer Anlage ausgestattet werden müsse. Er plädierte für kürzere Unterrichtszeiten und dass gesichert sein müsse, dass die Klassenzimmer über Fenster verfügen, die sich öffnen lassen.

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