Legionellen verdampft: Sperrung der Sporthallen ist aufgehoben

Erst nach einem Dreivierteljahr

Über ein Dreivierteljahr dauerte die Sperrung von Sanitärbereichen in zwei Sporthallen wegen krankheitserregender Legionellen. Jetzt sind die Keime verdampft. Es kann wieder geduscht werden.

Kamen

, 08.08.2019, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Legionellen verdampft: Sperrung der Sporthallen ist aufgehoben

Bei Fällen von Legionellenverdacht wird das Wasser in einem Institut untersucht. Nun sind die Rohre in den Sanitärbereichen zweier Sporthallen wieder freigegeben. © picture alliance / dpa

Hartnäckige Legionellen sind durch heißes Wasser verdampft und die Sperrung der Kamener Sporthallen ist aufgehoben: Nach erfolgreicher Durchführung sogenannter „thermischer Desinfektionsmaßnahmen“ und weiterer Reparaturen am Wasserleitungsnetz sind die Sanitäranlagen sowohl der Sporthalle I an der Gutenbergstraße als auch der Sporthalle Heeren ab sofort wieder freigegeben. Das meldete Stadtsprecher Rüdiger Büscher am Donnerstag.

Sperrung einiger Anlagen über ein Dreivierteljahr

Die Krankheitserreger wurden bereits Ende vorigen Jahres in den Leitungen entdeckt, sodass betroffene Sanitärbereiche gesperrt wurden. Die Sperrung wurde am 3. Dezember bekannt gegeben. Über eine längere Zeit stand beispielsweise in der Sporthalle I nur einer der drei Duschbereiche zur Verfügung, weil dort Legionellenfilter eingesetzt werden konnten. Die Stadt prüft laut Hygienevorschriften turnusmäßig im November sämtliche Sanitäranlagen ihrer Schul- und Sportgebäude. Das Analyseergebnis zeigt das Verhältnis der Anzahl von Kolonie bildenden Einheiten der Legionellen (KBE) pro 100 Milliliter. Laut Trinkwasserverordnung besteht bei einem Nachweis bis 100 KBE kein Grund zum Handeln, weil sich diese Werte noch im Toleranzbereich befinden. Wird ein Wert bis 1000 KBE gemessen, ist indes eine Sanierung erforderlich, die innerhalb eines Jahres erfolgen sollte. Der Gutachter, der die Hallen untersucht hat, stellte mehrere Mängel fest, darunter ungünstig angebrachte oder nicht abgeklemmte Rohre. Zudem sind totgelegte Leitungen festgestellt worden, in denen sich Wasser sammelte, das wieder in den Kreislauf gelangte.

Mit mindestens 70 Grad und drei Minuten lang durchgespült

Bei einer Desinfektion muss jeder einzelne Temperaturregler von Duschen und Wasserhähnen ausgebaut werden. Das ist deswegen notwendig, weil die Leitungen und „Wasserentnahmestellen“, wie Duschköpfe und Wasserhähne im Behördendeutsch genannt werden, mit heißem Wasser desinfiziert werden. Deswegen muss der Temperaturregler, der normalerweise verhindert, dass sich die Nutzer verbrühen, deaktiviert werden. Die sogenannte „thermische Desinfektion“ greift ab einer Wassertemperatur von 70 Grad. Bei diesem Wert werden die Legionellen-Kolonien abgetötet. Mit einer Dauer von mindestens drei Minuten werden die Leitungen dabei durchgespült. Es war in den betroffenen Sporthallen nicht der erste Legionellen-Alarm. Das wiederholte Vorkommen veranlasste die Stadtverwaltung zu einer gründlichen Überprüfung.

Auch andere Sporthallen sind wieder freigegeben

Auch in anderen Sporthallen, in denen während der Sommerferien notwendige Instandsetzungsarbeiten erfolgten, sind die Sperrungen seit dem Wochenende aufgehoben. „Die Nutzer wurden durch das Sportamt bereits informiert“, so Büscher. Die Koppelteichsporthalle bleibe aber aufgrund der Sanierung des Sportbodens weiterhin gesperrt.

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