Kleinschwimmhalle bleibt mindestens bis Ende Januar eine Kein-Schwimm-Halle

dzReparatur läuft

Auf unabsehbare Zeit geschlossen. Die Meldung für die marode Heerener Schwimmhalle kurz nach den Herbstferien klang dramatisch. Nun zeichnet sich eine Wiederbelebung des Intensivpatienten Anfang 2020 ab.

Kamen

, 13.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Schwimmbecken ist geleert, eine Leiter lehnt in einer Lücke des höhenverstellbaren Beckenbodens. Werkzeugkoffer stehen aufgeklappt am Beckenrand. In der geschlossenen Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve laufen die Arbeiten für eine Wiederinbetriebnahme. Seit den Herbstferien ist das Stadtteilbad wegen eines Defekts am Hubboden und weiterer Schäden und Hygienemängel geschlossen. Hunderte Vereinsschwimmer und Schulkinder sind davon betroffen.

Hieß es zunächst, dass das Bad auf unabsehbare Zeit geschlossen ist, deutet sich jetzt an, dass der Ausfall nicht weit ins neue Jahr reichen wird. Wenn alles gut klappt, könnten die nötigen Reparatur- und Sanierungsarbeiten bis Mitte bis Ende Januar erledigt sein, wie GSW-Sprecher Timm Jonas schätzt. Eine endgültige Freigabe gibt es erst, wenn die einwandfreie Wasserqualität durch ein Labor bestätigt wird. „Die finale Beprobung dauert zehn Tage“, erklärt er. Ein Wiedereröffnungstermin sei vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Handwerkern, die stark ausgelastet seien, noch nicht zu nennen. Einen längeren Ausfall, etwa bis zu den Osterferien, hält er für sehr unwahrscheinlich.

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Ein einzelner Handwerker war am Donnerstagnachmittag in den Duschräumen der Kleinschwimmhalle anzutreffen. Derzeit werden neue Duschen und Kaltwasserleitungen installiert und der Hausanschluss wird erneuert. Extrem rostiges Trinkwasser und ein Bakterienbefall (Pseudomonaden und Legionellen) macht einen Austausch von Rohrleitungen erforderlich. Die aufwendigsten Arbeiten sind am defekten Hubboden zu erledigen. Zudem müssen Abluftsystem, Heizung, Wasseraufbereitung und Filtermaterialien modernisiert werden. „Wir führen die Arbeiten mit eigenem Personal und Dienstleistern durch“, sagt GSW-Sprecher Timm Jonas.

Kleinschwimmhalle bleibt mindestens bis Ende Januar eine Kein-Schwimm-Halle

Der defekte Hubboden ist noch nicht wieder flottgemacht. Wenn alles gut klappt, sollen die Arbeiten im Januar fertig sein. Sicher ist das aber noch nicht. © Borys P. Sarad

Das vorläufige Aus für die Kleinschwimmhalle kam, nachdem bei der jährlichen Revision in den Ferien diverse akute Schäden und Mängel festgestellt wurden. Die Bekanntgabe der Schließung auf unbestimmte Zeit weckte zunächst Befürchtungen, dass damit ein endgültiges Aus des Stadtteilbads vorweggenommen wird. Dort herrscht millionenschwer Sanierungsbedarf. Die GSW stellten für die akute Schadenbeseitigung nun 150.000 Euro bereit.

Das Lehrschwimmbecken gilt als existenzbedroht für den Fall, dass in Kamen-Mitte ein geplantes neues Ganzjahresbad eröffnet wird. Die Planungen für den Neubau stocken, weil der Stadtrat in einem Grundsatzbeschluss für den Neubau die Finanzierung ausgeklammert hat. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) hat derzeit Auftrag, die Finanzierung des Kombibads zu klären sowie einen Erhalt der Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve zu prüfen.

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Die Nutzer hoffen auf eine baldige Wiedereröffnung der Kleinschwimmhalle. Der Ausfall kann teilweise durch Stunden in anderen Bädern kompensiert werden. „Der Druck ist raus“, sagt Walter Utermann von der TG Heeren-Werve. Etwa 60 Prozent der bisherigen Stunden seien abgedeckt. Nicht alle Kursteilnehmer könnten die Alternativangebote wegen der geänderten Zeiten wahrnehmen. Im Hallenbad Kamen bietet die TG Heeren-Werve folgende Kurse an: montags Kleinkinderschwimmen ab 15.30 Uhr und Wassergymnastik ab 17.45 Uhr, dienstags Wassergymnastik für Frauen ab 15 bzw. ab 16 Uhr sowie mittwochs Wassergymnastik ab 19.30 Uhr. Dazu kommt das Kinderschwimmen im Hallenbad Bönen dienstags ab 15 Uhr (ab Januar) und mittwochs ab 15.45 Uhr.

Neben der TG Heeren-Werve und dem Rehasportverein sind laut GSW noch sechs weitere Gruppen von dem Ausfall betroffen: Astrid-Lindgren-Schule, Sonnenschule, Gemeinschaft „Bewegung Sport Gesundheit“, Familiennetzwerk Familienbande, Ev. Kinder- und Familienzentrum und Schwimmverein Kamen.

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