Krankenhaus oder Arzt? Diese Entscheidung könnte Patienten bald abgenommen werden

dzEntlastung für Hellmig-Krankenhaus

In der Notaufnahme des Hellmig-Krankenhauses kann es schon einmal stressiger werden. Sollte eine Idee von Gesundheitsminister Jens Spahn aufgehen, dann könnte es entspannter werden – für Arzt und Patient.

Kamen

, 25.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wann sollte man ins Krankenhaus, wann reicht es aus, einen Termin beim Hausarzt zu vereinbaren, und wann ist eine Ruhepause schon ausreichend? Mit diesen Fragen hat sich wohl jeder schon einmal befasst. Falsche Einschätzungen gibt es immer wieder. Es gibt Tage, an denen die Notaufnahme im Kamener Hellmig-Krankenhaus recht voll ist und an denen es gilt, Patienten, die nicht unbedingt dort sein müssten, von echten Notfällen zu unterscheiden.

Doch es geht freilich auch andersherum: Es gebe durchaus den Patienten, der seine Symptome sogar unterschätzt und bei dem sich hinter scheinbar banalen Beschwerden ein Herzinfarkt verbirgt, erklärt Dr. Sandra Döpker, die Leitende Ärztin der Notaufnahmen im Klinikum Westfalen.

So oder so: Die Patienten müssen vor dem ersten Kontakt mit einem Arzt von examinierten Pflegekräften ersteingeschätzt werden. Wann der Patient auf den Arzt trifft, hängt einerseits von dem Patientenandrang ab, andererseits aber auch davon, welche ärztliche Fachgruppe für weitere Schritte benötigt wird. Die Zeit in der Notaufnahme soll jetzt mit einem neuen Gesetz verkürzt und die Notfallkräfte entlastet werden.

Krankenhaus oder Arzt? Diese Entscheidung könnte Patienten bald abgenommen werden

Auch das Hellmig-Krankenhaus in Kamen würde von der neuen Regelung profitieren. © Stefan Milk

Neue Nummer könnte auch die Notaufnahme entlasten

Gesundheitsminister Jens Spahn plant bekanntlich, die Aufteilung von Patienten zwischen Hausarztsystemen und Krankenhäusern besser zu steuern. Dazu soll die Nummer für den Bereitschaftsdienst der Ärzte 116 117 künftig nicht nur außerhalb der Praxiszeiten erreichbar sein, sondern rund um die Uhr. Die Nummer soll als Wegweiser dienen.

Patienten sollen eine erste Einschätzung bekommen, damit sie wissen, ob sie ins Krankenhaus gehen sollten oder zum Arzt. Ist Letzteres der Fall, soll die Fachkraft am Ende der Leitung auch gleich einen Termin binnen 24 Stunden vereinbaren können – vielleicht nicht beim eigenen Arzt.

Wer die Nummer wählt, bekommt also eine Orientierung und dem Anrufer wird auch bei der Terminsuche geholfen – so der Idealfall.

Die Nummer, die im kommenden Jahr 24 Stunden täglich erreichbar sein soll, könnte auch dem Hellmig-Krankenhaus zugutekommen.

Wenn es tatsächlich gelinge, durch die aktuell von der Politik diskutierten Ansätze die Aufteilung von Patienten zwischen Hausarztsystemen und Krankenhäusern gut zu steuern, könnte sicher auch die Notaufnahme im Hellmig-Krankenhaus entlastet werden, sagt Döpker. Dann könnten sich auch die Wartezeiten reduzieren.

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Mehr Kranke im Winter und kaum Gewalt

Vor allem in den Wintermonaten wäre das praktisch. Laut Pressesprecher Klaus-Peter Wolter sind die Fallzahlen von Oktober bis März grundsätzlich höher. Häufungen von Durchfall- oder von Grippe-Erkrankungen seien immer in einer Notaufnahme spürbar. Im Tagesverlauf zeige die Statistik zudem, dass zum Beispiel sonntags um 11 Uhr – nach der üblichen Frühstückszeit – eine besonders große Nachfrage eintritt. Döpker betont, dass auch diese Patienten im Hellmig-Krankenhaus ernst genommen werden.

In der Notaufnahme wird es übrigens nicht nur in den Wintermonaten stressig, sondern auch dann, wenn Patienten aufgrund psychischer Erkrankungen oder Vergiftungen übergriffig werden. Körperliche Gewalt gibt es laut Düpke zwar sehr selten, doch gelegentlich komme es dazu. Die Fachkräfte können die Konflikte meist mündlich lösen.

Sicherlich wäre eine entspanntere Atmosphäre, die die Neuauflage der Nummer 116 117 bringen soll, auch in solchen Fällen förderlich.

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