Die Kirche Heilige Familie wird Schritt für Schritt saniert. Stolperfallen wurden aus dem Weg geräumt und auch die Glockenanlage hat man sich vorgenommen. Doch es steht noch einiges auf der Liste.

Kamen

, 20.10.2019, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Leute sind hier gestolpert“, sagt Pfarrer Bernhard Nake über die Treppenstufen vor dem Altar. Blickt man von oben herab, wird schnell klar, warum. Die Stufen haben exakt die gleiche Farbe wie der Boden dahinter. Stolpern soll dort aber künftig keiner mehr. Die Stufen wurden mit einer speziellen, grauen Klebebeschichtung gekennzeichnet und sind jetzt gut sichtbar.

Die Kleberänder sind aber freilich nur ein kleiner Teil der umfassenden Kirchensanierung. Die Liste der Arbeiten umfasst 17 Punkte – elf davon hat Nake schon mit einem Häkchen versehen.

Keine Einbildung: Warum die Kirchenglocken im Kamener Zentrum jetzt lauter läuten

Pfarrer Nake ist froh, dass die Treppenstufen in der Kirche Heilige Familie nun farblich gekennzeichnet sind. Vorher sind dort Menschen gestolpert. © Marcel Drawe

Farbschmierereien an der Außenwand wurden entfernt, ein Einschussloch im Fenster so geflickt, das davon nichts mehr sichtbar ist und auch die Glocken läuten mittlerweile wieder pünktlich – und lauter.

Letzteres dürfte einigen Kamenern bereits aufgefallen sein. Und sie haben sich das tatsächlich nicht eingebildet. „Das Läutwerk war lange nicht komplett. Jetzt wirkt das Läuten sehr laut“, sagt Nake. Nun läuten wieder alle Glocken und auch die Uhrzeit der Anlage wurde justiert – lange Zeit waren die Glocken einige Minuten zu früh zu hören.

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Kirchensanierung in Kamen ist teurer als geplant

Arbeiten, die ebenfalls schon abgeschlossen sind, sind die Reparatur des Daches und die Erneuerung der Treppe zur Sakristei. „Die Treppe wurde komplett ab- und wieder aufgebaut. Da war ein riesiges Loch“, sagt Nake. Die alten Steine wurden auf einen neuen Unterbau ersetzt. Wegen des Denkmalschutzes konnten nicht einfach neue Steine benutzt werden. Auch optisch muss die Treppe weiterhin zur Kirche passen.

Keine Einbildung: Warum die Kirchenglocken im Kamener Zentrum jetzt lauter läuten

Die Steintreppe vor der Sakristei wurde abgebaut und auf neuem Untergrund wieder aufgebaut. © Marcel Drawe

Auch das Dach wurde nachgebessert, weshalb sogar die Straße an einigen Tagen gesperrt worden war. Mit einem Hubsteiger fuhren Experten hoch, um das Kirchendach zu inspizieren. Dabei sei dem Sachverständigen aufgefallen, dass dort nicht ordentlich gearbeitet wurde, sagt Nake. Die Nägel, mit denen die Schieferplatten befestigt sind, müssen durch das Überlappen der Platten vor Regen geschützt sein, damit sie nicht rosten. „An vielen Stelen ist die Überlappung zu gering. Er gibt dem Dach noch eine Dekade“, sagt Nake.

Das Dach und die Wartung der Glockenanlage kosten die Gemeinde mehr als vorab veranschlagt. Auch die Erweiterung eines Geländers im Dach der Kirche, die bei einer Sicherheitsprüfung aufgefallen und angeordnet wurde, war nicht eingeplant. Nake sieht das aber gelassen. „In alten Gemäuern tun sich oft Dinge auf, an die man gar nicht gedacht hat.“

Keine Einbildung: Warum die Kirchenglocken im Kamener Zentrum jetzt lauter läuten

Eine optische Veränderung ist im Außenbereich zu sehen. Dort wurde neu bepflanzt. © Marcel Drawe

Taufstein in der Kirche Heilige Familie wird versetzt

Während einige Arbeiten teurer waren als geplant werden, gibt es auch ein Vorhaben, das voraussichtlich weniger kosten wird und nicht so aufwendig ist, wie Nake eingeschätzt hat. In den kommenden Wochen soll der Taufstein in die Mitte der Kirche versetzt werden. Der Naturstein muss vom Altarbereich ausgehoben und dann an neuer Stelle wieder eingesetzt werden. Dafür werden einige Bänke gekürzt. Dass der Stein sich mitten in der Kirche befindet, ist laut Nake nichts ungewöhnliches. „So wird das Eingangssakrament optisch an den Anfang gesetzt.“

Eine Firma werde den Taufstein in einem Arbeitsgang versetzten, freut sich Nake. Da seien Experten am Werk.

Keine Einbildung: Warum die Kirchenglocken im Kamener Zentrum jetzt lauter läuten

Pfarrer Bernhard Nake und Küsterin Roswitha Patschkowski zeigen, wo der Taufstein in Zukunft stehen wird. © Marcel Drawe

Nachdem der Taufstein versetzt wurde, sind die Arbeiten aber noch immer nicht abgeschlossen. So sollen die dunklen Risse an der Decke über der Orgel noch verschwinden und weitere neue Lampen eingebaut werden, damit die Kirche heller und stromsparender beleuchtet wird. Eine neue Liedanzeige und ein Gitter im Eingangsbereich stehen ebenfalls noch auf der Liste.

Und auch danach ist noch nicht so richtig Schluss, denn die Orgel selbst muss bald renoviert und gereinigt werden. Aber das ist eine andere Geschichte.

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