Kinder wünschen sich mehr Platz für Lego und mehr Pudding

dzSchule bekommt Anbau

An der Friedrich-Ebert-Schule ist nach der Aufregung über die Schlägerei bei der Einschulungsfeier wieder der Alltag eingekehrt. Die Bürgermeisterin ist zu Besuch da – aber das hat einen anderen Grund.

Kamen

, 05.09.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Weg in den noch nackten Erweiterungsbau der Friedrich-Ebert-Schule führt über Bretterbohlen zum größten Raum. Ein Buffet mit belegten Broten erinnert schon an den künftigen Zweck der Schulmensa, die sich noch im Rohbauzustand befindet. An den Wänden hängen Baupläne, ringsherum stehen einige Beteiligte des Bauprojekts und warten darauf, dass jemand das Wort ergreift.

Bürgermeisterin Elke Kappen spricht zuerst die Kinder an. Ein halbes Dutzend Viertklässler sind zusammen mit Schulleiterin Christina Pusch gekommen. Sie sollen gleich helfen, eine Zeitkapsel in die Wand der neuen Schulmensa einzubauen. An diesem Morgen wird in kleinem Kreis die Grundsteinlegung symbolisch nachgeholt und gefeiert.

Kinderwünsche für den Erweiterungsbau

Bis zum Ende des Schuljahrs soll der Erweiterungsbau mit Mensa, Gruppen-, Büro- und Aufenthaltsräumen für die Ganztagsbetreuung fertig sein. „Da werden wir euch noch zur Eröffnung einladen können“, sagt Bürgermeisterin Kappen den Viertklässlern. Die Kinder haben auf einem gelben Plakat ihre Wünsche für den neuen Schulbau mitgebracht. Darauf steht: „mehr Platz, leisere Räume, saubere Wände, mehr Platz für Lego, mehr Pudding zum Nachtisch“.

Seit der Einführung der Offenen Ganztagsschule (OGS) 2004 ist die Zahl der betreuten Kinder an der Friedrich-Ebert-Schule von 17 auf 128 gewachsen. Mit den 47 Kindern, die das nicht ganz so weitgehende Betreuungsangebots „Verlässliche Schule“ nutzen, sind es sogar 175. „Die Räume sind nicht mitgewachsen“, sagt Detlef Maidorn von der Evangelischen Kirche, Trägerin von 14 OGS im Kreis Unna.

Kinder wünschen sich mehr Platz für Lego und mehr Pudding

So sieht der Erweiterungsbau der Friedrich-Ebert-Schule aus: Bis November soll die endgültige Höhe mit zwei Geschossen und Dachstuhl erreicht sein. © Carsten Fischer

Schulmensa auch für Schulveranstaltungen nutzbar

Andrea Zilly kannte die Schulmensa bislang nur vom Plan. Jetzt steht sie mittendrin und fühlt die Dimensionen des Rohbaus. „Es ist einfach eine riesengroße Freude, weil unsere Kinder künftig mehr Platz haben zum Spielen und wir noch besser arbeiten können“, sagt die OGS-Leiterin. Neben ihr kümmern sich noch zehn Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter um die Kinder.

Der mindestens 2,4 Millionen Euro teure Erweiterungsbau dient nicht allein der Nachmittagsbetreuung, sondern steht nach Betreuungsschluss (16.30 Uhr) für Schulveranstaltungen zur Verfügung. „Zum Beispiel Elternabende“, sagt Schulleiterin Pusch. Das bogenförmige, zweigeschossige Gebäude wurde entlang der Weddinghofer Straße so hingezirkelt, dass der Schulhof nicht zu stark beschnitten wird. Architektin Katja Schlemper vom Büro Kroos & Schlemper aus Dortmund und Projektleiterin Janine Petrick will bis Oktober das zweite Obergeschoss fertigstellen und wenig später mit dem Dachstuhl die endgültige Höhe erreichen. „Noch dieses Jahr soll der Rohbau dicht sein“, sagt Schlemper.

Schlägerei bei der Einschulungsfeier kein Thema

Mit der Feier demonstriert die Friedrich-Ebert-Schule auch, dass nach der Schlägerei bei der Einschulungsfeier wieder der Alltag eingekehrt ist. Thematisiert wird der Vorfall bei der Feier nicht. Bürgermeisterin Kappen sagt am Rande, sie wolle sich aus Anlass des Vorfalls mit der Schulpflegschaft treffen. Schulleiterin Christina Pusch verneint die Frage, ob sich jemand bei ihr für Fehlverhalten bei der Einschulungsfeier entschuldigt habe.

Bevor die Gäste der Feier in der Schulmensa die ersten belegten Brote essen, greifen die Kinder zu den Maurerkellen. Die Zeitkapsel, die sie mit Hilfe der Profis einmauern, enthält unter anderem einen Bauplan, einen Zeitungsartikel, eine Chronik sowie die Wunschliste der Kinder. Einen der Wünsche, der nicht sowieso mit dem Neubau in Erfüllung geht, will OGS-Leiterin Andrea Zilly berücksichtigen. „Ich will schauen, wie viel Pudding es gibt.“

Kinder wünschen sich mehr Platz für Lego und mehr Pudding

Ein Viertklässler legt beim Einmauern der Zeitkapsel im Erweiterungsbau der Friedrich-Ebert-Schule die Maurerkelle an (mit Bürgermeisterin Elke Kappen). © Carsten Fischer

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