Kokain bei Feier in der Stadthalle angenommen

dzPartydroge

Wer bei einer Feier in der Kamener Stadthalle kokst, bekommt es mit der Security zu tun. Das zeigt sich bei einem Drogen-Fall, der vor dem Amtsgericht verhandelt wird.

von Jana Peuckert

Kamen

, 29.11.2018, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während einer Feier in der Stadthalle war ein 22-Jähriger am 24. März ins Visier der Security geraten. 1,3 Gramm Marihuana und ein Tütchen mit Kokain-Resten waren bei dem Mann gefunden worden. Im Amtsgericht Kamen musste sich der 22-Jährige nun wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten.

Das Marihuana habe er dabei gehabt, weil er zur Tatzeit noch selbst konsumiert habe, erklärte der Angeklagte. Und auch zum zweiten Fund erklärte er: Ein Fremder sei bei der Veranstaltung auf ihn zugekommen und habe ihm Kokain angeboten: „Ich habe es dummerweise angenommen, um es zu probieren.“

Kurz darauf sei er zur Toilette gegangen. Auf einmal seien Männer von der Security hereingestürmt und hätten ihn durchsucht. Schließlich sei die Polizei dazugekommen. Nach diesem Vorfall habe er sich an die Drogenberatungsstelle in Unna gewandt. Dort habe er einige Gesprächstermine wahrgenommen. Und: Seither lasse er die Finger komplett von Drogen.

Neben der Strafanzeige hatte der Vorfall noch eine weitere Folge. Der Angeklagte verlor seine Fahrerlaubnis. Das wunderte den Richter am Mittwoch zunächst. Auch der Verteidiger des Kameners bemerkte, dass er eine solche Maßnahme nur kenne, wenn der Drogenfund im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehe.

Führerschein wegen Drogendelikt verloren

Nach kurzer Recherche konnte der Richter für Klarheit sorgen. Stehe ein Ausländer im Zusammenhang mit den Drogen, teile die Staatsanwaltschaft dies dem Ausländeramt mit. So sei es am 6. Juni geschehen. Mutmaßlich leitete diese Behörde die Meldung an das Straßenverkehrsamt weiter. Damals sei der Angeklagte noch kolumbianischer Staatsangehöriger gewesen. Mittlerweile ist er Deutscher.

Auf Anraten des Straßenverkehrsamtes habe er auf seine Fahrerlaubnis verzichtet, um weitere Kosten für Gebühren zu sparen, erklärte der Angeklagte. Nicht mehr Auto fahren zu dürfen treffe ihn schwer. Am schlimmsten für ihn sei, dass er seinen Sohn nicht mehr vom Kindergarten abholen könne. „Das tut weh.“

Der Kamener brachte fünf Eintragungen mit zum Prozess. Zudem waren die Drogen nur acht Tage nach einer Verurteilung wegen Erschleichens von Leistungen beim Angeklagten gefunden worden. Das bedeute normalerweise eine Geldstrafe. Auch zwei Monate Haft auf Bewährung wären vertretbar, so der Richter deutlich. Er entschied sich letztlich aber für eine Geldstrafe von 2400 Euro unter Vorbehalt. Zahlt der 22-Jährige 500 Euro an den Feuerwehrverband, ist der Fall erledigt – wegen der relativ geringen Menge Drogen und der Tatsache, dass der Angeklagte durch den Führerschein-Verlust schon genug bestraft sei.

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