Behörden finden keinen Nachweis, warum Kunden bei KFC schlecht wurde

dzUntersuchungsbericht

Etwas stimmte nicht mit dem Fritteusenfett: Mehr haben die Behörden nicht darüber herausfinden können, warum fünf Kunden des Schnellrestaurants KFC so schlecht wurde, dass der Notarzt kam.

Kamen

, 28.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Rund eine Woche nach einem Notarzt-Einsatz beim Hähnchenbrater KFC in Kamen haben die Behörden am Mittwoch das Ergebnis von Laboruntersuchungen bekannt gegeben. „Eine Ursache der Erkrankungen war nicht zu ermitteln“, teilte der Kreis Unna mit.

Fünf Männer klagten am 19. März nach dem Verzehr von „Hot Wings“ über Übelkeit, einer erbrach sich. Daraufhin wurden Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert, alle Betroffenen kamen vorsorglich ins Krankenhaus, das sie nach Untersuchungen wieder verlassen konnten. Die Polizei schloss das Lokal zwangsweise, erst am nächsten Morgen nach einem Besuch von Lebensmittelkontrolleuren konnte es mit einigen Minuten Verspätung wieder öffnen. Die Veterinäre hatten die Reinigung der Fritteuse und die Entsorgung der Füllung veranlasst.

Stichwort

KFC

Das KFC-Restaurant in Kamen wird von einem Franchisenehmer im Namen der weltweit operierenden Hähnchenbraterkette betrieben. In der Filiale im Gewerbegebiet „Kamen-Karree“ sind nach Firmenangaben 25 Mitarbeiter beschäftigt. Das Angebot besteht unter anderem aus frittierten Hähnchenteilen. KFC ist seit 1968 in Deutschland vertreten, die Filiale in Kamen wurde 2013 eröffnet und hat einen 140 Quadratmeter großen Verkaufsraum. Hinter KFC („Kentucky Fried Chicken“) steckt eine der größten Systemgastronomie-Restaurantketten der Welt. „Yum!“ mit deutschem Hauptsitz in Düsseldorf und Zentrale in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky ist nicht nur die Mutter von KFC, sondern auch von Pizza Hut (ebenfalls im Kamen-Karree vertreten) und Taco Bell. Yum! betreibt nach eigenen Angaben über 43.500 Restaurants in mehr als 135 Ländern. Seit 2010 sei die Anzahl der KFC-Restaurants in Deutschland auf über 150 Filialen verdoppelt worden, heißt es in einem Firmenporträt.

Proben des Fritteusenfetts wurden vom Veterinäramt in Unna an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Westfalen (CVUA) geschickt. Das Ergebnis liegt nun vor: Das Frittierfett roch und schmeckte merkwürdig. In der Sprache der Gutachter des CVUA wurde ein „stark gebrauchter, stark nach Frittiergut“ und „leicht brandiger“ Geruch sowie ein „gebrauchter, stark nach Frittiergut“ und „scharfer“ Geschmack festgestellt. Die vorliegenden Proben wiesen eine „von der herkömmlichen Verkehrsauffassung negativ abweichende sensorische Beschaffenheit“ auf, heißt es im Behördendeutsch.

Veterinäramt: Frittierfett war „nicht verdorben“

Wenn etwas merkwürdig riecht und schmeckt, spricht der Volksmund von verdorbenem oder schlechtem Essen. Von verdorbenem Fett sprechen die Lebensmittelkontrolleure in ihrem Gutachten aber aus fachlicher Sicht ausdrücklich nicht. Denn die Fettproben seien chemisch und mikrobiologisch nicht zu beanstanden gewesen, seien also nicht mikrobiologisch oder chemisch verdorben. Betitelt ist die Mitteilung des Kreises Unna mit den Worten: „Schlechter Geruch - Frittierfett aus Schnellrestaurant war nicht verdorben“.

KFC spricht von einem Einzelfall

KFC erklärte nach vor Bekanntwerden des Untersuchungsergebnisses auf Anfrage, dass es sich bei dem Vorfall um einen Einzelfall handle. „Wir arbeiten seit vielen Jahren vertrauensvoll mit dem Franchisepartner zusammen. Er ist nie wegen Kundenbeschwerden aufgefallen“, heißt es. Zu negativen Kommentaren auf der Facebookseite des Restaurants erklärte das Unternehmen: „Anhand des Gäste-Feedbacks auf Facebook sehen wir keinen Anlass, Maßnahmen einzuleiten, die über unsere üblichen strikten Kontrollen hinausgehen.“

Behörden finden keinen Nachweis, warum Kunden bei KFC schlecht wurde

Menü am Drive-In-Schalter: Für fünf Kunden endete der Verzehr von „Hot Wings“ am 19. März 2019 mit einem Besuch im Krankenhaus. © Carsten Fischer

KFC verweist auf seine Verpflichtungen bei der Lebensmittelsicherheit und strenge Vorschriften. „Die strikte Einhaltung der Standards wird fortlaufend durch regelmäßige unangekündigte Kontrollbesuche und intensive Mitarbeiterschulungsprogramme sichergestellt“, heißt es. Man führe interne Untersuchungen durch und gehe alle Produktionsschritte durch, um die Ursache des Vorfalls zu klären. Eine Erklärung dafür, warum Kunden trotz auffälligen Geruchs derart Ekliges angeboten wurde, nannte KFC nicht.

KFC bittet Betroffene, sich zu melden

Die Behörden stützen die Aussagen des Fastfood-Anbieters. Auch die mikrobiologischen Eigenkontrollen des Schnellrestaurants ergaben nach Angaben des Kreises Unna keinen Hinweis auf eine mikrobiologische Belastung, sprich Keime im Geflügelfleisch. Das Veterinäramt kontrollierte den Betrieb zuletzt am Mittwoch ohne Bestandungen.

Mit den Gästen, für die der KFC-Besuch im Krankenhaus endete, würde der Hähnchenbrater gerne sprechen. „Bislang stehen wir nicht im Kontakt mit den betroffenen Gästen, da uns die Personalien aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht übermittelt werden dürfen“, heißt es. „Wir bedauern das negative Erlebnis (...) und würden uns über ein persönliches Gespräch sehr freuen.“

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