Kinder singen beim Barbaratag „Glückauf, der Steiger kommt“ (mit Video)

dzAlter Bergmannsbrauch

Mit Bergmanns-Kapelle und einem Kinderchor feierten viele Gäste auf der Kamener Winterwelt den Tag der Schutzpatronin des Bergbaus. Höhepunkt war die Aufführung des Steigerliedes.

04.12.2018, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn das letzte Jahr des Steinkohlenbergbaus in Deutschland langsam dem Ende entgegen schreitet, erinnern sich die Kamener noch gerne an die prägende Zeit der Zechen. Das zeigt etwa die Barbarafeier, die die Kamener Ortsgruppe der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) gemeinsam mit Knappenvereinen und vielen Besuchern auf der Kamener Winterwelt feierte.

Während die Bergmanns-Kapelle in Tracht fröhliche Weihnachtslieder anstimmt, bereitet sich der Chor der Diesterwegschule bereits auf seinen großen Auftritt vor. Die Kapelle stimmt das Steigerlied an, die Kinder singen zuerst zaghaft, dann immer kräftiger die Strophen der Bergbauhymne. Besonders aufregend ist für die Kinder die Passage „Die Bergmannsleut sein kreuzbrave Leut, / denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht / und saufen Schnaps“. Die Mundwinkel der jungen Sänger ziehen sich zu einem Grinsen hoch, als sie das Wort „Arsch“ aus vollen Kehlen singen dürfen.

Kinderchor der Diesterwegschule singt Steigerlied

Die Feier zu Ehren der Schutzpatronin des Bergbaus, der Heiligen Barbara, liegt vielen Menschen sehr am Herzen. Einer von ihnen ist Gerd-Peter Voigt (56), der aus Overberge angereist ist, um bei der Feier in Erinnerungen zu schwelgen. „40 Jahre war ich im Bergbau tätig“, sagt Voigt. Malocht hat er auf Haus Aden, im Bergwerg Ost und auf Zeche Auguste Victoria. „Vor vier Jahren habe ich aufhören müssen“, sagt der ehemalige Bergmann, „die Barbarafeier ist heute noch etwas Emotionales für mich.“

Hans-Dieter Böse, Vorsitzender der IGBCE, schätzt die Barbarafeier auch deswegen, weil sie an die lange Tradition des Bergbaus erinnert. „Mit dem Auslaufen des Bergbaus versuchen wir, das aufrechtzuerhalten“, sagt er. Dem stimmt auch Edgar Kannchen, Vorsitzender des Knappenvereins Kameradschaftliche Eintracht Glückauf Kamen, zu. „Das ist für uns einer der wichtigsten Tage im Jahr“, sagt er, „wir haben der Heiligen Barbara viel zu verdanken.“

Nach dem Steigerlied verteilte der Knappenverein Kameradschaftliche Eintracht traditionsgemäß Kirschbaumzweige. „Wenn die vor Weihnachten blühen, dann verspricht das Glück“, erklärt Kannchen den Brauch mit einem Lächeln. Ob die Bräuche und die Tradition allen Bürgern, besonders den jüngeren, noch so vertraut sind, kann Kannchen nicht sagen. „Ich glaube, man muss immer mehr daran erinnern“, sagt er. Ein weiterer Grund dafür, die Feier auch in Zukunft zu pflegen.

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