Kleiderbörse Bärenstark behauptet sich gegen Online-Konkurrenz wie „Mamikreisel“

dzGebrauchte Kinderkleidung

Wer Kinder im Wachstum hat, braucht ständig neue Kleidung. Die Kinderkleiderbörse Bärenstark ist eine beliebte Anlaufstelle – trotz der wachsenden Online-Konkurrenz durch Mamikreisel und Co.

Kamen

, 08.01.2020, 15:57 Uhr / Lesedauer: 3 min

Volle Regale und ein noch volleres Lager: Die 13 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Kinderkleiderbörse Bärenstark im Alten evangelischen Gemeindehaus haben stets gut zu tun. Wenn keine Kunden im Geschäft sind, nehmen sie Tüten und Kartons mit Kinderkleidung an, sortieren sie, zeichnen sie mit Preisen aus. Freilich beraten sie ihre Kunden auch.

Doch die meisten kennen sich schon aus – wie Lydia Warmuth aus Bergkamen-Oberaden. Sie ist gerade auf der Suche nach einem Matschanzug für ihr Enkelkind und wühlt beherzt in einer großen Kiste mit Kleidung. Warmuth kommt schon seit vielen Jahren zur Kleiderbörse in Kamen. Etwa alle acht Wochen stöbert sie hier nach Kleidung für ihre drei Enkelkinder.

Gute Sortierung in der Kleiderbörse Bärenstark gefällt den Kunden

Oft findet sie genau das, was sie sucht. „Und wenn ich es nicht finde, kaufe ich meist trotzdem etwas“, schmunzelt sie. Warmuth gibt auch regelmäßig Kleidung ab, die dann weiterverkauft wird. Das System ist eine umweltfreundliche Alternative zum ständigen Neukaufen – und die Auswahl in der Kamener Kleiderbörse kann sich durchaus mit der im Geschäft messen. Die Kleidung ist nach Größen sortiert, sie reichen von der Babygröße 46 bis zur Kindergröße 188.

Kleiderbörse Bärenstark behauptet sich gegen Online-Konkurrenz wie „Mamikreisel“

Lydia Warmuth kommt regelmäßig zur Kinderkleiderbörse im Alten Gemeindehaus in Kamen. Sie hat drei Enkelkinder. © Marcel Drawe

Dass das Angebot so gut sortiert ist, gefällt Marlies Schürmann aus Unna besonders. Sie kommt bereits seit etwa fünf Jahren regelmäßig nach Kamen um dort nach neuen Kleidern für ihre Enkel zu schauen. „Man findet immer etwas und es ist preiswert“, sagt sie.

Seit mittlerweile 30 Jahren kommen vorwiegend Stammkunden in die Kleiderbörse. In den vergangenen Jahren haben auch Migranten das Angebot für sich entdeckt, sagt die Leiterin Heike Brandhorst. Über neue Kunden freut sich das Bärenstark-Team. Denn auch für gebrauchte Kleidung gibt es mittlerweile einen wachsenden Markt – und somit Konkurrenz.

Das Internet macht der Kinderkleiderbörse zu schaffen

„Das Internet macht uns zu schaffen“, sagt Brandhorst. Portale wie Mamikreisel sind eine wachsende Konkurrenz. Mamikreisel ist eine Plattform, auf der man gebrauchte Kleidung zum Verkauf anbieten und erwerben kann. Es funktioniert ähnlich wie die Kleiderbörse – nur eben digital.

Und noch einen bedeutenden Unterschied gibt es: Wer Kleidung im Alten Gemeindehaus abgibt, tut gleichzeitig etwas für die Gemeinde. 85 Prozent des Gewinns bekommen die Kunden, 15 Prozent verbleiben in der Evangelischen Kirchengemeinde Kamen.

Kleiderbörse Bärenstark behauptet sich gegen Online-Konkurrenz wie „Mamikreisel“

Die Kleidung in der Kinderkleiderbörse Bärenstark ist gut sortiert. Kunden wissen gleich, wo sie die passende Größe für ihre Kinder und Enkelkinder finden. © Marcel Drawe

Existenzgefährdend ist die Konkurrenz im Internet allerdings nicht. Das Konzept der Kleiderbörse funktioniert seit 30 Jahren. Großmütter, Mütter und irgendwann auch die Töchter kommen zum Stöbern vorbei. Das Bärenstark-Team hat im Second-Hand-Laden schon viele Generationen begrüßt. Das Geschäft, das am 1. Mai 1990 als Verein gegründet wurde, zieht längst nicht nur Kunden aus Kamen an.

Nur gut erhaltene Kleidung wird angenommen und angeboten

Lydia Warmuth und Marlies Schürmann sind nicht die zwei einzigen Kunden, die einen weiteren Weg auf sich nehmen, um gut erhaltene Kleidung zu kaufen – oder auch abzugeben. Dass die Kleidung sauber und heile ist, ist eine Voraussetzung für eine Kleiderabgabe. „Kunden sollen nur Kleidung vorbeibringen, die sie auch selber kaufen würden“, so Brandhorst.

Damit immer die Kleidung, die auch zur Saison passt, angeboten werden kann, gibt es für die Abgabe Regeln. Vier Wochen vor den Sommerferien werden Wintersachen angenommen, vier Wochen vor den Weihnachtsferien nehmen die Helferinnen in der Kleiderbörse Sommersachen an. Größere Teile wie Hochstühle oder Kindersitze können jederzeit abgegeben werden.

Kleiderbörse Bärenstark behauptet sich gegen Online-Konkurrenz wie „Mamikreisel“

Das Lager der Kinderkleiderbörse ist gut gefüllt. Ein bisschen Platz gibt es in den Regalen aber noch. © Claudia Pott

Öffnungszeiten

Kinderkleiderbörse Bärenstark

  • Die Kinderkleiderbörse Bärenstark ist im Alten Gemeindehaus Kamen am Schwesterngang 4 untergebracht.
  • Der Laden öffnet montags von 9 bis 11 Uhr, dienstags von 16 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 11 Uhr.

Und auch wer nichts abzugeben hat und nicht auf der Suche nach etwas Bestimmten ist, der ist in der Kinderkleiderbörse willkommen.

Die Besucher erwartet eine warme, familiäre Atmosphäre, die wohl auch daher rührt, dass die ehrenamtlichen Helferinnen schon seit Jahren dabei sind. Brandhorst, selbst Mutter von drei Kindern, engagiert sich seit 1994 für Bärenstark.

Und das wird sie wohl auch noch viele weitere Jahre.

Denn manches kann das Shopping im Internet freilich nicht bieten: In großen Kisten wühlen, die Beschaffenheit der Stoffe fühlen – und mit dem Bärenstark-Team einen netten Plausch halten.

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