Keine Industrie am neuen Wohngebiet

dzHemsack wird Gewerbegebiet

Der Hemsack ist formal ein Industriegebiet. Doch weil es dort fast keine Industrie gibt, soll die Fläche ein neues Etikett bekommen. Wohl auch, weil dort das neue Wohngebiet angrenzen wird.

Kamen

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Hoppla, dieses Industriegebiet hätte eigentlich nie eines sein dürfen. Das Industriegebiet „Hemsack“ - ein Planungsfehler aus den 80er-Jahren. Denn zu jener Zeit gab es dort schon 90 Wohnungen und Wohnhäuser, die Industrieansiedlungen in der Nachbarschaft nicht möglich gemacht hätten. „Der Bebauungsplan hätte damals nicht aufgestellt werden dürfen“, sagt der Erste Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke deutlich. Der sogenannte B-Plan war 1979 in Kraft getreten. Jetzt soll das Planwerk runderneuert werden - wohl auch, weil in der Nachbarschaft das neue Wohngebiet an der Seseke entsteht. Ein Industriegebiet daneben, auch wenn es nur auf dem Papier vorhanden ist, das ist wohl nicht so schön, um Häuslebauer in die Stadt zu locken.

Keine Industrie am neuen Wohngebiet

Keine Industrie im Industriegebiet. Aus dem Bebauungsplan Nr 51. Ka „Hemsack“ soll der Bebauungsplan Nr. 51.1 Ka „Gewerbegebiet Hemsack“ werden. Eine direkte Auswirkung auf die dort siedelnden Unternehmen hat das nicht. Auf künftige möglicherweise schon. © Stefan Milk

Der Hemsack: Eigentlich noch nie ein Industriegebiet

Wenn von diesem „Hemsack“ die Rede ist, hat man bisher eigentlich nie von einem Industriegebiet gesprochen, sondern schon immer von einem Gewerbegebiet, in dem im Übrigen auch viele Menschen wohnen. 104 Wohneinheiten sind dort registriert. Weil das nicht mit lärmender und schmutziger Industrie zusammenpasst, werden kommende Woche im Haupt- und Finanzausschuss die Weichen gestellt, das zu verändern. Dann wird aus dem Bebauungsplan Nr 51. Ka „Hemsack“ der Bebauungsplan Nr. 51.1 Ka „Gewerbegebiet Hemsack“. Der Planungs- und Verkehrsausschuss am Donnerstag stimmte mit deutlicher Mehrheit dafür. „Es ist für die heute bestehende Situation festzustellen, dass die Festsetzung eines Industriegebietes für das Plangebiet aufgrund der Vielzahl von Wohnnutzungen funktionslos geworden ist“, heißt es in der Beschlussvorlage, die jetzt im Ratsportal der Stadt Kamen veröffentlicht worden ist und auch Diskussionsgrundlage am Donnerstag war. Die Entscheidung wird im öffentlichen Teil der Sitzung am Dienstag, 2. Juli, fallen. Beginn ist um 17 Uhr im Sitzungssaal II des Rathauses.

Keine Auswirkung auf die Unternehmen

Egal ob Automobilhändler, Spediteure, Abgastechniker oder auch der Wertstoffhof der GWA an der Werkstraße. Eine direkte Auswirkung auf die dort siedelnden Unternehmen hat die Änderung nicht. Aber der Hemsack wird in einem kompliziert wirkenden Verfahren planungsrechtlich neu aufgeteilt. Der neue Bebauungsplan gilt nur noch für den westlichen Teil, der 21 Hektar groß ist. Er wird begrenzt durch die Wilhelm-Bläser-Straße im Norden, die Straße „Hemsack“ bzw. deren geradlinige Verlängerung in nördlicher Richtung im Osten, den Verlauf der Körne im Westen sowie die Bahnstrecke Dortmund-Hamm bzw. die Westicker Straße im Süden. Für die anderen 21 Hektar im östlichen Bereich gibt es dann gar keinen Bebauungsplan mehr. Die Fläche wird dann aber nicht zum rechtsfreien Raum, wie Friedhelm Lipinski, Vorsitzender des Planungsausschusses, betont. Dort gilt wie auf anderen Flächen fortan das herkömmliche Baugesetz, genauer Paragraf 34 des Baugesetzbuchs (BauGB).

Neue Details zum Wohngebiet nach den Sommerferien

Formal hat das Änderungsverfahren nichts mit dem geplanten Wohngebiet an der Seseke, das in der Nachbarschaft liegt, zu tun, wie Liedtke betont. „Auch ohne das neue Baugebiet hätte der Hemsack neu aufgestellt werden müssen“, sagt er. Durch das Vorhaben an der Seseke habe sich aber die Möglichkeit ergeben, das gesamte Gebiet in Kamens Westen neu zu überplanen. Neue Details zum Planungsstand des Neubaugebiets an der Seseke, dort wo früher der Kamener Sportclub (KSC) seinen Sportbetrieb hatte und jetzt noch der Polizeihundesportverein Kamen angesiedelt ist, sollen nach den Sommerferien veröffentlicht werden mit Details zu Artenschutzgutachten und Klimagutachten, die in Auftrag gegeben wurden.

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