Keine Rettungsgasse am Kamener Kreuz – Feuerwehr geht zu Fuß

dzTödlicher Unfall mit LKW

Schwerer Unfall am Kamener Kreuz: Ein LKW krachte auf ein Stauende, die Fahrerin eines Kleinwagens starb. Autofahrer bildeten keine Rettungsgasse, sodass die Feuerwehr teilweise zu Fuß gehen musste.

Kamen

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Schwerer Verkehrsunfall auf der A2 am Kamener Kreuz: Ein Litauer (47) krachte am Dienstagmorgen mit seinem Sattelzug am Ende der Beschleunigungsspur in Fahrtrichtung Oberhausen auf einen Kleinwagen. Die Fahrerin, eine 70-jährige Frau aus den Niederlanden, wurde so schwer verletzt, dass sie trotz Reanimationsversuchen des Rettungsdiensts noch an der Unfallstelle verstarb. Der Kleinwagen wurde nach Polizeiangaben zwischen dem Sattelzug und einem auf dem Seitenstreifen befindlichen Autotransporter eingeklemmt.

Feuerwehr beklagt fehlende Rettungsgasse am Kamener Kreuz

Die Kamener Feuerwehr war im Einsatz und kritisierte anschließend die fehlende Rettungsgasse im Stau. „Das war einen Katastrophe. Das habe ich in all den Jahren im Dienst noch nicht so erlebt“, sagte Feuerwehrsprecher Volker Rost.

Rettungsdienst und Notarzt seien noch zur Unfallstelle durchgedrungen. Für die Feuerwehr mit ihren größeren Fahrzeugen habe sich die Anfahrt „extrem schwierig“ gestaltet. „Durch das Kamener Kreuz gab es kaum ein Durchkommen, da keine Rettungsgasse gebildet wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Teilweise musste die Feuerwehr während der Anfahrt anhalten, aussteigen und Fahrzeugführern, die die Weiterfahrt der Einsatzfahrzeuge behinderten, aus dem Weg lotsen.“

Keine Rettungsgasse: Auch der Feuerwehrchef steckt fest

Einige Einsatzkräfte versuchten es auf anderem Weg. „Aufgrund der schwierigen Anfahrt“ seien sie von der A2-Brücke an der Hammer Straße in Kamen zu Fuß zur Unfallstelle gegangen. „Bei den Außentemperaturen eine extreme körperliche Belastung“, heißt es in der Mitteilung. Feuerwehrchef Rainer Balkenhoff steckte ebenfalls fest, obwohl er mit einem Dienst-PKW und keinem größeren Fahrzeug unterwegs war. „Die Kreisel im Kreuz waren zu, die Tangente auch, das war unglaublich“, sagte er.

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Frau erliegt an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen

Nach dem Auffahrunfall hatten Ersthelfer die offenbar schwer verletzte Frau aus dem Auto befreit. Sie sei noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Reanimation durch den Rettungsdienst blieb erfolglos. Der Beifahrer der Frau, ein Niederländer (72), sowie der Litauer (47) wurden ins Krankenhaus gebracht. Nach Feuerwehrangaben erlitten sie leichte Verletzungen. Der 47-Jährige habe aus ungeklärten Gründen einen Stau übersehen. „Er versuchte noch auszuweichen, prallte jedoch mit seinem Fahrzeug gegen das vor ihm fahrende Auto der 70-Jährigen“, teilte die Autobahnpolizei mit.

Für die Kamener Feuerwehrleute war der Einsatztag besonders psychisch belastend. Erst am frühen Morgen hatte es einen Einsatz an der Kamener Bahnlinie in Höhe Lenbachstraße gegeben. Dort wurde eine Mann von einem Zug erfasst und getötet. Die Ermittlungen der Kreispolizei in Unna wegen eines möglichen Suizids dauern an.

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