LEG und Mieterin finden guten Kompromiss

dzSaubere Lösung

Weil die Oma stürzte und ihre Wohnung in der Richard-Wagner-Straße aufgeben musste, sollten die Angehörigen zuerst auf 1600 Euro Mietzahlung sitzen bleiben. Jetzt lenkt die Vermieterin ein.

von Werner Wiggermann

Methler

, 06.09.2019, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 47 Jahren hatte Anneliese Witkowski in ihrer schönen Wohnung an der Richard-Wagner-Straße gewohnt. Dann stürzte die 96-Jährige, musste ins Krankenhaus und anschließend ins Pflegeheim. Aus dem Wohnungsmietvertrag kam die Familie aber nicht so schnell heraus: Bis Ende Oktober wollte die „LEG wohnen“ zunächst Geld. Jetzt zeigt sich das Unternehmen kulant.

Erste Kündigung kam nicht an

Rechtlich war auch die erste Forderung korrekt, weiß Annette Teschke, die Enkeltochter der Seniorin. Dass sie zunächst noch rund 1600 Euro Miete überweisen sollte, ohne Nutzen davon zu haben, war dabei wohl wirklich nur Pech: Ein erstes, damals fristgerechtes Kündigungsschreiben hatte sie an ein nicht mehr existierendes Büro des Wohnungsunternehmens nach Unna geschickt. Als es zurückkam, war es zu spät. Neuer Stichtag für eine fristgerechte Kündigung: Eben der 31. Oktober.

Drei Monate zum Renovieren?

Und diese Zeit benötige man auch, um Handwerker zu bekommen, um die Wohnung wieder in einen vermietbaren Zustand zu bringen, teilte die LEG in einer ersten Reaktion auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Die LEG hatte Annette Teschke zudem darauf hingewiesen, dass die Mietzahlungen bis Oktober in solchen Fällen auch vom Sozialamt übernommen würden - aber gerade das empörte sie. „Das ist doch öffentliches Geld - das kann man doch nicht einfach so verschleudern!“, findet Annette Teschke.

Einigung beim Unterboden

Dieser verantwortungsbewussten Sichtweise hat sich die LEG anscheinend nun angeschlossen. Wie das Wohnungsunternehmen jetzt mitteilte, soll die Schlüsselübergabe bereits Ende September stattfinden - und zu diesem Termin würde dann auch das Mietverhältnis enden. „Ein sehr vernünftiger Kompromiss“, wie Annette Teschke findet. Zumal man sich auch über den Zustand einigte, in dem die Wohnung übergeben werden soll: Auf die Beseitigung der Fußböden und der Tapeten wollte die LEG ohnehin schon verzichten. Zusätzlich erkennt das Wohnungsunternehmen jetzt auch noch an, dass ein vor Jahren schon gemeldeter Wasserschaden nicht in der Verantwortung der Mieterin lag - und daher jetzt auf LEG-Kosten saniert werden soll.

„Mehr konnten wir eigentlich nicht erwarten“, findet Annette Teschke. Und was sie besonders freut: „Die Lösung ist gerecht, und die öffentliche Hand wird nicht unnötig belastet.“

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