Keinen Frust mehr mit Einkäufen bei Internet-Händlern

Tipps der Verbraucherzentrale

Das Shoppen bequem vom Sofa aus ist eine Wohltat, besonders jetzt in der stressigen Weihnachtszeit. „Doch auch dort lauern Fallen“, erklärt Elvira Roth von der Verbraucherzentrale in Kamen.

von Niklas Mallitzky

Bergkamen

, 23.12.2018 / Lesedauer: 3 min
Keinen Frust mehr mit Einkäufen bei Internet-Händlern

Probleme zu Warenlieferungen und Retouren unliebsamer Pakete können im Beschwerdeportal www.post-ärger.de abgeladen werden © picture alliance / Malte Christi

„Online-Shopper sollten sich weder von schönen Internetseiten, noch von tollen Versprechungen und vermeintlich günstigen Preisen blenden lassen.“ Mit den folgenden Tipps gelingt der Einkauf beim Online-Händer ganz bestimmt.

Datenschutz

Viele Produkte sind im Internet nur günstiger zu haben, wenn die Preise online mit denen im stationären Handel verglichen werden. Kunden sollten zudem Präsente in Shops bestellen, die eine verschlüsselte Datenübertragung ermöglichen. Das erschwert eine Einsicht durch Dritte. Verschlüsselte Datenverbindungen sind am „s“ hinter dem „http“ in der Adress-Zeile des Browsers zu erkennen. Bei den Datenschutzbestimmungen ist darauf zu achten, ob die eigenen Angaben nur verwendet werden, um die Bestellung zu erfüllen, oder ob sie auch für Werbung genutzt oder gar an Dritte weitergegeben werden sollen.

Vertragspartner checken

Vor der Bestellung sollten sich Kunden vergewissern, dass der Firmenname, die sogenannte ladungsfähige Adresse (Postanschrift mit Land, Ort, Straße) und der Verantwortliche des Anbieters leicht aufrufbar sind. Nur so wissen sie, an wen sie sich wenden müssen, falls es Probleme gibt. Wer auf der Homepage keine Adresse oder nur ein Postfach findet, sollte misstrauisch sein. Hilfreich sind oft auch Foren im Internet, in denen Kunden ihre Erfahrungen darstellen. Wird dort bereits über Lieferengpässe, Probleme bei Reklamationen oder bei der Rückabwicklung von Verträgen nach einem Widerruf berichtet, sollten Shopper besser auf eine Bestellung verzichten.

Zusatzkosten und Zahlung

Damit sich die Schnäppchen nicht als Mogelpackung erweisen, sollten Käufer auch die Zusatzkosten wie Versand- und Überweisungskosten sowie Zustellgebühren, zum Beispiel bei Nachnahmesendungen, in die Gesamtrechnung einzubeziehen. Sonst wird ein vermeintlicher Preisvorteil schnell zur Kostenfalle. Kunden haben zwar kein Recht auf Wahl einer bestimmten Zahlungsart, doch meist gibt es mehrere Alternativen. Online-Anbieter müssen auch einen gängigen Zahlungsweg kostenfrei ermöglichen. Am sichersten ist die Bezahlung nach Erhalt der Ware per Rechnung oder die Erteilung einer Einzugsermächtigung. Damit riskieren Kunden nicht, keine, andere als die bestellte oder eine fehlerhafte Ware zu erhalten und anschließend dem Geld hinterherlaufen zu müssen. Vorsicht sollten Kunden bei Vorkasse walten lassen.

Das Widerrufsrecht

Fast jeder im Internet geschlossene Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Das gilt auch für Verträge über Waren, die auf einer Auktionsplattform von einem gewerblichen Händler ersteigert werden. Der Widerruf muss der Kunde gegenüber dem Vertragspartner am besten per E-Mail, Fax oder Brief erklären. Die bestellte Ware einfach nicht anzunehmen oder zurückzusenden, gilt nicht als Widerruf. Die 14-tägige Frist beginnt beim Kauf von Waren im Internet dann, wenn der Käufer ordnungsgemäß, in klarer und verständlicher Weise über sein Widerrufsrecht informiert worden ist und die Ware erhalten hat. Bei bestellten Dienstleistungen beginnt die Widerrufsfrist allerdings bereits mit Vertragsschluss.

Rücksendung

Geht die bestellte Ware innerhalb der gesetzten Frist zurück, muss der Händler neben dem Kaufpreis auch die Kosten für die Hinsendung erstatten. Das gilt jedoch nur für die Kosten des Standardversands und nicht für die Zusatzkosten einer Expresslieferung. Im Gegenzug muss der Kunde die Kosten für die Rücksendung der unwillkommenen Waren tragen – es sei denn, der Händler bietet die Übernahme der Kosten an. Dieser bleibt auch auf den Kosten sitzen, wenn er vor Vertragsschluss nicht darüber informiert hat, dass Kunden die Kosten der Rücksendung selbst tragen. Bei mangelhafter Ware haben Käufer dieselben Gewährleistungsrechte wie bei einem Kauf im stationären Handel.

Rat und Hilfe rund um den Online-Kauf bietet die örtliche Beratungsstelle in Kamen, Kirchstraße 7, der Verbraucherzentrale NRW an. Kontakt und Termine unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen. Probleme zu Warenlieferungen und Retouren unliebsamer Pakete können im Online-Beschwerdeportal www.post-ärger.de der Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Thüringen abgeladen werden. Dort gibt es auch weitere Infos rund um den Brief- und Paketversand.

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