Die Parkplatzsorgen von Anwohnern im Kamener Bahnhofs- und Freibad-Viertel werden durch Schwimmbad-Neubaupläne verschärft. Der Badbetreiber plant mit 68 Plätzen, aber nicht alle sind neu.

Kamen

, 19.03.2019, 16:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Freibad Kamen liegt noch im Winterschlaf, nur einige Fliesenleger und Klempner sind mit Arbeiten für den Saisonstart beschäftigt. Obwohl die Saison noch nicht begonnen hat, sind viele Parkplätze vor der Freizeiteinrichtung belegt. Das Phänomen ist mit der Nähe zum Kamener Bahnhof zu erklären, dem bei Pendlern gefragten ersten Einstiegspunkt ins VRR-Gebiet. Morgens früh beginnt rund um den Bahnhof die Parkplatzsuche, denn das P&R-Parkhaus reicht oft nicht aus. 350 Meter entfernt vom Bahnhof, rund ums Freibad, sind oft noch Plätze zu finden.

Einwohnerfragestunden genutzt

Künftig könnte sich die Parksituation im Bereich des Freibads noch verschärfen - und das liegt an den Neubauplänen für das Freibadgelände. Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) planen ein neues Ganzjahresbad als Ersatz für alle bisherigen Bäder in Kamen, was die Parkplatzsorgen der Anlieger vergrößert. Heike Klassen, die in Sichtweite des Schwimmbeckens wohnt, brachte diese Sorge vorigen Donnerstag in der Einwohnerfragestunde des Stadtrats zum Ausdruck. „Wie stellen Sie sich die Parksituation künftig vor?“, wandte sie sich an Bürgermeisterin Elke Kappen und Verwaltungsvize Dr. Uwe Liedtke. Klassen erwähnte nicht nur die Kombibad-Pläne, sondern auch ein Mehrfamilienhaus-Projekt der Wohnungsgesellschaft UKBS mit 30 Wohnungen. Liedtke sagte der Fragestellerin eine Antwort in einem persönlichen Gespräch zu, das ohnehin vereinbart war. Den Gesprächstermin hatte Klassen bereits vor ihrer öffentlichen Wortmeldung im Rathaus bekommen.

Kombibad-Neubaupläne verschärfen Parkplatzsorgen

Viele Parkplätze rund ums Freibad sind auch außerhalb der Saison belegt, weil der Parkdruck in diesem Bereich wegen der Nähe zum Bahnhof hoch ist. © Stefan Milk

Manche parken die Haustür

Die Straßen rund ums Freibad sind während der Hochsaison zugeparkt von Freibad-Besuchern. Elena Maisler wohnt, wie auch Klassen, in der Straße „Am Ufer“. Sie steht zur Mittagszeit in ihrer Haustür und schildert, dass im Sommer oft Parkplatz-Chaos herrsche. „Die parken bei uns vor der Haustür“, sagt die Anwohnerin. Von dort sind es nur wenige Meter zum Haupteingang. Maisler weist darauf hin, dass es ja weiter die Wilhelm-Bläser-Straße hinunter einen Extra-Parkplatz fürs Freibad gebe, der den Besuchern zur Verfügung stehe.

Behelfsparkplatz fällt weg, weil UKBS ein Solarhaus baut

Schätzungsweise mehr als 50 Autos passen auf diesen Parkplatz, doch genau diese Fläche wird künftig wegfallen. Die UKBS plant dort ihr sogenanntes Solarhaus - ein Vorzeigeprojekt mit Eisspeicher- und Photovoltaik-Technik zur Energieversorgung. Bäder-Architekt Heinrich Brinkhus vom Planungsbüro Geising & Böker hatte die Parkplatz-Thematik schon im November 2018 gleich am Anfang seiner Präsentation der Kombibad-Neubaupläne erwähnt und erklärt: „Wir werden Teile der Liegewiese im nördlichen Bereich nutzen, um das neue Gebäude zu platzieren und um zusätzliche Parkplatzflächen zu schaffen, denn den Parkplatz im Nordwesten können wir in Zukunft nicht berücksichtigen.“

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So sehen die Pläne für das Kamener Kombibad aus

Das Architekturbüro Geising & Böker hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für ein ganzjähriges nutzbares "Kombibad" in Kamen vorgelegt.
07.11.2018
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Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Vorgesehener Standort für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen ist das Gelände des heutigen Freibads Kamen.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Technische Daten des Neubaus: Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker/GSW
Gegenüber einem früheren Grobentwurf des Gutachterbüros GMF ist Grundfläche der aktuellen Planung größer geworden. © Geising & Böker/GSW
Der Vergleich der bisherigen Grobplanung und des jetzt vorgelegten Entwurfs. Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker
Aktuelle Kostenschätzungen: Das Architekturbüro Geising & Böker aus Vechta hat im Auftrag der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen einen Entwurf für den Neubau eines ganzjährig nutzbaren "Kombibads" in Kamen vorgelegt.© Geising & Böker/GSW

Bäderpläne

Kombibad oder Sanierung

Die Ratsentscheidung, ob ein neues Kombibad mit Frei- und Hallenbad für mindestens 21,5 Millionen Euro (netto) auf dem Gelände des heutigen Freibads Kamen gebaut wird, wird bis Mitte 2019 erwartet. Die Alternative zum Neubau wäre eine Sanierung drei vorhandener Bäder, die auf mindestens 24,3 Millionen Euro geschätzt wird. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) und GSW-Chef Jochen Baudrexl haben in einer Pressekonferenz im Februar den Neubau empfohlen. In Heeren-Werve kämpft eine Bürgerinitiative für den Erhalt der dortigen Kleinschwimmhalle. Die Bürgermeisterin hat für 13. Mai eine Einwohnerversammlung zur öffentlichen Vorstellung der alternativen Pläne angesetzt.

26 Stellplätze auf Kombibad-Gelände geplant

Doch wie viele Stellplätze braucht das Kombibad eigentlich? Zur Ermittlung des Bedarfs hat sich der Architekt an den sogenannten „Richtlinien für den Bäderneubau“ orientiert. Nicht alle Parkplätze werden auf dem Gelände neu gebaut, sondern vorhandene Parkplätze in den umliegenden Straßen werden mitgerechnet. „Unter Berücksichtigung der guten Bus- und Bahn-Anbindung und der Schaffung von 200 Fahrradabstellplätzen stehen auf dem Gelände des Kombibades 26 PKW-Stellplätze zur Verfügung“, erklärt Jochen Baudrexl von den Gemeinschaftsstadtwerken. „12 zusätzliche Stellplätze werden im öffentlichen Verkehrsraum neu entstehen und 30 vorhandene Stellplätz im öffentlichen Verkehrsraum können in Abstimmung mit der Stadt dem Bad zugeordnet werden.“ Somit stünden in der Summe 68 Stellplätze zur Verfügung. Weitere Stellplätze könnten auf einer Freifläche jenseits des Eilater Wegs im Bereich der Einmündung Wilhelm-Bläser-Straße errichtet werden. Dort befindet sich ein GSW-Betriebsgelände.

Parkplätze werden auf dem Papier dem Kombibad zugerechnet

Zweifel daran, ob die Parkplatz-Rechnung der GSW in der Praxis aufgeht, sind programmiert. Wenn schon außerhalb der Freibad-Saison viele vorhandene Parkplätze im öffentlichen Raum belegt sind, dann hilft es nur auf dem Papier, diese Parkplätze dem Kombibad zuzurechnen, um die Richtlinien zu erfüllen. Praktisch dürfte die Parkplatzsuche von Anwohnern, Badbesuchern und Bahnpendlern auch nach Fertigstellung des Millionenprojekts weitergehen.

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