Know-How aus der Universitätsstadt fürs Gymnasium Kamen: Ingenieure planen die neue Schule

dzSchulsanierung

Nicht nur Corona verändert den Schulbetrieb am Gymnasium. Sondern auch dringende Sanierungsarbeiten. 2021 geht es für die Schüler in Container. Dann werden zwei Gebäude von Grund auf erneuert.

Kamen

, 29.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus der Stadt Münster, westfälische Hochburg der Lehramtslehre, kommen die klugen Köpfe, die dem Gymnasium Kamen ein neues Gesicht verpassen. Die 20 Millionen Euro schwere Sanierung wird von drei Büros aus der Universitätsstadt geplant. Sie setzten sich in der europaweiten Ausschreibung durch, an der sich ein halbes Dutzend Interessenten beteiligten.

Den Zuschlag erhielten jetzt die Architektengemeinschaft „htarchitektur“/g+w Ingenieurplanung sowie das Ingenieurbüro für Haustechnik „KatPlan“, alle aus Münster. Allein die umfangreichen Planungsleistungen werden auf ca. zwei Mio. Euro geschätzt.

Die zwei Hauptgebäude des Gymnasiums Kamen sind 1969 eröffnet worden und nach über 50 Jahren stark sanierungsbedürftig. Die Planungsleistungen für die Sanierung ab kommenden Jahr sind jetzt vergeben worden an Ingenieure und Architekten aus Münster.

Die zwei Hauptgebäude des Gymnasiums Kamen sind 1969 gebaut worden und nach über 50 Jahren stark sanierungsbedürftig. Die Planungsleistungen für die Sanierung ab kommendem Jahr sind jetzt vergeben worden an Ingenieure und Architekten aus Münster. © Stefan Milk

Auftakt für eine millionenschwere Investition

Damit ist der Auftakt gefallen für das millionenschwere Invest, für die die Arbeiten im kommenden Jahr beginnen sollen.

Das Gymnasium mit seinen zurzeit 860 Schülern und etwa über 70 Lehrkräften wird sich zur Großbaustelle verwandeln. Betroffen sind das Hauptgebäude mit Bibliothek, Klassen- und naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen und der Verwaltungstrakt.

„Dieses Jahr benötigen wir allein für die Planungen“, berichtet der Beigeordnete und Baudezernent Dr. Uwe Liedtke. Die anschließende Sanierungsphase wird etwa zwei Jahre dauern, sodass die Schule wieder im Jahr 2023 bezogen werden kann. Zwischenzeitlich werden die Schüler in Containern unterrichtet.

Die Fenster des Gymnasiums sind teilweise undicht. Sie werden komplett erneuert.

Die Fenster des Gymnasiums sind teilweise undicht. Sie werden komplett erneuert. © Stefan Milk

Sanierungsbedürftige Gebäude aus dem Jahr 1969

Das Hauptgebäude und der Verwaltungstrakt sind im Jahr 1969 eröffnet worden, ein Jahr später als die Konzertaula, die ebenso zu dem Gebäudeensemble gehört. Errichtet wurde es in einer sogenannten Skelett-Beton-Bauweise mit einer Vorhangfassade aus Waschbetonplatten. Der Südanbau, der nicht von den Arbeiten betroffen ist, stammt aus dem Jahr 1983.

Das Gymnasium Kamen von oben. Es teilt sich auf in fünf Bauteile. Die Bauteile B und C werden saniert.

Das Gymnasium Kamen von oben. Es teilt sich auf in fünf Bauteile. Die Bauteile B und C werden saniert. © Stadt Kamen

„Außer den tragenden Wänden kommt alles raus“, sagt der kommissarische Schulleiter Lars Wollny. „Das hat den Vorteil, dass wir Räume nach unseren Bedürfnissen neu zuschneiden können.“ Andrea Aschendorf, Leiterin der Erprobungsstufe, ergänzt: „In manchen Räumen sitzen die Kinder sehr beengt, sodass wir diesen Zustand dann beenden können.“

Die Waschbetonplatten sind teilweise aufgeplatzt und geben die metallische Konstruktion preis. Regelmäßig lässt die Stadt kontrollieren, ob die Platten noch sicher befestigt sind.

Die Waschbetonplatten sind teilweise aufgeplatzt und geben die metallische Konstruktion preis. Regelmäßig lässt die Stadt kontrollieren, ob die Platten noch sicher befestigt sind. © Stefan Milk

Durch Corona Planung etwas schwieriger, aber nicht unmöglich

Die Corona-Krise macht die Planungsphase etwas beschwerlicher. Die Abstimmung mit der Schulverwaltung und einem schulinternen Arbeitskreis soll darunter aber nicht leiden. Zusammen soll jetzt ein Zeitplan entwickelt werden, damit sich Schulbetrieb und Bauarbeiten nicht ins Gehege kommen. „Es ist sozusagen eine Operation am offenen Herzen“, so Bürgermeisterin Elke Kappen.

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Die Bauphase, betont Liedtke, soll so kurz wie möglich gehalten werden. Erneuert werden Fenster, Lüftungsanlage, Elektroanlagen, Beleuchtung und die gesamte IT-Infrastruktur für die Digitalisierung. Zudem werden Dach und Fassade energetisch saniert. Ob die typischen Waschbetonplatten an der Fassade hängen bleiben oder ersetzt werden, steht noch nicht fest.

Die Vorhangfassade aus Waschbeton versprüht den Charme der 70er-Jahre. Ob die typische Ansicht erhalten bleibt oder ob es eine andere Fassade gibt, steht noch nicht fest.

Die Vorhangfassade aus Waschbeton versprüht den Charme der 70er-Jahre. Ob die typische Ansicht erhalten bleibt oder ob es eine andere Fassade gibt, steht noch nicht fest. © Stefan Milk

Dichtungen undicht, Ausstattung modernisierungsbedürftig

Die beiden Gebäudeteile, die saniert werden, tragen die Bezeichnung B und C. Gebäudeteil A ist die Konzertaula, die nicht saniert wird. Die Stadt beschreibt den Ist-Zustand der Schule so: „Die zum großen Teil aus den 60er-Jahren stammenden Fenster sind in die Jahre gekommen, die Dichtungen und Wandanschlüsse an vielen Stellen undicht. Auch die technische Gebäudeausstattung sowie die Gebäudekonstruktion sind aufgrund ihres Alters zwar immer noch funktionstüchtig, aber dennoch sanierungs- bzw. modernisierungsbedürftig.“

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