Keller-Feuer im Hochhaus: Um Hilfe rufende Menschen mit der Drehleiter gerettet

dzFeuerwehr

Großeinsatz für die Kamener Feuerwehr in der Montagnacht. Als im Keller eines Hochhauses Feuer ausbricht, verqualmt das Treppenhaus. Menschen werden mit der Drehleiter aus großer Höhe gerettet.

Kamen

, 02.12.2019, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon wieder ein Kellerbrand an der Karl-Arnold-Straße, schon wieder Feuer in dem achtstöckigen Hochhaus, in dem erst Ende Oktober ein Großeinsatz erfolgte. Die Feuerwehr Kamen mobilisiert mitten in der Montagnacht, 2.20 Uhr, etwa 40 Kräfte der Löschzüge Kamen-Mitte und Methler, um Schlimmeres zu verhindern. Als sie eintreffen, stehen Mieter, die winkend auf sich aufmerksam machen, an den Fenstern der Obergeschosse der rückwärtigen Gebäudeseite. Die Feuerwehr fährt die Drehleiter aus und nimmt fünf Bewohner aus großer Höhe auf, um sie langsam herunter zu fahren und in Sicherheit zu bringen.

Keller-Feuer im Hochhaus: Um Hilfe rufende Menschen mit der Drehleiter gerettet

Im Keller des Hochhauses an der Karl-Arnold-Straße brannte es erneut. Die Feuerwehr ging dort mit zwei Trupps erfolgreich gegen die Flammen vor. © Feuerwehr Kamen

Aus den Kellerfenster dringt dichter Rauch

Gleichzeitig sind schon zwei Feuerwehr-Trupps im Keller aktiv, um dem stark qualmenden Brandherd zu löschen. Aus den Kellerfenstern dringt dichter Rauch, der auch ins Treppenhaus steigt. „Leider sind die Brandschutztüren nicht verschlossen“, berichtet Volker Rost, Sprecher der Feuerwehr Kamen. Das sollten sie allerdings sein, um derlei Gefahrensituation zu vermeiden. Weil einige Bewohner über das Treppenhaus geflüchtet sind, haben sie das schädliche Rauchgas eingeatmet. Glücklicherweise aber nicht so schwer, dass sie behandelt werden müssen. Eine Person wird von der Notärztin untersucht, die dann Entwarnung gibt. Das gilt auch insgesamt: Es gibt keine Verletzten.

Keller-Feuer im Hochhaus: Um Hilfe rufende Menschen mit der Drehleiter gerettet

Das Haus an der Karl-Arnold-Straße stand in der Montagnacht im Blickpunkt der Feuerwehr. Etwa 40 Kräfte der Löschzüge Kamen-Mitte und Methler sorgten dafür, dass kein größerer Schaden entstehen konnte. © Feuerwehr Kamen

Im Keller brennt eine Teppichrolle und weiterer Unrat

Im Keller finden die Feuerwehrleute eine brennende Teppichrolle und weiteren Unrat, der in Flammen steht, vor. Es kostet sie nicht viel Aufwand, das Feuer zu löschen. Die Gefahren liegen allerdings woanders. Die an der Decke verlegten Stromkabel verformen sich durch die Hitze und hängen herunter. „Die Kabel verlieren zudem durch die Hitze ihre Isolierung“, so Rost. Um die Gefahr durch Stromschläge zu bannen, rückt der Notdienst der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bönen-Bergkamen an und stellt den Strom ab. Der Keller wird „stromlos geschaltet“, wie es im Jargon der Feuerwehr heißt.

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Feuerwehr-Trupps sicherheitshalber im Treppenhaus

Zwei weitere Feuerwehr-Trupps sind unterdes im Treppenhaus aktiv, um sicherzugehen, dass niemand mehr die Flucht durch das verrauchte Treppenhaus antritt. Sie forderten die Bewohner auf, aus Sicherheitsgründen in ihren Wohnungen zu bleiben. „Es kann sonst passieren, dass die flüchtenden Menschen auf halber Strecke bewusstlos liegen bleiben“, weist Rost auf die Gefahren durch Brandgase hin. Empfehlung der Feuerwehr ist immer, niemals durch ein verrauchtes Treppenhaus zu fliehen. „Besser ist, auf die Hilfe der Feuerwehr zu warten“, sagt er. Er weiß, dass das in solchen Situationen schwer fällt. „Natürlich haben die Menschen Angst und wollen so schnell wie möglich aus der Wohnung hinaus.“ Der Weg durch einen verrauchten Hausflur sei deutlicher gefährlicher als zu warten und dann sicher über die Fenster und Balkone gerettet zu werden.

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Kriminalpolizei nimmt Ermittlungen auf

Der Einsatz war nach rund anderthalb Stunden beendet. Die Kriminalpolizei hat noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen aufgenommen. Dabei wird sie vermutlich die sichergestellten Spuren mit jenen abgleichen, die Ende Oktober bei dem Brand an gleicher Stelle gefunden wurden. In der Vergangenheit gab es in dem Bereich immer wieder Kellerbrände - auch an der Blumenstraße. „Es war jetzt fast das gleiche Szenario wie Ende Oktober“, schilderte Rost nach dem Einsatz.

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