Eigentlich sollen die Schüler im Januar zu Hause bleiben. Ausnahmen werden für Schüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q1 gemacht, die wichtige Klausuren schreiben müssen. © dpa
Schulen in Kamen

Klausuren schreiben im Lockdown: So läuft es am Gymnasium Kamen

Bis auf ein paar Lehrer ist das Gymnasium in Kamen wie leergefegt. Am Dienstag war das kurzzeitig anders. Wichtige Klausuren standen auf dem Plan. Für die Schüler eine wertvolle Chance.

Das Kamener Gymnasium ist zurzeit „sehr leer“, wie Schulleiter Lars Wolly beschreibt. Er ist vor Ort und auch jene Kollegen, die ihren Distanzunterricht vom Klassenraum aus geben, weil sie zum Beispiel naturwissenschaftliche Experimente vor der Kamera durchführen. Aber bis auf die wenigen Schüler, die zur Notbetreuung kommen, sind keine Lernenden in dem Gebäude. Sie sitzen zu Hause vor Laptop oder Tablet, lauschen den Videoansprachen ihrer Lehrer oder erledigen Aufgaben am heimischen Schreibtisch.

Am Dienstag hat sich das für manche Schüler kurzzeitig geändert. Denn ausnahmsweise durften die Oberstufler in die Schule kommen, um dort ihre Klausuren vor Ort zu schreiben. Sie mussten sich freilich an die Abstands- und Hygieneregeln halten und schrieben ihre Arbeit in den größeren Räumen, wie Wollny erklärt. Unter Abstand hieß es dann fast wie in normalen Zeiten: Hefte auf und los.

Abiturrelevante Klausuren dürfen geschrieben werden

Grundsätzlich werden im Januar zwar keine Klausuren am Gymnasium geschrieben, aber für jene Prüfungen, die noch zwingend in diesem Halbjahr geschrieben werden müssen, weil das erste Halbjahr als Basis für das Halbjahreszeugnis ausreicht. Für wichtige Klausuren werden aber Ausnahmen gemacht. Sie seien abiturrelevant, so Wollny. „Und wir wollen den Schülern nicht die Gelegenheit nehmen, sich noch zu verbessern.“

Der Schulleiter des Gymnasiums Lars Wollny ist weiter im Einsatz, auch wenn die Schule in diesen Tagen sehr leer ist. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Am Stoff hat sich wegen der erschwerten Lernumstände nichts geändert. Dafür wird aber wahrscheinlich in einigen Fächern die Abiturprüfung etwas anders aussehen. Wie Wollny erklärt, ist abzusehen, dass die Auswahlmöglichkeiten in einigen Abifächern ausgeweitet werden sollen. Ob es solche Regelungen auch für die Jugendlichen geben könnte, die erst übernächstes Jahr ihr Abi machen, sei noch nicht klar, so Wollny.

Er befürwortet eine solche Änderung. „Es nimmt den Druck und die Schüler können selbst schauen, was ihnen mehr liegt“, so der Schulleiter.

Termine für die Abholung der Klassenarbeiten

Doch zunächst einmal geht es jetzt um die optimale Vorbereitung auf das Abitur. Und dazu zählen eben Klausuren und auch das Feedback danach – welches ebenfalls anders abgegeben werden muss als in normalen Zeiten. „Wahrscheinlich werden die Schüler ihre Unterlagen in Zeitfenstern abholen können“, so Wollny. Klassenarbeiten werden gesammelt und dann an einem Termin zurückgegeben.

Eine Rückmeldung und eine Vorabinformation zur Zeugnisnote gibt es vom jeweiligen Lehrer.

Und die konnten so manche Schüler in dieser Woche noch einmal beeinflussen. Die Präsenzklausur lief reibungslos ab. Und danach hieß es dann „Ratz Fatz aus dem Gebäude raus.“

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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