Konzertaula Kamen sagt alles bis Silvester ab – auch „Dinner for One“

Teil-Lockdown verlängert

Mit dem „Dinner for One“ fallen auch die letzten Veranstaltungen dieses Jahres in der Konzertaula Kamen der Corona-Krise zum Opfer – und auch schon erste Termine für 2021 wie „Schwanensee“. Das Neujahrskonzert wackelt.

Kamen

, 26.11.2020, 11:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Komödie um den berühmten TV-Sketch, die in der Konzertaula Kamen als Gastspiel des Potsdamer Theaters Poetenpack über die Bühne gehen sollte, ist abgesagt – so wie weitere Termine.

Die Komödie um den berühmten TV-Sketch, die in der Konzertaula Kamen als Gastspiel des Potsdamer Theaters Poetenpack über die Bühne gehen sollte, ist abgesagt – so wie weitere Termine. © Constanze Henning

Die Handlung des Silvesterklassikers „Dinner for One“ scheint wie gemacht für die Corona-Zeit. Mindestabstand und Kontaktbeschränkung – alles kein Problem, wenn Gastgeberin Miss Sophie lediglich mit imaginären Gästen am tatsächlich gedeckten Tisch sitzt. Butler James gibt sich alle Mühe, alle Gläser zu leeren.

Ein „Dinner for One“ in Form einer Komödie, die die Vorgeschichte des skurrilen englischen Abendessens erzählt, sollte am 11. Dezember auch in der Konzertaula Kamen über die Bühne gehen. Nun fällt das Theaterstück, wie schon zahlreiche Termine der vorigen und aktuellen Spielzeit, der Corona-Krise zum Opfer. Die Stadt Kamen gab am Donnerstag bekannt, dass nun auch die letzten Veranstaltungen bis Jahresende abgesagt sind – sowie erste Termine 2021.

Jörg Höning über die Absage weiterer Termine in der Konzertaula Kamen: „Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben unvermeidlich, aus Sicht zahlreicher Kulturinteressenten und auch des Kulturbüros jedoch bedauerlich,  da die Resonanz auf diesen Neustart äußerst positiv ausfiel.“

Jörg Höning über die Absage weiterer Termine in der Konzertaula Kamen: „Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben unvermeidlich, aus Sicht zahlreicher Kulturinteressenten und auch des Kulturbüros jedoch bedauerlich, da die Resonanz auf diesen Neustart äußerst positiv ausfiel.“ © Marcel Drawe/Archiv

„Pettersson und Findus“ und „Schwanensee“ gestrichen

Gestrichen sind das Kindertheaterstück „Pettersson und Findus“ (3.12), die Weihnachtsshow „Ein Weihnachtstraum“ (4.12.), das Sinfoniekonzert mit der Neuen Philharmonie (9.12.) und „Dinner for One – wie alles begann“ (11.12.). Die Entscheidung, ob das Neujahreskonzert (1.1.) stattfindet, wurde auf Mitte Dezember vertagt. Weitere Termine für 2021 bleiben vorerst im Kalender. Nur der Ausfall der Ballettaufführung „Schwanensee“ (13.2.) sowie des Familienmusicals „Tarzan“ (25.3.) steht nach Absagen der Gastspiel-Veranstalter schon fest.

Konzertaula

Ticket-Rückgabe möglich

Bereits erworbene Eintrittskarten der abgesagten Veranstaltungen in der Konzertaula Kamen können im Original unter Angaben des Käufernamens und dessen Bankverbindung an das Kulturbüro der Stadt Kamen, Rathausplatz 1, zurück gegeben werden, der Kaufpreis wird wie gewohnt erstattet.

Seit der Verhängung des sogenannten Teil-Lockdowns ab November hat es in der Konzertaula keine Kulturveranstaltungen mehr gegeben. Zuvor hatten die Veranstalter die Aufführungen unter ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept gestellt: Als Entertainer Bernd Stelter am 2. Oktober von 200 Zuschauern bejubelt wurde, war nur rund ein Drittel der normalerweise zulässigen Besucherzahl da. Jörg Höning vom Kulturbüro betont im Gespräch mit der Redaktion die gute Atmosphäre und disziplinierte Verhalten des Publikums, dem eine Sehnsucht auf kulturelle Angebote anzumerken gewesen sei. Auch in einer Mitteilung des Kulturbüros bringt er nun das Bedauern über die neuen Absagen zum Ausdruck. „Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben unvermeidlich, aus Sicht zahlreicher Kulturinteressenten und auch des Kulturbüros jedoch bedauerlich, da die Resonanz auf diesen Neustart äußerst positiv ausfiel. Die Kulturinteressierten nahmen die doch etwas gewöhnungsbedürftige sterile Sicherheitsatmosphäre in der Aula an und genossen mit einem guten Gefühl das städtische Kulturangebot.“

Die Absagen für die Konzertaula sind eine Reaktion darauf, dass Bund und Länder die aktuellen Corona-Maßnahmen laut einem Beschluss von Mittwochabend bis zum 20. Dezember verlängern werden. Dies trifft unter anderem Theater, Freizeitstätten und die Gastronomie. Eine Besprechung der Länderchefs mit der Bundeskanzlerin über das weitere Vorgehen ist bis 15. Dezember vorgesehen, und auf diesen Termin wartet nun auch Höning. „In einer Art Sisyphusarbeit ist das Kulturbüro auch weiterhin bemüht, ein Kulturprogramm zu erarbeiten und anzubieten, mit – zumindest aktuell – vermutlich nur zweifelhafter Wahrscheinlichkeit des tatsächlichen Zustandekommens“, heißt es in der Mitteilung.

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Derweil sollen die Kultur-Abonnenten der Konzertaula erneut „Wunschzettel“ ausfüllen und bis 11. Dezember zurückschicken. Darauf können sie vermerken, welchen Aufführungen sie bis einschließlich Februar besuchen möchten. Auf dem Spielplan steht unter anderem die Polit-Satire „Mr. President First“ (29. Januar) und die Komödie „Alles was sie wollen“ (12. Februar). Weil gemäß Hygiene- und Infektionsschutzkonzept nicht genug Sitzplätze für alle zur Verfügung stehen, erfolgt auf Basis der Wunschzettel eine Auslosung bis Ende Dezember. Die Kartenausgabe erfolgt ab 4. Januar nach Terminvereinbarung im Kulturbüro (Tel. 02307/148 3512).

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