Masken tragen im Einzelhandel, selbstverständlich in Corona-Zeiten. Der Elektrofachmarkt Brumberg wünscht sich, dass es kurzfristig zu einer Öffnung kommt. © Marcel Drawe
Wirtschaft und Corona

Kurzarbeit bei Brumberg: Dringender Wunsch nach Öffnung schon im März

Die Lage im Einzelhandel spitzt sich zu. Kamens größter Kundenmagnet Brumberg meldet erstmals Kurzarbeit an, allerdings in geringem Umfang. Der Wunsch, schnell zu öffnen, ist dringend.

Nach einem Jahr der Pandemie und zweier Lockdowns meldet der Elektrofachmarkt Brumberg, stärkster Kundenmagnet der Innenstadt, Kurzarbeit an. Erstmals und nur in geringem Maße, wie die Geschäftsführer Matthias und Andreas Brumberg auf Anfrage berichten. „Wir hatten das eigentlich nicht vor. Doch seit Mitte Januar fehlt die Planungssicherheit. Wir sind permanent auf dem Sprung, wieder zu öffnen. Doch dann kommt die nächste Verlängerung des Lockdowns“, schildert Matthias Brumberg die Situation.

Insgesamt 80 Mitarbeiter an zwei Standorten

Der Elektrofachmarkt, der sich der Langenhagener Fachhandelskooperation expert angeschlossen hat, beschäftigt in Kamen 50 Mitarbeiter und in Menden 30. Für etwa 15 Prozent der Kräfte wurde Anfang Februar in geringem Umfang Kurzarbeit angemeldet, so Andreas Brumberg. „Bisher auf freiwilliger Basis. Dabei versuchen wir, dass sich keine Härtefälle aufbauen und dass niemand in finanzielle Schwierigkeiten gerät.“

Brumberg gibt es in Kamen seit 1899 und wird in vierter Generation geführt. Momentan sei es unabsehbar, wann das Geschäft für Kunden wieder öffnen dürfe. Über das Prinzip „Click & Collect“ habe man, so Matthias Brumberg zwar eine Grundauslastung. „Das ist zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.“

Hilferuf der Kamener Händler Richtung Politik

Jüngst hatten sich Kamens Händler mit einem Hilferuf an die Bundes- und Landesregierung gewandt, weil sie das Ausbluten der Innenstadt im Dauer-Lockdown befürchten. Mit der Fleischerei Radtke, dem Reisebüro Mohr und der Gaststätte „Flying Durchman“ gibt es mindestens drei Unternehmen, für die Pandemie das Aus bedeutet. „Die Unternehmen vor Ort werden nicht gerecht behandelt. Sie erfüllen eigentlich alle Vorgaben, es gab keine größeren Ausbrüche in Handel“, so Matthias Brumberg. „Jetzt profitieren andere Unternehmen, die noch mehr wachsen und eine größere Marktmacht erhalten.“

Auf staatliche Hilfen bisher verzichtet

Auf staatliche Hilfe haben die Brumbergs bisher verzichtet. „Wir liegen genau an der Grenze, um diese Hilfen zu beantragen“, so Matthias Brumberg. Etwa 60 Prozent des früheren Umsatzes könne durch die jetzige Click-&-Collect-Strategie erwirtschaftet werden. „Das ist zwar eine Grundauslastung, aber nicht die Frequenz, die wir brauchen.“ Es sei auch nicht das, was man sich als Einzelhändler vorstelle. „Wir leben vom 1:1-Gespräch mit dem Kunden, wir wollen sie vor Ort beraten.“

Wunsch: Öffnung noch im März

Zurzeit holen sich die Kunden am Haupteingang die bestellten Waren ab. Intern werden zudem Personalgespräche geführt. „Wir wollen die zusätzliche Zeit, die wir jetzt haben, ja sinnvoll nutzen“, so Brumberg. Er rechnet nicht damit, dass im März schon geöffnet wird. „Aber mein Wunsch wäre es.“

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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Carsten Janecke
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